Wenn wir aufhören, Macht nur als Instrument der Unterdrückung oder des Eigennutzes zu sehen, dann öffnen sich neue Räume: Macht als Gestaltungskraft. Macht als Verantwortung. Macht als Beitrag. Denn ja: Macht kann korrumpieren, aber sie kann auch etwas bewegen und ermöglichen. Die Frage lautet daher nicht, ob wir Macht nutzen – sondern wie.
Die Frage lautet daher nicht, ob wir Macht nutzen – sondern wie. Um das zu erreichen, was uns wichtig ist.
- Macht nicht für Status, sondern für Sinn einsetzen: Führung wird dann kraftvoll, wenn sie aus einer Vision heraus entsteht. Wenn Entscheidungen nicht dem Ego dienen, sondern einer Idee, die größer ist als man selbst.
- Macht teilen, um ihre Wirkung zu verstärken: Wer andere zur Mitgestaltung befähigt, multipliziert seine Wirksamkeit. Macht, die geteilt wird, ist daher kein Verlust, sondern eine nachhaltige Investition.
- Macht sichtbar machen, ohne sich zu verstecken: Viele Frauen scheuen sich davor, ihre Autorität klar zu zeigen. Doch wer seine Verantwortung kennt, darf die eigene Position auch sichtbar vertreten.
- Macht einsetzen, um Räume zu öffnen: Macht kann neue Zugänge ermög-
- lichen – für andere Frauen, neue Perspektiven oder Diversität. Indem Netz-werke erweitert werden, können sich starre Systeme allmählich verändern.
- Macht mit Menschlichkeit verbinden: Macht muss nicht hart sein. Sie kann klar und gleichzeitig empathisch sein. Wenn wir zuhören, Entscheidungen erklären und Verantwortung übernehmen, leben wir eine Form von Macht, die Vertrauen schafft – nicht Angst.
Wenn Frauen beginnen, Macht bewusst für sich, ihre Teams, ihr Unternehmen und eine bessere Zukunft zu nutzen, dann entsteht eine neue Führungsrealität. Eine, in der wirtschaftliche Ziele Hand in Hand mit sozialer Verantwortung gehen. Eine, in der Erfolg nicht auf Kosten anderer entsteht, sondern durch gemeinsame Kraft.
Sinn braucht MachtViele Frauen, die zu mir ins Coaching kommen, sagen einen Satz, der sich wie ein roter Faden durch alle Gespräche zieht: »Meine Arbeit soll Sinn machen.« Und ja, die Frage nach dem Wozu wird immer lauter. Aber Sinn ist kein Nebenprodukt. Sinn entsteht nicht, wenn wir uns in Zurückhaltung üben, sondern nur, wenn wir aktiv gestalten. Es gilt also, die Macht zu ergreifen. Nicht im Sinne von Ego oder Ellbogen, sondern Einfluss und Verantwortung.
Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, meinen wir heute längst nicht mehr nur den ökologischen Fußabdruck. Wir meinen auch soziale Nachhaltigkeit: Wie gehen wir mit Menschen um? Wer bekommt Chancen? Es geht auch um ökonomische Nachhaltigkeit: Wie gestalten wir Wirtschaft so, dass sie langfristig tragfähig, gerecht und menschlich bleibt? In diesen Spannungsfeldern entstehen neue Räume für Frauen: Die, die Sinn suchen, dürfen auch Strukturen verändern. Die, die Gutes bewirken wollen, dürfen auch Geld verdienen, Netzwerke aufbauen und Einfluss nehmen. Macht ist das Werkzeug, mit dem wir Sinn in Systeme tragen können. Gerade in transformierenden Zeiten von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz braucht es neue Stimmen, andere Sichtweisen und echte Leaderinnen. Frauen, die Macht nicht meiden, sondern sie mit Sinn füllen.
Macht ist nicht
das Problem,
ihr Missbrauch ist es.
Empowerment
Empowerment bedeutet wörtlich: Ermächtigung. Gemeint ist damit nicht jemand, der dir die Macht gibt, sondern du selbst bist es, die diese innere Kraft annimmt. Du erkennst deinen Einfluss, deine Handlungsspielräume und deine Stimme. Für weibliche Führungskräfte bedeutet Empowerment: sich selbst führen, bevor man andere führt. Zu wissen, wofür man steht und was einem wichtig ist, welche Grenzen gelten und welche Ziele angesteuert werden. Empowerment heißt auch, sich von limitierenden Glaubenssätzen zu befreien: »Ich bin nicht gut genug« – »Ich darf nicht anecken« – »Ich muss mehr leisten, um gesehen zu werden«. Es geht darum, selbstbewusst die Bühne zu betreten und sich sichtbar zu machen. Die eigene Meinung zu sagen und für sich einzustehen. Nur wenn wir unsere inneren Zweifel hinterfragen, können wir damit beginnen, unsere Geschichte neu zu schreiben.
Empowerment ist auch immer eine kollektive Bewegung. Echte Macht entsteht dort, wo wir andere Frauen mitziehen, inspirieren und stärken. Dort, wo wir Gestaltungsräume erkennen – und ganz bewusst nutzen. Empowernde Frauen nehmen an vielen Stellen Einfluss – innerhalb von Teams, in den Unternehmen und in der Gesellschaft. Einfach, weil sie etwas verändern möchten.
Empowerment heißt nicht, immer stark zu sein. Vielmehr geht es darum, die verschiedenen Gesichter von Macht zu kennen und zu wissen, auf welchen Wegen wir zu unserer Kraft zurückfinden. Und ja: Macht darf weiblich sein – und genau darin liegt ihre Stärke.

Ute Zischinsky begleitet Führungskräfte auf dem Weg zu einer stimmigen, authentischen Führungspersönlichkeit. Besonders am Herzen liegt ihr die Förderung von Frauen, die lernen wollen, Selbstzweifel zu überwinden und mutig ihre Ziele zu erreichen. Geboren 1975, startete sie ihre Karriere im Hotelmanagement. Heute wirkt sie mit dem klaren Anliegen, souveräne und empathische Führung zu stärken und weibliches Potenzial in die Welt zu bringen.

