Monster. Ungestüm, laut, schmutzig. Unerträglich. Dreißig Jahre des »Widerspenstigen Zähmung«. Und das Ergebnis steht jetzt im Baumarkt: Bart, Bauch, Vakuum. Während die Frau im perfekt sitzenden Engelbert-Strauss-Outfit Spachtelmasse, Farbeimer, Säcke auf den Wagen wuchtet, verharrt der neue Mann in erlernter Hilflosigkeit: Initiative ist toxisch. Besser nichts machen.
Das ist keine Kritik. Es ist eine Beobachtung. Sie sind das Ergebnis eines Gesellschaftsexperiments. Man hat ihm die Rolle des Machers abtrainiert und keine neue geben. Er baut keine Regale auf und keine Häuser mehr. Aber auch keine rosa Einhörner.
Das ist der Triumph der feminisierten Erziehung. Sie wurden zum »Public Enemy« erklärt. In der Schule zählt nur noch: brav, ordentlich , empathisch – alles, was Mädchen meist früher beherrschen. Alles andere ist verhaltensauffällig. Es wird nicht erzogen, es wird bestraft.
Im gemischten Sportunterricht siegt die sanfte Linie: Tanzen statt Fußball. Und falls es doch zu einer Kontaktsportart kommt, mahnt die Lehrerin vom Spielfeldrand nicht so hart ranzugehen – es sind ja Mädchen. Der Junge lernt: Deine natürlichen Impulse sind unerwünscht. Du bist unerwünscht. Die Schule ist zum Mädcheninternat geworden, in das die Jungen zwangsweise mitmüssen – um dann als Störfaktor behandelt zu werden.
Das Ergebnis ist erlernte Hilflosigkeit in reinform. »Sei nicht dominant – aber sei stark und verantwortungsvoll, wenn ich es verlange.« Also lässt er sie die schweren Säcke schleppen. Nicht aus Faulheit. Sondern weil er gelernt hat, dass jeder Macherinstinkt bestraft wird.
Währenddessen hat die Frau die männlichen Domänen einfach übernommen: Kraft, Tatendrang, Handwerk. Für sie ein Befreiungsschlag. Für ihn »The End of Men«.
Die alten Rollen wurden wegrationalisiert, die neuen – emotional, sensibel, häuslich – hat er nie gelernt. Übrig bleibt nur der Bart als Karikatur von Wildheit – die Maske eines Machers.
Während Frauen fleißig studieren und die Hochschulabschlüsse dominieren, hängen immer mehr junge Männer in einem ewigen Adoleszenz-Modus. Die Partnerschaftsmärkte werden brutal: Immer mehr gebildete Frauen finden keinen Mann auf Augenhöhe – und wollen auch keinen, der nur Bart und Vibes mitbringt.
Das Paradoxe: Dieselbe Gesellschaft, die »toxische Männlichkeit« verteufelt, schreit im Notfall: Rettet uns. Beschützt uns. Zahlt. Aber nicht dominant.
Der Mann wird zum funktionalen Opfer. Die Revolution frisst ihre Kinder. Bei Bedarf sollen er als Kanonenfutter herhalten – Männer sind ja von Natur aus bestens geeignet: Monster. Ungestüm. Laut. Schmutzig. Tödlich. Barbaren eben.
Wäre aber nicht der Schritt vom Engelbert-Strauss-Outfit in die Uniform nur ein kleiner, konsequenter? Das fordert auch Tillman Leicht in seinem Kommentar ‚Frauen an die Waffen‘ (DIE ZEIT 18. 5. 2026). Wurde der Mann wirklich gebrochen – oder hat er es sich in der Trümmerlandschaft seiner Rolle bequem gemacht?
