Was tun, wenn alles mit allem zusammenhängt?

Wer versucht, die Komplexität eines Unternehmens durch noch mehr Regeln und noch mehr Informationen zu beherrschen, baut ein Kartenhaus im Sturm. Wenn alles mit allem zusammenhängt, hilft kein Mikromanagement, sondern nur eine robuste Orientierungs-Architektur. Wir müssen den Fokus verschieben: Weg von den einzelnen Experten-Silos, hin zu den Zwischenräumen – dorthin, wo die Teile interagieren.

The system is more than the sum of its parts; it is the product of their interaction.

Russell Lincoln Ackoff (1919–2009), amerikanischer Organisationstheoretiker

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In einer komplexen und dynamischen Unternehmenswelt, in der alles mit allem verbunden scheint, müssen wir uns fragen: Wie können Führungskräfte und Mitarbeitende trotz der Vielzahl an Informationen und Zusammenhängen die Orientierung über alle Ebenen hinweg behalten? Wie können sie die Dominanz der eigenen, meist fachlich geprägten Perspektiven überwinden? Wie können sie relevante Informationen sinnvoll erfassen, um daraus ihr Handeln abzuleiten? Wie können sie sich schnell und reibungsarm mit anderen Beteiligten abstimmen?

Viele Themen passen heute nicht mehr in das klassische Informationskorsett einer hierarchischen und weitgehend über Finanzkennzahlen gesteuerten Organisation. Das Puzzle, das die typischen Themenfelder aus dem Business abbildet, macht das Dilemma deutlich.

Die zentrale Herausforderung angesichts dieser Vielzahl von Themen besteht darin, dass viele Organisationen in klassischen Silostrukturen aufgestellt sind. Der Maßstab für Erfolg ist oftmals die Einhaltung finanzieller Vorgaben in den einzelnen Silos. Das begünstigt isolierte Perspektiven und Problemlösungen und verhindert den Blick auf das größere Ganze. Lokale Optima führen nie zu einem Gesamtoptimum. Führungskräfte und Mitarbeitende sind gezwungen, die alltäglich auftretenden Paradoxien individuell zu bewältigen. Das ist für die Akteure nicht nur zeitaufwendig, sondern auch belastend. Durch diese Vorgehensweise steigen die innere Komplexität und Bürokratie des Unternehmens. Entscheidungen können nicht gut auf die unterschiedlichen Belange abgestimmt werden. Es ist also wichtig, diese überflüssigen mentalen und bürokratischen Belastungen zu reduzieren.

Zu jedem dieser einzelnen Puzzlestücke stehen heute exzellente Methoden und Werkzeuge zur Verfügung. Um sie jedoch wirksam einsetzen zu können, müssen sie inhaltlich verbunden und aufeinander abgestimmt werden. Erst im sinnvollen Zusammenspiel kann ein hervorragendes Ergebnis entstehen.

Eine gesamtheitlich ausgerichtete Unternehmensführung benötigt daher eine Architektur, die Vernetzungen sichtbar und Themen anschlussfähig macht. Damit wird ein Kontext geschaffen, der wirksames Handeln ermöglicht. Erweitert um Dimensionen zur Beobachtung und Steuerung des Unternehmens, entsteht so ein System, das vernetztes Denken und abgestimmtes Handeln gezielt unterstützt.

Das von uns entworfene NeBOS-Modell (New-Business-Operation-System) mit seiner Unternehmenslandkarte bietet eine universelle Lösung, mit der sich die Beziehungen zwischen den Unternehmenselementen und -funktionen erkennen lassen. Die Unternehmenslandkarte macht die entsprechenden Kontexte und Verbindungen sichtbar und bietet Orientierung, selbst wenn einige Details nur für die direkt Betroffenen offensichtlich sind.

Die Unternehmenslandkarte als Basis für zielgerichtetes Handeln der Mitarbeitenden,

  • eine inhaltliche Ausrichtung vom Purpose bis zum Maschinenraum – die Gesamtarchitektur des NeBOS-Modells,
  • das Modell im Spannungsfeld von externen Kräften,
  • die Gestaltung einer kundenfokussierten Aufstellung,
  • die Anordnung von Inhalten (als notwendigen Kontext) mit den entsprechenden Verbindungen,
  • die Einführung von sechs Dimensionen zur umfassenden Beobachtung und Steuerung einer horizontal gestalteten Netzwerkorganisation,
  • ein digitales Fundament.

Anhand von Beispielen und geeigneten Reflexionsfragen werden wir die typischerweise in Unternehmen vorhandenen Elemente und Funktionen in ihrer Vernetzung erschließen, durchdringen und zuordnen. Im Ergebnis haben Sie so mit Papier und Bleistift den ersten Entwurf Ihrer spezifischen Unternehmenslandkarte erstellt.

In einer Welt, in der alles mit allem zusammenhängt, braucht es ein System, das Klarheit schafft, Verbindungen sichtbar macht und gemeinsames Handeln ermöglicht. Das NeBOS-Modell ist Ihr Kompass inmitten wachsender Komplexität. Zusammen mit Ihren Mitarbeitenden können Sie das Modell mit Struktur und Inhalt füllen.

Wie stellen Sie angesichts komplexer interner und externer Vernetzungen sicher, dass Ihre Führungskräfte und Mitarbeitenden die für qualifizierte Entscheidungen und Handlungen relevanten Zusammenhänge auch wirklich einbeziehen?

Warum braucht es eine Unternehmenslandkarte?

Gemeinsame Orientierung entsteht, wenn Strukturen, Zusammenhänge und aktuelle Informationen für alle sichtbar und kommunizierbar werden. Die Unternehmenslandkarte ermöglicht dies.

Data is not information, information is not knowledge, knowledge is not understanding, understanding is not wisdom.

Clifford Stoll (*1950), US-amerikanischer Astronom und Publizist

Wir alle nutzen im Alltag digitale Landkarten zur Orientierung. So finden wir selbst abgelegene Orte, können weltweit durch Megacitys navigieren und erhalten Zugang zu relevanten Informationen und Bewertungen. Mit digitalen Landkarten bewältigen wir einen Großteil unserer alltäglichen Herausforderungen. Es liegt also nahe, das Prinzip der Landkarte auch auf die Unternehmenswelt anzuwenden.

Eine Unternehmenslandkarte und noch viel stärker eine digitale Unternehmenslandkarte kann heute eine solide Grundlage für gemeinsame Orientierung, gute Kommunikation und zielgerichtete Zusammenarbeit schaffen. Sie bietet einen strukturierten Überblick und verknüpft Inhalte und Beziehungen so, dass sich die Unternehmensrealität zwar in vereinfachter, aber aussagekräftiger Form darstellen lässt. Im Englischen heißt es treffend »The map is not the territory!«  oder übersetzt: eine Landkarte ist zwar nicht die Landschaft, aber eine Landkarte bietet einen Überblick, ohne jedes Detail, ohne jeden Baum oder Strauch, abzubilden. Ziel der digitalen Unternehmenslandkarte ist es, Transparenz zu schaffen, ohne in Detailfülle zu ersticken.

Wir Menschen organisieren unsere Gedanken und Handlungen anhand von strukturierten Modellen, die uns Orientierung geben. Ohne eine gemeinsam verstandene Unternehmensstruktur entstehen in den Köpfen Ihrer Mitarbeitenden individuelle Landkarten. Das führt unweigerlich zu Missverständnissen und Kommunikationsproblemen. Es fehlt eine gemeinsame Perspektive auf die Sachverhalte im Unternehmen. In modernen Unternehmen mit komplexen Verbindungen und Strukturen ist eine gemeinsame Orientierung auf und über alle Ebenen hinweg für den Unternehmenserfolg entscheidend.

Mit der Gestaltung und Einführung einer Unternehmenslandkarte stellen Sie Ihr Unternehmen vom Kopf auf die Füße. Das bedeutet: Sie nutzen das Bestehende und bauen es so um, dass es in einer komplexen Umgebung reibungsarm funktionieren kann.

Die Unternehmenslandkarte unterstützt alle Beteiligten darin, eine gemeinsame Sicht auf Ziele, Prozesse und Zuständigkeiten zu entwickeln. Hinzu kommen die aktuellen Informationen und die gemeinsam entwickelten Erkenntnisse zur jeweiligen Unternehmessituation, extern wie intern. Wie bei klassischen digitalen Landkarten lassen sich die einzelnen Informationselemente in der Karte mit Bewertungen und Kommentaren versehen. Das erfolgt nach einer Logik, die Richtigkeit und Wichtigkeit in den Fokus stellt. Unterschiedliche Vorstellugen über Lage wie Vorgehen lassen sich auf Basis von gemeinsamen Bildern und Fakten leichter ausräumen. Dieses ist ein nicht zu unterschätzender Nutzwert: Produktives Zusammenarbeiten wird gefördert, Informationsverluste werden vermieden und es entsteht ein gemeinsames Verständnis der Unternehmensrealität.

Die NeBOS-Unternehmenslandkarte visualisiert alle relevanten Informationen des Unternehmens und schafft damit Transparenz. Transparenz fördert Vertrauen und ist damit eine wichtige Voraussetzung für die Bewältigung komplexer Situationen. Sie stellt Mitarbeitenden die entscheidenden Kontexte innerhalb des Unternehmens sowie zu seiner Umwelt bereit. Das ist die Grundlage für eine gelingende Interaktion und ermöglicht wertschaffendes Handeln. Ein weiteres wesentliches Merkmal der NeBOS-Unternehmenslandkarte ist, dass sie verschiedene Perspektiven und Informationsquellen integriert. Sie bietet:

  • eine universelle Struktur, die mit ihren Elementen und Funktionen eine vergleichbare Gestaltung und Betrachtung aller Unternehmensbereiche ermöglicht;
  • eine dynamische Modellierung, damit sie sich flexibel an Unternehmensentwicklungen anpassen lässt;
  • die Möglichkeit zur Interaktion, indem Mitarbeitende Beiträge, Kommentare und Bewertungen abgeben können.

Damit bildet sie nicht nur den aktuellen Zustand des Unternehmens ab, sondern ermöglicht auch die dynamische Anpassung und Erweiterung von Strukturen und Informationen.

Tipps und Stolperfallen: Unternehmenslandkarte

  • Beachten Sie: Die Unternehmenslandkarte ist ein Werkzeug, das sich dynamisch weiterentwickelt.
  • Achten Sie auf die Konsistenz: Eine gute Landkarte integriert die verschiedenen inhaltlichen Aspekte mit typischen Mustern auf Basis einer stabilen Architektur.
  • Nutzen Sie interaktive Funktionen: Mitarbeitende sollen durch Beiträge zur Aktualisierung beitragen.

Die Unternehmenslandkarte ist wie eine gute Reisebegleitung: Sie zeigt den Weg, gibt Hinweise und lässt Raum für Überraschungen. Doch genauso wenig, wie eine Straßenkarte die Landschaft ersetzt, ersetzt die Unternehmenslandkarte den persönlichen Austausch. Ihre Stärke liegt darin, Orientierung zu bieten und Raum für Entwicklung zu lassen. Nutzen Sie dieses Potenzial und gestalten Sie die Karte gemeinsam mit Ihrem Team. Mit der Unternehmenslandkarte schaffen Sie einen Ort, an dem alle Mitarbeitenden mit dem Unternehmenssystem interagieren und optimal in ihrem Handeln unterstützt werden. Das schafft Klarheit und Transparenz und ist eine gute Grundlage für wirksames Handeln.

Reflexionsfragen:

  • Wie werden in Ihrem Unternehmen die relevanten Informationen und Themenfelder für Führungskräfte und Mitarbeitende übersichtlich und strukturiert dargestellt?
  • Wie können sich Ihre Führungskräfte und Mitarbeitenden die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Themenfeldern beziehungsweise Kontexten im Unternehmen erschließen?
  • Wie stellen Sie sicher, dass ihre Teams über alle Ebenen hinweg auf derselben Informationsbasis und mit einem einheitlichen Verständnis zusammenarbeiten können?
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