{"id":1947,"date":"2020-05-20T08:00:00","date_gmt":"2020-05-20T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test-bv.gambiocloud.com\/blog\/2020\/05\/20\/unser-staerkstes-werkzeug\/"},"modified":"2023-02-21T16:19:09","modified_gmt":"2023-02-21T15:19:09","slug":"unser-staerkstes-werkzeug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.businessvillage.de\/blog\/unser-staerkstes-werkzeug\/","title":{"rendered":"Unser st\u00e4rkstes Werkzeug"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Erfolg kann es nur geben, wenn wir Niederlagen knallhart analysieren. Warum hat es nicht geklappt? Was kann man besser machen? Doch dieser konstruktive, offene Umgang ist eher selten. Vielmehr werden Fehler unter den Teppich gekehrt oder g\u00e4nzlich ignoriert. Ein Fehler, wie Markus Czerner meint. Erst die schonungslose Analyse sichert den nachhaltigen Erfolg &#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wahrer Erfolg funktioniert nur, wenn scheitern erlaubt ist und wir unsere Niederlagen knallhart analysieren, mit dem Ziel, uns zu verbessern. Nur so finden Wachstum und Entwicklung statt. Zu viele Menschen, aber auch zu viele Unternehmen nehmen sich jegliche Form von langfristigem Erfolg, weil Fehlversuche einfach ignoriert und unter den Teppich gekehrt werden. Dann wird ein Vorhaben eingestellt, weil es gescheitert ist, anstatt es einfach noch mal zu versuchen, inklusive der zahlreichen Informationen dar\u00fcber, warum Versuch Nummer eins ein Fehlversuch war. Oder aber, was noch viel schlimmer ist, es werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Uns Menschen ist es nicht m\u00f6glich, ohne Fehler zu leben. Und ohne Fehler gibt es auch keinerlei Weiterentwicklung. Durch den gesellschaftlichen Druck untersch\u00e4tzen wir zu sehr, wie viel wir aus unseren eigenen Fehlern lernen k\u00f6nnen. Dieser Druck f\u00fchrt dazu, dass wir nur einen Versuch unternehmen, unsere Ziele zu erreichen. Misslingt dieser Versuch, begraben wir unsere Ziele.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Scheitern Sie sich zum Erfolg<\/h2>\n\n\n\n<p>2015 hatte ich die Vision, ein Buch zu ver\u00f6ffentlichen und aus meiner Vision ist ein Ziel geworden. Das f\u00fchrte dazu, dass ich begonnen habe, an einem Manuskript zu arbeiten. Monatelang habe ich daran gearbeitet und ich habe unz\u00e4hlige N\u00e4chte durchgeschrieben. Zu der Zeit gab es f\u00fcr mich nur noch dieses Buch in meinem Leben, bis mein Manuskript fertig war. Ich habe mir die Adressen von allen Buchverlagen in Deutschland herausgesucht, egal ob bekannt oder unbekannt, bin zur Post gefahren und habe jedem Verlag mein Manuskript zukommen lassen. Ich konnte es kaum erwarten, zu erfahren, welcher Verlag mein Buch ver\u00f6ffentlichen m\u00f6chte. Jeden Tag habe ich, wie ein kleines Kind, voller Aufregung und Neugier in den Briefkasten geschaut, in der Hoffnung, dass die ersten positiven Antworten gekommen sind. Mit der Zeit kamen auch die ersten Antworten, nur leider keine positiven. Von den Verlagen, die sich die M\u00fche gemacht hatten zu antworten, bekam ich allesamt eine Absage. \u00bbSehr geehrter Herr Czerner, vielen Dank f\u00fcr die Zusendung Ihres Manuskriptes. Nach eingehender Pr\u00fcfung Ihrer Unterlagen m\u00fcssen wir Ihnen leider mitteilen, dass \u2026\u00ab \u2013 ich denke, den Rest kann ich mir sparen. Sie werden diese standardisierten Absagen aus einer Bewerbungsphase oder \u00c4hnlichem kennen.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" style=\"float:right;\">\r\n<div style=\"text-align:center;padding-left:20px;\">\r\n<h3>Das Buch zum Thema<\/h3>\r\n<a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/fail-good\/eb-1083.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/images\/product_images\/thumbnail_images\/1083.jpg\" alt=\"\"\/><\/a>\r\n<\/br style\"clear:both;\">\r\n<a  href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/fail-good\/eb-1083.html\">\u00bb Mehr Infos<\/a>\r\n<\/div>\r\n<\/figure> \n\n\n\n<p>Ich war entt\u00e4uscht. Aber auch frustriert, besonders weil ich so viel Zeit und Arbeit investiert habe. Aber alle Absagen konnten nichts daran \u00e4ndern, dass ich mein Buch ver\u00f6ffentlichen wollte. F\u00fcr mich konnte es nur einen Grund geben, warum kein Verlag Interesse an meinem Manuskript hatte: Es war noch nicht gut genug. Also habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt und es \u00fcberarbeitet. Ich habe die B\u00fccher anderer Autoren gelesen, die \u00fcber \u00e4hnliche Themen geschrieben haben. Ich habe geschaut, was ich anders machen kann als sie und habe versucht, etwas zu finden, was mein Buch einzigartig macht. Monatelang habe ich an der \u00dcberarbeitung gesessen, bis mein \u00fcberarbeitetes Manuskript fertig war. Ich habe es wieder an Verlage geschickt, ungeachtet der Tatsache, dass sie mir vor ein paar Monaten alle Absagen haben zukommen lassen. Es war mir egal. Es war ja jetzt auch ein anderes Buch \u2013 ein besseres.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder nur Absagen. Wieder hatte kein Verlag Interesse an meinem Buch. Einige schickten mir sogar ein nettes Schreiben dazu, dass ich zuk\u00fcnftig davon absehen soll, ihnen ein Manuskript zu schicken. In deren Augen war ich wohl Spam. Frust, Entt\u00e4uschung, dieses Mal war aber auch eine geh\u00f6rige Portion Wut dabei. Gleichzeitig war da aber immer noch dieses Ziel, mein Buch zu ver\u00f6ffentlichen. Angetrieben von diesem Ziel habe ich nach Verlagen gesucht, die ich bei der ersten Recherche eventuell vergessen habe. Es dauerte nicht lange und ich bin tats\u00e4chlich auf einen kleinen und relativ unbekannten Verlag aufmerksam geworden, der auch noch kein Manuskript von mir erhalten hatte. Ich kontaktierte die Verantwortlichen und erz\u00e4hlte ihnen von meiner Buchidee. Sie waren begeistert. Ich schickte dem Verlag mein Manuskript und bekam nach einigen Wochen Feedback mit einigen \u00c4nderungsw\u00fcnschen. Gefolgt von dem Vermerk, dass wir den Buchvertrag unterschreiben k\u00f6nnen, sofern ich bereit bin, die \u00c4nderungen einzuarbeiten. F\u00fcr mich war das kein Problem, alle Anmerkungen waren nachvollziehbar. Ich war so gl\u00fccklich. So stolz. Endlich! Mein Buch war zum Greifen nahe. Ich arbeitete die \u00c4nderungsw\u00fcnsche ein und schickte dem Verlag das \u00fcberarbeitete und angepasste Manuskript. Zwei Tage sp\u00e4ter erhielt ich eine E-Mail: \u00bbHallo Herr Czerner, leider passen Ihre Inhalte nicht in unser Verlagsprogramm.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kam mir verarscht vor. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass es wahrscheinlich meine vorerst letzte Chance war, mein Buchprojekt zu realisieren und mein Ziel zu erreichen. In meinem Kopf begann sich der Gedanke breitzumachen, dass ich mein Ziel wohl nicht erreichen werde \u2013 und da waren sie wieder, die Worte meines Tennistrainers: \u00bbDamit du nicht vergisst, worauf es im Leben wirklich ankommt.\u00ab Immer versucht. Immer gescheitert. Egal. Versuch\u2019s wieder. Scheitere wieder. Scheitere besser. Mir war sofort klar, dass es auch dieses Mal nur einen Grund geben konnte, warum der Verlag mein Buch nicht wollte: Es war noch nicht gut genug.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chsten sechs Monate habe ich vor meinem Laptop gesessen und mein Manuskript \u00fcberarbeitet, zum gef\u00fchlt hundertsten Mal. Ich \u00e4nderte den Titel, die Zielgruppe, entschied mich, mehr Pers\u00f6nlichkeit in das Buch zu bringen und mehr \u00fcber mich zu schreiben. Als ich fertig war, habe ich es wieder an alle Verlage geschickt. Auch an diejenigen, die mich h\u00f6flich darum gebeten hatten, ihnen nichts mehr zu schicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach ein paar Tagen erhielt ich eine E-Mail von Herrn Hoffmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer vom BusinessVillage-Verlag: \u00bbAusdauer haben Sie ja!\u00ab Ich schrieb ihm zur\u00fcck, dass Ausdauer einer meiner Erfolgsfaktoren ist, worauf er nur antwortete: \u00bbLassen Sie uns einmal telefonieren.\u00ab Wir telefonierten, zwei Tage sp\u00e4ter hatte ich einen unterschriebenen Buchvertrag im Briefkasten und sechs Monate sp\u00e4ter hielt ich mein erstes Buch Alles Kopfsache in den H\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bbDurch das Scheitern will uns das Leben nur sagen, dass wir noch nicht gut genug sind.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nicht aufgeben lohnt sich \u2013 immer!<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich erz\u00e4hle Ihnen die Story nicht, um anzugeben, oder damit Sie denken: \u00bbWas f\u00fcr ein toller Typ\u00ab. Ich erz\u00e4hle Ihnen die Story, damit Sie sehen, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben. Die meisten Menschen geben zu fr\u00fch auf, das habe ich im letzten Kapitel schon gesagt. Mal ehrlich, die meisten Menschen h\u00e4tten nach der ersten Absage aufgegeben und sich mit dem Scheitern abgefunden. Auf das Scheitern angesprochen kommen dann Aussagen zur\u00fcck, wie: \u00bbIch hatte einfach kein Gl\u00fcck\u00ab oder \u00bbDem Verlagsleiter passte bestimmt meine Nase nicht\u00ab. Zugegeben, es ist auch sch\u00f6n, wenn andere Schuld daran haben, dass wir nicht da sind, wo wir eigentlich gerne w\u00e4ren oder nicht das haben, was wir eigentlich gerne h\u00e4tten. Hauptsache, uns selbst trifft keine Schuld.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir unsere Niederlagen nicht analysieren, wie zum Teufel wollen wir dann besser werden?<br>Wenn uns immer alles auf Anhieb gelingt, wie wollen wir uns dann weiterentwickeln?<br>Wie wollen wir ein n\u00e4chsth\u00f6heres Niveau erreichen?<br>Was w\u00e4re, wenn jede Niederlage in Wirklichkeit ein Gewinn ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind tausendmal auf die Nase gefallen, bevor wir auch nur einen Schritt laufen konnten, aber wir sind 999 Mal besser auf die Nase gefallen, bis wir gut genug waren, zu laufen. Haben wir da aufgegeben? Nein, weil wir noch nicht richtig denken konnten und es uns egal war, dass wir gescheitert sind. Uns war es auch egal, was andere dar\u00fcber gedacht haben. Wir haben es einfach weiter versucht, bis wir gut genug waren zu laufen. Scheitern ist nicht das Gegenteil von Erfolg. Es ist ein wichtiger Teil davon. Misserfolg geh\u00f6rt zum Erfolg wie die Luft zum Atmen. Vielmehr noch, Misserfolg macht Erfolg \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte ich die erste, zweite und dritte Absage als Grund genommen, mein Buchprojekt zu vergessen, w\u00fcrde es kein Buch geben. Das wirklich Entscheidende ist aber, ohne die drei Absagen w\u00e4re es niemals so gut geworden, wie es geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4re, wenn jede Niederlage in Wirklichkeit ein Gewinn ist? Ein Gewinn, der uns st\u00e4rker und besser macht und auf den Erfolg vorbereitet. Wir m\u00fcssen nur bereit sein, den Gewinn zu sehen \u2013 und ihn zu nutzen. Alles, was wir daf\u00fcr tun m\u00fcssen, ist dem Wort Scheitern eine neue Bedeutung zu geben, und die Bedeutung ist klar: Wir scheitern nicht, wir lernen hinzu. Misserfolg sollte unser Lehrer sein, nicht unser Bestatter. Scheitern bedeutet lediglich Verz\u00f6gerung, nicht Aufgabe. Es ist ein vor\u00fcbergehender Umweg, den wir einlegen m\u00fcssen, mehr nicht. Wir m\u00fcssen nur den Mut haben, uns unseren Niederlagen zu stellen. Gepaart mit der Frage, was wir in Zukunft besser machen k\u00f6nnen. Zu scheitern bedeutet, zu 98 Prozent nicht gut genug zu sein, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Das hei\u00dft aber nicht, dass wir nicht besser werden k\u00f6nnen. Wer Niederlagen als Grund nimmt, sein Vorhaben nicht weiterzuverfolgen, der h\u00f6rt auf, sich zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jedes einj\u00e4hrige Kind macht es uns vor<\/h2>\n\n\n\n<p>Denken Sie noch einmal an die kleine Maya und ihre ersten Laufversuche: H\u00e4tte sie sich nach den ersten misslungenen Versuchen auf ihren Hintern gesetzt und es nicht mehr versucht, k\u00f6nnte sie heute immer noch nicht laufen. Wir erwarten immer, dass wir auf Anhieb gut genug sind, unsere Ziele zu erreichen. Dass uns dabei die Erfahrung und oftmals sogar die n\u00f6tigen Kompetenzen fehlen, ist uns egal. Dass alles auf Anhieb gelingen muss, ist eine Erwartungshaltung, die zum Scheitern verurteilt ist. Vielmehr m\u00fcssen wir jeden Fehlversuch als Motivation nehmen, besser zu werden. Und eines steht fest: Wenn Sie nicht scheitern, haben Sie es nicht versucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfolg kann es nur geben, wenn wir Niederlagen knallhart analysieren. Warum hat es nicht geklappt? Was kann man besser machen? Doch dieser konstruktive, offene Umgang ist eher selten. Vielmehr werden Fehler unter den Teppich gekehrt oder g\u00e4nzlich ignoriert. Ein Fehler, wie Markus Czerner meint. 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