Wenn der Handschlag nicht mehr reicht, um ein Versprechen zu halten – was sagt das über dein Unternehmen aus? Ehrbarkeit lässt sich nicht in Leitbilder auslagern. Sie entscheidet sich täglich, bei jeder einzelnen Person und ihrer nächsten Handlung. Integrität für Führungskräfte ist keine Kür, sondern eine zentrale Kompetenz.
Gesellschaftliche Standards und deren organisatorische Umsetzung sind das Eine, aber am Ende beginnt ehrbares Verhalten bei jeder einzelnen Person und ihren Handlungen. Ehrbarkeit auf der persönlichen Ebene bedeutet, eigene Werte zu reflektieren und konsequent danach zu handeln, unabhängig von äußeren Anreizen oder Widrigkeiten. Der ehrbare Kaufmann lässt sich nicht von kurzfristigem Eigennutz leiten, sondern handelt mit Blick auf die langfristige Wirkung seines Tuns.
Zu den Eigenschaften einer integren Person zählen:
- Authentizität: Ehrlichkeit und Treue gegenüber eigenen Werten und Prinzipien.
- Verlässlichkeit: Zusagen werden eingehalten, unabhängig von den Umständen. Der Handschlag zählt.
- Empathie: Respekt und Wertschätzung gegenüber anderen Akteuren.
- Interkulturelle Kompetenz: In einer globalisierten Welt ist Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Standards unverzichtbar.
Für Führungskräfte ist Integrität somit eine der zentralen Kompetenzen. Sie handelt nicht nur nach ethischen Grundsätzen, sondern inspirieren auch andere dazu, dasselbe zu tun. Eine integre Führungskraft schafft im Alltag Vertrauen durch:
Vorbildliches Verhalten: Eine integre Führungskraft hält sich an Prinzipien, auch unter Druck, und beweist moralische Standfestigkeit.
Klare Kommunikation: Transparenz und offene Kommunikation fördern eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens.
Langfristiges Denken: Entscheidungen werden so getroffen, dass sie dem Unternehmen, den Mitarbeitern und der Gesellschaft nachhaltig dienen.
Ehrbarkeit wird erarbeitet
Da Ehrbarkeit in vielen Ausbildungscurricula der BWL- und MBA-Studiengänge und auch der Ausbildung zum Kaufmann eher am Rande gestreift wird, fragen sich viele Führungskräfte in Diskussionen über Ehrbarkeit: Was kann ich konkret tun, um ehrbar zu handeln und Ehrbarkeit in der Organisation zu fördern? Hierzu ein paar Tipps:
- Bekenntnis zu Standards und Prinzipien Wir bekennen uns zu Standards des ehrbaren Wirtschaftens und stellen uns auch der Überprüfung, zum Beispiel mit dem Gütesiegel »Erfolg mit Anstand« .
- Organisation überprüfen und optimieren Hierin liegt in den meisten Unternehmen das größte Potenzial, Ehrbarkeit zu fördern oder zu verhindern. Regelmäßig sollten KPIs, Prozesse, die Rekrutierung et cetera. überprüft werden. Wo sind Werte und Operative kongruent, wo nicht?
Positive und negative Handlungen transparent machen und fördern beziehungsweise sanktionieren Mitarbeiterinitiativen, gesellschaftliches Engagement, Sportförderung; das Potenzial, ehrbares Handeln transparent zu machen, ist groß. Wie wäre es zum Beispiel, einen lokalen Sportverein oder einen Olympiastützpunkt zu fördern? Im Gegensatz zur Werbung bei Profivereinen (die selbst Wirtschaftsorganisationen sind), wird hier direkt zum gesellschaftlichen Leben beigetragen. Innerhalb des Unternehmens wird die Reaktion der Führungskräfte auf Fehlverhalten eine große Rolle spielen. Hier schauen alle hin und nehmen den Umgang mit Fehlverhalten sehr bewusst war. Sei dir darüber im Klaren, dass die Kultur eines Unternehmens durch das gerade noch geduldete Verhalten wesentlich mitbestimmt wird.

Dr. Frank Edelkraut ist ein Wanderer zwischen den Welten. Als Interimsmanager begleitet er seit über zwei Jahrzehnten Transformationsprojekte in operativer Führungsfunktion. So kennt der Technische Chemiker die Welt des Projektmanagements, agile und klassische Arbeits- und Organisationsformen mit allen Aufs und Abs aus diversen Unternehmen und Branchen. Als Führungskräfte- und Personalentwickler unterstützt er in der persönlichen Weiterentwicklung auf allen Ebenen. Seine Erfahrung vermittelt er als Autor, Speaker und Mentor.

