Die dreistufige PR-Rakete BusinessVillage - Verlag für die Wirtschaft

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Die dreistufige PR-Rakete

Hank R.

08.10.2009 ·  Es gibt PR-Methoden, die dürften selbst abgezockten Profis noch ein gewisses Maß an Bewunderung abnötigen. Das bislang letzte Beispiel dafür haben 15 mehr oder weniger bekannte Journalisten sowie Internetberater abgeliefert, darunter Sascha Lobo. Ob das alles so geplant war? Wer weiß. Zumindest hat ihre dreistufige PR-Rakete sich einen Platz im Lehrbuch „So geht es auch!“ verdient, denn sie entfaltete ziemliche Aufregung und Wirkung. Aber alles der Reihe nach.

Hank R.

Hank R. Wir halten es für große Kunst – unser tägliches Treiben in den PR-Agenturen und Pressestellen des Landes. Doch wie kommt unsere Arbeit draußen an? Eine Edelfeder rechnet mit dem Wahnsinn des Medien- und PR-Geschäfts ab. Alle 14 Tage im PR-Professional. » http://www.pr-professional.de

Es begann damit, dass die Autorinnen und Autoren ein 17 Punkte umfassendes „Internet-Manifest“ publizierten, an dem so gut wie gar nichts stimmte: Es war kein Manifest, sondern eine lose Thesensammlung. Es enthielt viel Selbstbezügliches („16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.“), einigen Nonsens („3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.“), kam dafür aber umso breitbeiniger daher. Was mich zur ersten Lektion bringt: Es ist für die Wirksamkeit einer Kampagne selbst dann vollkommen egal, ob sie Qualität hat, wenn sie antritt, um Qualität zu propagieren.

In der nächsten Runde pusteten einige der Beteiligten die Adresse des Manifests so lange via Twitter, Facebook und Blogs in die Welt, bis der Internet-Aufmerksamkeits-Mogul Jeff Jarvis (ca 25.500 Abonnenten, aktuelles Buch „Was würde Google tun?“) auf die Deutschen aufmerksam wurde. Und sämtliche 17 Thesen einzeln durchtwitterte. Jetzt war die Hölle los und das Manifest Gegenstand aberwitzig vieler Antworten, Verlinkungen und wütender Attacken. Zweite Lektion: Dass im Netz die Luzi abgeht, klappt auch ohne eine einzige Zeile Gedrucktes. Es reicht, wenn man den Richtigen kennt.

In der dritten Phase wiederum wurde das Manifest in Windeseile in (mittlerweile) 16 Sprachen übersetzt, ohne dass die Autoren auch nur einen Strich an jenem Text geändert hätten, in dem sie großmundig verkündeten, die neue Form des Journalismus lebe vom Dialog mit den Lesern. Was mich (und hier beginnt die Spekulation) zur dritten Lektion bringt: Wenn man es richtig anstellt, debattieren die Leute über den Inhalt von einem Papier, das in Wahrheit einem anderen Zweck dient: Sich als Berater für all jene Medien ins Gespräch zu bringen, denen man im Manifest den Tod vorhersagt. Das nenne ich schlicht und einfach genial.

Und ich bin, ohne dass ich es verhindern könnte, ebenfalls Teil dieser Kampagne! Indem ich nämlich hier 2.500 Zeichen über einen achtlos zusammengefrickelten Text schreibe, wird der eine oder andere meiner Leser auf die oben zitierte Seite surfen und sich die 15 Namen etwas genauer ansehen. Womit meine Einstiegsthese nochmals aufs Schönste belegt wäre.

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