Teamarbeit ist mehr als nur Mitlaufen – Wie prägst du dein Team?

Gute Teamarbeit entsteht nicht von allein; sie ist das Ergebnis des Engagements und der Haltung jedes Einzelnen. Jeder kann aktiv dazu beitragen, das Team zu stärken und die Dynamik und Zusammenarbeit positiv zu gestalten. Entscheidend ist, sich des eigenen Einflusses bewusst zu werden und Verantwortung für die eigene Rolle im Team zu übernehmen. Also: Welchen Beitrag kannst du in deinem Team leisten und was ist dein Einflussbereich?

Ein wesentlicher Beitrag zu guter Teamarbeit ist Empathie – die Fähigkeit, andere Perspektiven zu verstehen und nachzuvollziehen. Zusammenarbeit funktioniert besser, wenn die eigenen Sichtweisen nicht als absolut gesetzt werden, sondern auch die Gedanken, Gefühle und Blickwinkel der anderen Beachtung finden. Dies schafft Vertrauen, entschärft Konflikte und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

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»Richtig« oder »falsch« spielen in solchen Kontexten selten eine Rolle, da jeder Mensch die Realität durch die eigene Brille wahrnimmt, geprägt von Erfahrungen, Werten und Denkmustern. Unterschiedliche Perspektiven sind keine Hindernisse, sondern eine Chance, voneinander zu lernen, gemeinsam zu wachsen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Das bewusste Einbeziehen verschiedener Blickwinkel, dargestellt in der oberen Abbildung »Eine Frage der Perspektive«, stärkt nicht nur die Zusammenarbeit, sondern bringt das Team näher zusammen und fördert ein besseres Verständnis füreinander. Der Perspektivenwechsel wird so zu einem zentralen Element für erfolgreiche Teamarbeit.

Werte und Einfluss

Wie bereits oben erwähnt, basiert Teamarbeit auf gemeinsamen Werten wie Offenheit, Respekt und Commitment (Verbindlichkeit), um nur einige zu nennen. Diese sind essenziell und bilden die Grundlage für jedes erfolgreiche Team. Daraus ergibt sich für jedes Teammitglied die Möglichkeit, die Teamarbeit aktiv zu beeinflussen:

Besteht das Gefühl, dass im Team nicht offen kommuniziert wird, liegt es (auch) an einem selbst, den ersten Schritt zu gehen und dies im Team anzusprechen.

Mangelt es an Transparenz, kann jeder selbst mit gutem Beispiel vorangehen und Offenheit vorleben.

Falls es dem Team schwerfällt, Verbindlichkeiten einzugehen, kann (auch) jeder selbst Verantwortung übernehmen, um beispielsweise Projekte und Themen voranzutreiben.

Diese und viele weitere Möglichkeiten stehen jedem zur Verfügung, um das eigene Team voranzubringen, damit es wächst und stärker wird. Jeder von uns kann als Brückenbauer fungieren, um kleinere und größere Abgründe zu überwinden und so das Team reifer werden zu lassen. Durch das Vorleben und Umsetzen von Dingen besteht eine gute Chance, dass andere Kollegen dies ebenfalls tun.

Fange mit kleinen Schritten an. Höre deinen Kollegen bewusst zu, zeige Interesse und lebe Werte wie Vertrauen, Offenheit und Verantwortung vor. So motivierst du andere, sich ebenfalls stärker einzubringen.

Die Opferrolle

Die Opferrolle beschreibt eine innere Haltung, in der Menschen das Gefühl haben, ihrer Situation hilflos ausgeliefert zu sein und keine Kontrolle darüber zu haben. Sie sehen sich oft als »hineingedrängt« oder von äußeren Umständen und anderen Personen in diese Lage versetzt an. In diesem Zustand neigen sie dazu, die Verantwortung für ihr eigenes Handeln oder ihre Lebensumstände auf andere abzuwälzen. Diese Haltung spiegelt sich nicht nur im Verhalten wider, sondern auch in typischen Formulierungen, die von Ohnmacht und Fremdbestimmung zeugen:

»… kann nicht« – Ich würde gerne anders handeln, aber ich kann nicht.

»Ja, aber …« – Ja, das ist ein guter Vorschlag, aber bei uns nicht umsetzbar.

»… niemals …« – Ich schaffe es niemals allein.

»… immer …« – Immer habe ich die halbe Mannschaft gegen mich.

»Ich sollte …« – Ich sollte mich endlich darum kümmern, aber ich komme nicht dazu.

»Wenn nur …« – Wenn nur das Unternehmen etwas ändern würde!

»Was ist, wenn …« – Was ist, wenn unser Konzept scheitert?

Deine Verantwortung

Um aus der Opferrolle auszubrechen, spielt die innere Haltung eine zentrale Rolle. Das Mindset, mit dem wir Situationen wahrnehmen und darauf reagieren, liegt in unserer Verantwortung. Die nachfolgende Liste umfasst einige Beispiele dafür, wie Gegebenheiten als Chancen erkannt werden können, um Einfluss auf seine Kollegen und auf das gesamte Team zu nehmen.

Ich begreife Probleme als Möglichkeiten.

Ich löse Probleme, anstatt mich zu beschweren.

Ich höre meinem Gegenüber aktiv zu und versuche es zu verstehen.

Ich versuche empathisch zu sein und mich in die Perspektive meines Gegenübers hineinzuversetzen.

Ich gebe ernst gemeintes und sachliches Feedback.

Ich teile mein Wissen im Team.

Ich bin transparent in dem, was ich mache.

Ich bilde mich selbst weiter.

Ich versuche, gute Stimmung zu verbreiten.

Ich bin offen für Neues.

Ich versuche, über den Tellerrand zu blicken, um neue Perspektiven zu gewinnen und innovative Lösungen zu finden.

Ich helfe mit, Konflikte zu lösen.

Diese Liste beschreibt die Kernaussage dieses Kapitels und ließe sich wohl noch weiterführen. Es wird aber eines klar: Jeder kann und muss Verantwortung übernehmen, um das Team wachsen zu lassen. Wer alles auf andere abschiebt, bremst das Team und riskiert dessen Scheitern. Jedes Mitglied hat Einfluss auf den Erfolg oder den Misserfolg des Teams.

Es sind oft diese vermeintlichen Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Und jeder von uns hat es selbst in der Hand, sie umzusetzen.

Sich stetig verbessern

Teams können sich kontinuierlich entwickeln, indem sie in kurzen Zyklen, sogenannten Iterationen, arbeiten. Dieses Prinzip ist aus der agilen Arbeitsweise bekannt und basiert auf dem sogenannten PDCA-Zyklus, der in der nachfolgenden Abbildung »PDCA-Zyklus« visualisiert ist. Dieser Zyklus wird immer wieder durchlaufen. Entscheidend ist die vierte Phase: das gemeinsame Reflektieren und Auswerten der Zusammenarbeit. Dadurch wird es dem Team ermöglicht, zu wachsen und den gesamten Gestaltungsspielraum auszunutzen und zu erweitern.

Die vier Phasen im Überblick:

  1. Planen, orientieren und entscheiden (Plan): Was ist zu tun? Das Team plant Aufgaben, orientiert sich an Unternehmenszielen und setzt Prioritäten.
  2. Durchführen (Do): Die Aufgaben, auf die sich das Team geeinigt hat und zu denen es sich verpflichtet hat, werden umgesetzt.
  3. Überprüfen (Check): In dieser Phase werden die Ergebnisse der Implementierung bewertet und es wird analysiert, ob die durchgeführten Maßnahmen die gewünschten Ergebnisse gebracht haben. Die zentrale Frage dabei ist, ob das Ziel erreicht wurde.
  4. Reflektieren und Konsequenzen ziehen (Act oder Adapt): Was hat das Team erreicht? Was hat das Team nicht erreicht? Was soll in Zukunft geändert oder neu gedacht werden? Das Team reflektiert, zieht Konsequenzen und passt Maßnahmen an, um sich zu verbessern. Da in diesem Zusammenhang oft von Anpassungen (Adaptionen) die Rede ist, wird diese Phase auch gerne als »Adapt« bezeichnet.

Idealerweise dauert dieser Zyklus zwischen zwei und vier Wochen. Dadurch gelingt es, kurzfristige Änderungen leichter umzusetzen und mit jeder Iteration Prozesse und Arbeitsweisen anzupassen und zu optimieren. Das Team überprüft immer wieder konsequent, ob es die richtigen Dinge auch richtig tut. Durch den regelmäßigen Erfahrungsaustausch und das Feedback in der abschließenden vierten Phase schafft es das Team, kontinuierlich zu wachsen.

Portia Nelson, Songwriterin und Künstlerin, fasste den iterativen Lernprozess bereits in den 1970er-Jahren in einer wunderbaren Parabel als »Autobiografie in fünf Kapiteln« zusammen. Sie zeigt den Lernprozess und das stetige Wachsen nach jedem gemachten Fehltritt. Fehler sollen erlaubt sein, wenn die Offenheit dafür besteht, daraus zu lernen.

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