Das resiliente Unternehmen

Moderne Betriebswirtschaft folgt immer den gleichen Kennzahlen. Bis ins kleinste Detail sind Abläufe organisiert und Zuständigkeiten definiert. So entstehen Produkte von Weltklasse.
Doch was passiert, wenn das System von außen gestört wird – so wie z.B. durch Corona, Trump, …? Und vor allem wie macht man Firmen resilient gegen exogene Störungen? Gebhard Borck illustriert, wie wir Unternehmen schaffen, die auch in turbulenten Zeiten ihre Gestaltungsfähigkeit behalten.

Und dann passiert Corona, Trump oder eine Dürreperiode in Mitteleuropa. Schon kollabieren die fein austarierten Automatismen. Entscheidungen bleiben zu lange offen. Chancen verstreichen ungenutzt. Die eigene Gestaltungsfähigkeit verliert sich in der Abhängigkeit von überlasteten IT-Experten.
Gebhard Borck stößt die Tür auf in eine neue Betriebswirtschaft. Eine, in der Firmen von ihrer Individualität profitieren. Eine die Vernunft blinder Automatisierungsbegeisterung voranstellt. Er gibt Unternehmern sechs Tipps, wie sie ihren Betrieb sicher durch turbulente Zeiten steuern.

Dem Bockshorn entkommen

Manche glauben, wenn sie auf agil machen, transformieren sie schon? Weit gefehlt! Es gibt keine sinnvolle Koexistenz von Agilität in Weisungshierarchie.  Wenn eine Hierarchie zusätzlich auf agil macht, passiert etwas völlig anderes. Sie raubt Vorgesetzten ihre Autorität. Viele der so verwöhnten Mitarbeiter nutzen die gewonnene Freiheit, um ihr persönliches Leben zu verbessern. Sie werden zu Parasiten, die ihre Firma zum eigenen Wohlbefinden aussaugen.

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Borcks Tipp: Klarheit

Sind sie als Unternehmer bereit, den kompletten Verlust formaler Hierarchie billigend in Kauf zu nehmen? Er sagt keineswegs, dass das so kommen muss. Doch die Verantwortung über diese Entscheidung sollte in die Hände der Belegschaft übergehen. Nur so bringen diese die nötige Intelligenz ein, um aus Agilität großen Nutzen für die Firma zu gewinnen.

Alle gestalten mit

Das von Borck entwickelte Denkwerkzeug der Firmen-DNA bringt dafür drei Firmenbestandteile in Einklang. Den Firmenstrang, den die Mitarbeiter gemeinsam entwickeln. Den Menschenstrang, in ihm wird sich jeder Einzelne über die eigenen Ziele und Rahmenbedingungen bewusst. Den Kopplungsmodus, er verbindet die beiden Stränge miteinander. Er beantwortet die Fragen: Bin ich in der richtigen Firma? / Habe ich die passenden Angestellten?

Borcks Tipp – Zutrauen

Zählen Sie als Unternehmer darauf, dass ihre Mitarbeiter den Betrieb über eine gemeinsame Methode selbst gestalten.
Wie Sie dabei den Kaffeekränzchen-Club vermeiden, erfahren Sie im jetzt.

Wissenschaftlich fundiert entscheiden

Nachweisbar hat es Sinn, umso mehr Gehirne in einen Beschluss einzubeziehen, je komplexer dieser ist. Blödsinn lässt sich wie folgt umgehen. Den Herdentrieb aktiv vermeiden. Die Konsequenzen in den Mittelpunkt stellen. Widerstand konstruktiv integrieren.

Borcks Tipp – Schicksalsgemeinschaft

Bestimmen Sie fortan die Strategie der Firma mit allen zusammen. Sinnvolle Entscheidungen brauchen ein solides Fundament. Woher das kommt, zeigt der nächste Punkt.

Außen hui, innen Pfui

Unternehmen entwickeln gerne einen Wertekanon. Das klingt plausibel. Spielen Werte doch eine unstrittig große Rolle in unserem Leben. Die Erwartung verfehlt dennoch ihr Ziel. Innerhalb der Organisation sollte die Identifikation mit der Firma die Menschen verbinden. Das fällt leicht, wenn ich meine individuellen Werte behalten kann. Soll ich mich stattdessen einem vorgegebenen Wertekanon unterordnen, fördert das Trennungslust. Deshalb kommen bei den meisten Initiativen zu Mission, Vision und Werten weichgespült unverbindliche Allgemeinplätze heraus. Viel Lärm um quasi nichts.

Borcks Tipp – Anlehnen statt selber machen

Vergessen Sie Wertearbeit. Stecken Sie die Energie lieber in die Recherche nach bestehenden Denkmodellen, die zu Ihrer Firma passen. Finden Sie eine Antwort auf die folgende und ähnliche Fragen:

  • Ist Ihr Menschenbild von der Fassadentheorie Hobbes geprägt oder der des Homo Puppy von Rutger Bregman?
  • Legen Sie fest, welche Denkmodelle Ihre Firma anstrebt. Ermöglichen Sie allen Mitarbeitern, die Auswahl zu hinterfragen. Ändern Sie sie, wenn es nicht mehr passt.

Wozu die ersten fünf Tipps dienen, erfahren Sie im Letzten.

Arbeiten

Ihre Firma hat jetzt Probleme und sie braucht dafür jetzt Lösungen. Sie prüfen schnell, ob ein neue Arbeitsweise funktioniert, indem Sie damit ein Thema lösen, das Sie aktuell beschäftigt. Sie können die Wahrscheinlichkeit des Gelingens erhöhen, wenn Sie jemanden dazu holen, der Sie unterstützt. Doch im Ernst. Er sollte mit Ihnen Ihr Problem lösen, anstatt teure Konzepte, Trainings oder Analysen zu verkaufen. Eine Transformation geschieht, indem Sie Ihre Arbeit erledigt.

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