{"id":563,"date":"2008-09-11T16:48:43","date_gmt":"2008-09-11T14:48:43","guid":{"rendered":"https:\/\/test.businessvillage.de\/blog\/2008\/09\/11\/wirtschaftsfaktor-rhetorik-theorie-und-praxis-des-menschlichen-sprachgebrauchs\/"},"modified":"2021-06-24T10:55:44","modified_gmt":"2021-06-24T08:55:44","slug":"wirtschaftsfaktor-rhetorik-theorie-und-praxis-des-menschlichen-sprachgebrauchs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.businessvillage.de\/blog\/wirtschaftsfaktor-rhetorik-theorie-und-praxis-des-menschlichen-sprachgebrauchs\/","title":{"rendered":"Wirtschaftsfaktor Rhetorik: Theorie und Praxis des menschlichen Sprachgebrauchs"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rhetorik, die Theorie und Praxis des menschlichen Sprachgebrauchs, geh\u00f6rte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zum Ausbildungskanon aller abendl\u00e4ndischen Kulturen. Jeder gebildete Europ\u00e4er war mit den rhetorischen F\u00e4higkeiten der alten Griechen vertraut und verf\u00fcgte wenigstens \u00fcber ein diesbez\u00fcgliches Grundwissen. Rhetorische Gewandtheit war nicht nur eine zwingende Voraussetzung, um h\u00f6here Positionen zu bekleiden, mit rhetorischen Kenntnissen sollte vor allem auch das eigene Denken geschult und optimiert werden. Inzwischen ist wissenschaftlich bewiesen, dass sprachliche F\u00e4higkeiten eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr die intellektuelle Entwicklung eines jeden Menschen sind.<\/strong><\/p>\n<p>Rhetorik, die Theorie und Praxis des menschlichen Sprachgebrauchs, geh&ouml;rte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zum Ausbildungskanon aller abendl&auml;ndischen Kulturen. Jeder gebildete Europ&auml;er war mit den rhetorischen F&auml;higkeiten der alten Griechen vertraut und verf&uuml;gte wenigstens &uuml;ber ein diesbez&uuml;gliches Grundwissen. Rhetorische Gewandtheit war nicht nur eine zwingende Voraussetzung, um h&ouml;here Positionen zu bekleiden, mit rhetorischen Kenntnissen sollte vor allem auch das eigene Denken geschult und optimiert werden. Inzwischen ist wissenschaftlich bewiesen, dass sprachliche F&auml;higkeiten eine wichtige Voraussetzung f&uuml;r die intellektuelle Entwicklung eines jeden Menschen sind.<\/p>\n<p>Dennoch ist die Rhetorik aus den Lehrpl&auml;nen und damit auch aus den K&ouml;pfen der Allgemeinheit zun&auml;chst verschwunden. Was nun &uuml;ber lange Zeit nur f&uuml;r wenige Spezialisten von Interesse war, wurde vor einigen Jahrzehnten auch von einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit wieder aufgegriffen. Einen entscheidenden Beitrag f&uuml;r das neue Interesse an der Rhetorik leistete die Wirtschafts- und Gesch&auml;ftswelt. Denn mit der zunehmenden Komplexit&auml;t der unternehmerischen Kommunikationsprozesse wurde zugleich auch die Bedeutung der Rhetorik neu entdeckt. Es wurde erkannt, dass Sprache &ndash; und dabei nicht nur das gesprochene Wort &ndash; bei allen gesch&auml;ftlichen Beziehungen und Aktionen eine entscheidende Rolle spielt. Parallel dazu musste festgestellt werden, dass nur wenige Menschen &uuml;berhaupt dar&uuml;ber nachdenken, wie sie eigentlich kommunizieren. Ein erstaunlicher Umstand, wenn man nur bedenkt, dass unser gesamtes Leben ganz erheblich von der eigenen und fremden Kommunikation gepr&auml;gt ist. Aus dem mangelnden Kommunikationsbewusstsein ergibt sich eine unerfreuliche Folgewirkung, denn zahlreiche <a class=\"wpil_keyword_link \" href=\"\/blog\/category\/kommunikation\/konflikte-loesen\/\"  title=\"Konflikte\" data-wpil-keyword-link=\"linked\">Konflikte<\/a> sind in erster Linie auf eine schlechte Kommunikation zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Dass hei&szlig;t aber auch, viele Konflikte lassen sich durch einen bewussten und effektiven Umgang mit Sprache aus dem Weg r&auml;umen. Und mit einer guten Kommunikation, die St&ouml;rfaktoren weitestgehend reduziert, sind Zielsetzungen nahezu jeder Art schneller und m&uuml;heloser erreichbar.<\/p>\n<p>Die Sprache dient prim&auml;r dem Zweck, Informationen auszutauschen. Oder besser: Die Sprache sollte dazu dienen, Informationen auszutauschen und bestimmte Sachverhalte den anderen verst&auml;ndlich zu vermitteln. H&ouml;rt man jedoch mal genau hin, was und wie gesprochen wird, zeigt sich, dass vermutlich der Gro&szlig;teil des Wortaussto&szlig;es der Menschheit aus informationsfreiem Geplauder und leerem Gerede besteht. Jedenfalls sind wir oft weit davon entfernt, die eigene Sprache zielgerichtet einzusetzen. Wenn es schon an Achtsamkeit hinsichtlich der Wortwahl fehlt, liegt nahe, dass ein bewusster Einsatz nonverbaler Sprachelemente zumeist v&ouml;llig vernachl&auml;ssigt bleibt. Was nun in bestimmten Momenten vielleicht auch nicht weiter tragisch ist, verhindert im Berufsleben (aber nicht nur da) h&auml;ufig einen erfolgreichen Verlauf von wichtigen Gespr&auml;chen und Verhandlungen. Gesprochen wird zwar viel, doch von tats&auml;chlich effektiver Kommunikation sind wir allzu oft sehr weit entfernt. Oder denken Sie regelm&auml;&szlig;ig dar&uuml;ber nach, wie es um Ihren Wortschatz bestellt ist, wie Sie Worte zu Argumenten zusammensetzen, wann Ihre Stimme wie klingt, welche Gestik und Mimik Sie an den Tag legen &ndash; und inwiefern das alles mit Ihrer eigenen Person und Ihrem Selbstbild korrespondiert? Und denken Sie auch noch daran, welches Bild sich wohl Ihre Mitmenschen von alledem machen? Das individuelle Sprachverhalten (das &#8211; wie hier schon angedeutet wurde &#8211; aus weitaus mehr Elementen besteht als nur aus den Worten selbst) bestimmt dabei nicht nur die eigene Pers&ouml;nlichkeit &ndash; mit der Art und Weise des Kommunizierens wirken wir immer auch auf andere. Die Sprache vermittelt also nicht nur Sachverhalte, sie ist zugleich die Visitenkarte eines jeden Menschen.<\/p>\n<p>Ganz unabh&auml;ngig von etwaigen Fremdsprachenkenntnissen, sprechen wir alle mehrere Sprachen. Und diese auch noch gleichzeitig. Neben den Worten selbst steht uns ein ganzes Arsenal nonverbaler Kommunikationsmittel zur Verf&uuml;gung. Die nonverbalen Elemente sind dabei, was oft vergessen wird, nicht weniger aussagekr&auml;ftig als die gesprochenen Worte. Selbst unscheinbare Signale dieser Art, die wir kaum bewusst wahrnehmen und noch seltener bewusst einsetzen, k&ouml;nnen mitunter umfangreiche Botschaften vermitteln. Oft wissen Sie schon den Blick eines gut vertrauten Menschen auf der Stelle zu deuten &ndash; Sie erkennen sofort, in welcher Stimmung er sich gerade befindet, ohne dass nur ein Wort gewechselt wurde. Die nonverbalen Sprachelemente verst&auml;rken und lenken das Verst&auml;ndnis der gesprochenen Worte, das Verbale kann aber auch im heftigen Kontrast zum Nonverbalen stehen. Wer bspw. mit versteinerter Miene &bdquo;Ich freue mich wirklich sehr&ldquo; sagt, ruft unweigerlich Irritationen hervor. Die Aussage der gesprochenen Worte widerspricht hier ganz deutlich den parallel ablaufenden nonverbalen Signalen. Der Empf&auml;nger einer solchen Botschaft, die auf zweierlei gegens&auml;tzlichen Ebenen kommuniziert wird, ist also gezwungen, die gemeinte Aussage richtig zu interpretieren. Missverst&auml;ndnisse bleiben dabei oft nicht aus.<\/p>\n<p>Unser komplexes und &uuml;beraus vielf&auml;ltiges Sprachsystem scheint manchmal geradezu darauf angelegt, Missverst&auml;ndnisse zu produzieren. Denn unsere Sprache ist nicht immer wirklich logisch, sie gehorcht vielmehr eigent&uuml;mlichen Gesetzen: W&auml;hrend einer Arbeitspause, machen Sie Pause von der Arbeit, w&auml;hrend einer Zigarettenpause machen Sie aber keine Pause von den Zigaretten &ndash; das Gegenteil ist der Fall. Und wie steht es bei einer Denkpause? Wie auch immer, viele Worte verstehen und gebrauchen wir intuitiv richtig, nur ist das l&auml;ngst nicht immer der Fall. Obwohl das unverd&auml;chtig erscheinende Wort &bdquo;Br&uuml;cke&ldquo; tats&auml;chlich mit mindestens 16 unterschiedlichen Bedeutungen aufwarten kann, wissen wir doch meistens, welche gerade gemeint ist (das Bauwerk, der Zahnersatz, die Kommandobr&uuml;cke eines Schiffes, die Turn&uuml;bung usw. usf.). Sehr oft sind es dabei &uuml;beraus subtile Randbedingungen, die das tats&auml;chlich Gemeinte von falschen Interpretationen unterscheiden.<\/p>\n<p>In einer Anekdote wird von einem zum Tode verurteilen Mann berichtet, der bis zuletzt seine Unschuld beteuerte. Vor der Vollstreckung des Urteils trifft ein Telegramm des zust&auml;ndigen Richters ein, nur hat der Richter vergessen, das Komma zu setzen. Auf dem Zettel steht: &bdquo;Wartet nicht h&auml;ngen!&ldquo; Je nachdem, welchen Ausgang der Geschichte Sie bevorzugen, k&ouml;nnen Sie selbst entscheiden, ob die Anweisung &bdquo;Wartet, nicht h&auml;ngen!&ldquo; oder &bdquo;Wartet nicht, h&auml;ngen!&ldquo; hei&szlig;en soll.<\/p>\n<p>Nun geht es im Berufsleben nicht wirklich um Leben und Tod, doch Missverst&auml;ndnisse treten gerade dort auf, wo viel (und in Eile) kommuniziert wird. Kommt es zu Fehlinterpretationen, kosten sie schlie&szlig;lich Zeit, Arbeit und letztendlich auch Geld. In nahezu jedem Unternehmen hei&szlig;t es fr&uuml;her oder sp&auml;ter: &bdquo;Der Kommunikationsprozess muss verbessert werden.&ldquo; Und nicht selten werden Fehler auf &auml;hnliche Weise entschuldigt: &bdquo;Offensichtlich gab es Kommunikationsst&ouml;rungen&#8230;&ldquo;. Manchmal ist es eher die Regel als eine Ausnahme, dass die Abteilung A nicht wei&szlig;, was die Abteilung B macht und ein Mitarbeiter keine Ahnung hat, &uuml;ber welchen Informationsstand ein anderer verf&uuml;gt. Solche bedauernswerten Umst&auml;nde resultieren aus einer ineffektiven Kommunikation von Informationen. Nimmt man derartige Missst&auml;nde und z&auml;hlt nun noch den Schaden hinzu, der durch falsch gef&uuml;hrte Gespr&auml;che und Verhandlungen entsteht, wird klar, dass der Wirtschaft tats&auml;chlich Unsummen verloren gehen, allein weil mit der Sprache unbesonnen umgegangen wird. Und gerade in Zeiten einer schlechten wirtschaftlichen Gesamtsituation w&auml;re es nur vern&uuml;nftig, sich auf die ungenutzten Potenziale zu konzentrieren. Manchmal verst&auml;rkt die Angst um den Arbeitsplatz aber nur den Unwillen zur Kommunikation. &bdquo;Schreib nie etwas auf, sag nichts, gib keine Informationen weiter &ndash; mach alles selbst!&ldquo; Dieser &bdquo;Trick&ldquo; soll tats&auml;chlich helfen, die eigene Position im Unternehmen zu festigen. Schlechte Kommunikation resultiert also nicht nur aus reiner Unachtsamkeit, sie kann geradezu vors&auml;tzlich ins Spiel kommen &ndash; insbesondere in Verhandlungen ist dies fast schon zur Methode geworden.<\/p>\n<p>Man kann Worte manipulieren und mit Worten andere manipulieren. Beides ist mit rhetorischen Kenntnissen m&ouml;glich. Ein wirklich versierter Rhetoriker will aber pr&auml;zise Informationen austauschen und mit Argumenten &uuml;berzeugen und eben keine manipulierenden Tricks einsetzen. Dies ist nicht nur eine Frage des guten Stils, sondern hat auch einen ganz pragmatischen Grund, den der fr&uuml;here amerikanische Pr&auml;sident (und gl&auml;nzende Rhetoriker) Abraham Lincoln &uuml;beraus treffend formulierte:<\/p>\n<p>Sie k&ouml;nnen die Menschen eine Zeit lang t&auml;uschen; Sie k&ouml;nnen sogar einige Menschen die ganze Zeit t&auml;uschen; Sie k&ouml;nnen aber nicht alle Menschen die ganze Zeit t&auml;uschen.<\/p>\n<p>Dieser weise Satz trifft den Kern einer nachhaltig wirkungsvollen Rhetorik. Genau darum geht es. Die Besch&auml;ftigung mit dem Thema Rhetorik sollte dazu ermuntern, rhetorische Mittel bewusst und im Sinne einer fairen und partnerorientierten Kommunikation einzusetzen. Hiermit k&ouml;nnen nachhaltige Gespr&auml;chs- und Verhandlungserfolge erzielt werden &ndash; und zwar auch in wirklich brenzligen Situationen oder dann, wenn Ihr Gespr&auml;chspartner Sie &uuml;berrumpeln will. Denn mit einer Vergegenw&auml;rtigung der rhetorischen Prinzipien sind Sie gleichfalls in der Lage, jede Strategie Ihres Gegen&uuml;bers zu entlarven. Hierbei geht es nicht etwa darum, den anderen rhetorisch zu besiegen &ndash; das Ziel ist eine partnerschaftliche Gespr&auml;chsf&uuml;hrung, die die Interessen beider Seiten ber&uuml;cksichtigt. Dabei ist es absolut kein Widerspruch, die eigene Zielsetzungen konsequent zu verdeutlichen und auch zu erreichen.<\/p>\n<p>Der Vorteil einer partnerorientierten Kommunikation ist, dass Sie frei von Reibungsverlusten die eigenen Ziele effektiv erreichen, ohne es dabei n&ouml;tig zu haben, auf Kosten des Gespr&auml;chspartners zu agieren. Eine partnerorientierte Kommunikation bedingt grunds&auml;tzlich einen bewussten Umgang mit Sprache. Und wenn man genau hinschaut, ergeben sich daraus direkt noch weitere Effekte von nicht minder gro&szlig;er Tragweite. Denn so, wie sich die Sprache auf unser eigenes Denken auswirkt, wirken wir mit der Sprache auf andere Menschen. Die Sprache (in ihrer Gesamtheit betrachtet, also einschlie&szlig;lich der nonverbalen Elemente) ist der wohl wichtigste Faktor f&uuml;r unsere pers&ouml;nliche Ausstrahlung. Nackt, mit gebundenen H&auml;nden und sprachlos &ndash; das ist nichts weniger als ein echtes Alptraumszenario. Der Kleidung (ein nicht zu untersch&auml;tzendes Mittel der nonverbalen Sprache), Gesten und Worte beraubt, steht jeder Mensch absolut hilflos da. Bereits wenn uns in bestimmten Situationen einfach nur die Worte fehlen, sehen wir unsere eigene Souver&auml;nit&auml;t ersch&uuml;ttert. Wir kommen ins Wanken und bef&uuml;rchten, dass andere die Oberhand gewinnen, nur weil uns f&uuml;r einen Moment die F&auml;higkeit der Artikulation abhanden gekommen ist. Mit den rhetorischen F&auml;higkeiten eines Menschen steht und f&auml;llt seine ganze Ausstrahlung. Wer es versteht, sympathisch und zugleich souver&auml;n aufzutreten, hat in fast allen Bereichen des Lebens die gr&ouml;&szlig;ten Erfolgschancen. &ndash; L&auml;ngst wissen wir, dass die Entscheidung f&uuml;r oder gegen einen Bewerber um eine Position nicht nur von seinen fachlichen Qualit&auml;ten abh&auml;ngt. Das gesamte Erscheinungsbild, das auf uns positiv oder negativ wirkt, ist hier nicht minder wichtig. Oder der Erfolg und die Beliebtheit von Politikern &ndash; beides resultiert l&auml;ngst nicht allein aus den jeweiligen politischen Ansichten, wichtiger ist noch, wie gut oder schlecht sie es verstehen, sich selbst in Szene zu setzen. Und das Mittel hierf&uuml;r ist nat&uuml;rlich die Sprache.<\/p>\n<p>Ob es nun ein Bewerber um eine Position, ein Politiker auf Stimmenfang oder auch ein Verhandlungspartner ist, der seine Ziele durchsetzen will &ndash; in allen F&auml;llen entscheiden gerade die jeweiligen rhetorischen F&auml;higkeiten dar&uuml;ber, inwieweit wir uns f&uuml;r bestimmte Botschaften &ouml;ffnen oder verschlie&szlig;en. Nicht selten kommt es gar nicht mal so sehr darauf an, was genau eine Aussage beinhaltet &ndash; am wichtigsten ist immer, wie der Zuh&ouml;rer die Aussage wertet. Es gilt also, triftige Argumente zu finden, die beim Gegen&uuml;ber wirklich ankommen und hier auf offene Ohren sto&szlig;en. Das Hauptargument ist dabei die eigene Person: Ein Mensch, der insgesamt einen guten Eindruck auf Sie macht und Ihnen sympathisch ist, wird viel eher Ihre Zustimmung erhalten, als ein anderer, der Ihnen unsympathisch ist &ndash; dieser kann sich noch so sehr ins Zeug legen, seine Argumente werden kaum zu Ihnen durchdringen. Und genau dies macht die Rhetorik so bedeutend: Es bestehen unmittelbare Wechselwirkungen zwischen den rhetorischen F&auml;higkeiten eines Menschen und seiner pers&ouml;nlichen Ausstrahlung. Das eine bedingt zweifellos das andere. Wer sich der Macht der (verbalen und nonverbalen) Sprache bewusst ist und es versteht, mit dem Instrument Sprache virtuos umzugehen, st&auml;rkt damit immer auch das eigene Selbstbewusstsein. Und die eigene Souver&auml;nit&auml;t st&auml;rkt die pers&ouml;nliche Ausstrahlungskraft au&szlig;erordentlich. Der Erfolgsfaktor f&uuml;r gelungene Gespr&auml;che und Verhandlungen ist ein selbstbewusster und kontrollierter Einsatz der eigenen Pers&ouml;nlichkeit!<\/p>\n<p>Die sprachliche Kommunikation ist die wichtigste Form der menschlichen Interaktion. Wenn wir miteinander in Beziehung treten, geschieht dies in erster Linie mittels Sprache. Deshalb ist es immer auch die Sprache, mit der H&uuml;rden aufgebaut oder aber genommen werden. Wir wissen, dass insbesondere voreingenommene Meinungen dazu f&uuml;hren, dass Aussagen und Argumente zur&uuml;ckgewiesen werden oder einfach nicht beim Gespr&auml;chspartner ankommen. Die Rhetorik ist das Mittel, um die Gespr&auml;chs- und Verhandlungspartner f&uuml;r unsere Argumente zu &ouml;ffnen. Denn mit der Sprache beeinflussen wir die innere Einstellung unseres Gegen&uuml;bers und zugleich auch sein und unser eigenes Denken und Handeln. Ein bewusster Einsatz der Rhetorik erweitert dabei den eigenen Horizont und beseitigt st&ouml;rende Voreingenommenheiten. Rhetorische Kompetenz beinhaltet auch, aufmerksam auf die Signale der Gespr&auml;chs- und Verhandlungspartner zu achten, damit eine wirkungsvolle Kommunikation &uuml;berhaupt stattfinden kann.<\/p>\n<p>Erfolgreich wird unsere Kommunikation durch flexibles Denken, einer partnerorientierten Haltung und durch aufmerksames Zuh&ouml;ren. In diesem Rahmen lassen sich Gespr&auml;chsinhalte pr&auml;zise und wirkungsvoll &uuml;bertragen und Botschaften unserer Partner richtig interpretieren. Ein nachhaltiger Erfolg von Gespr&auml;chen und Verhandlungen ergibt sich dabei insbesondere durch eine faire Rhetorik, die unsaubere Methoden und Strategien ausklammert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rhetorik, die Theorie und Praxis des menschlichen Sprachgebrauchs, geh\u00f6rte bis zum Ende des 19. 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