Das ist doch keine Weiterbildung

Weiterbildung im betrieblichen Kontext meint die Aneignung von Wissen und Fähigkeiten, die einem konkreten Zweck dienen, wie z. B. die Verbesserung der beruflichen Leistung, die Erfüllung von Aufgaben oder die Erreichung von Zielen. In diesem Sinne ist es mehr Training und Qualifizierung. Das hat seine Berechtigung.

Wie Schule, nur bezahlt

Betriebliche Weiterbildung ist zudem ein von außen gesteuerter und initiierter Lernprozess, der sich meist fundamental vom intrinsisch motivierten Lernen unterscheidet. Sie dient immer dem Zweck des Unternehmenserfolgs. Die Motivation dabei sind oft Belohnungen (bessere Karrierechancen, Gehaltserhöhung) oder die Vermeidung von Nachteilen.

Private Weiterbildung setzt auf Neugier und Eigenantrieb

Selbstlernen ist unser ureigenes Programm, das wir in uns tragen. Denn unsere Neuroplastizität ist am größten, wenn wir uns aus eigenem Antrieb neuen, auch fachfremden Herausforderungen stellen. Persönliche Weiterbildung ist daher unschlagbar, wenn es um tiefgreifendes, nachhaltiges und hochwirksames Lernen sowie interdisziplinäres Verständnis geht.

Es setzt auf die mächtigste Ressource: die Neugier und den Eigenantrieb des Menschen. Und sie hat eine Vielzahl von positiven Auswirkungen auf die Persönlichkeit:

  • Selbstmotivation und Selbstwirksamkeit
  • Lernfähigkeit
  • Steigerung der Kreativität
  • Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Diese scheinbar „zweckfreie“ persönliche Entwicklung fördert eine ganzheitliche, resiliente und innovative Persönlichkeit – genau das, was wir eigentlich auf allen Ebenen brauchen.

Die einen liegen vor der Glotze …

Die anderen lesen Bücher, lernen ein Instrument … Und das soll keinen Wert haben? Ohne Zettel, keine Weiterbildung?

Die Fixierung auf Zertifikate und formale Qualifikationen führt dazu, dass wirkliche Talente übersehen werden, die durch informelle oder persönliche Weiterbildung enorme Problemlösungsfähigkeiten, Kreativität und soziale Kompetenzen entwickelt haben.

Während traditioneller, formalisierter Wissenserwerb in Fächer-Silos (Disziplinen) strukturiert ist, orientiert sich das Selbstlernen an Fragen und Problemen – und diese sind von Natur aus interdisziplinär. Und genau diese Fähigkeiten, brauchen wir in einer komplexen Welt.

Und welches Buch liest du als Nächstes? Was ist dein nächstes Selbstlernprojekt?

Teilen

Dieser Artikel kann nicht kommentiert werden.