{"id":1928,"date":"2020-06-04T08:10:00","date_gmt":"2020-06-04T06:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test-bv.gambiocloud.com\/blog\/2020\/06\/04\/gute-konzepte-leben-von-den-richtigen-fragen\/"},"modified":"2023-02-21T15:42:47","modified_gmt":"2023-02-21T14:42:47","slug":"gute-konzepte-leben-von-den-richtigen-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.businessvillage.de\/blog\/gute-konzepte-leben-von-den-richtigen-fragen\/","title":{"rendered":"Gute Konzepte leben von den richtigen Fragen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gute Pr\u00e4sentationen und gute Vortr\u00e4ge leben von guter konzeptioneller Vorarbeit. Hier unterscheidet sich der Profi vom Amateur. Doch wie bereiten Profis Pr\u00e4sentationen vor? Worauf kommt es an? Antworten darauf liefert Prof. Dr. Peter Daiser.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Profi stellt sich zu Beginn die wirklich wichtigen Fragen. Am besten in schriftlicher Form, denn Verschriftlichung f\u00fchrt zu Gedankenklarheit.<br>Einer der gr\u00f6\u00dften Fehler, den du beim Pr\u00e4sentieren machen kannst, w\u00e4re zu glauben, du brauchst kein Konzept: \u00bbBrauche ich nicht, ist doch alles klar.\u00ab Nein, das ist es nicht. Es gibt viele Situationen, da scheint dies der Fall zu sein. Doch die Erfahrung und vor allem die vielen schlechten Pr\u00e4sentationen, die wir t\u00e4glich ertragen m\u00fcssen, zeigen eines ganz deutlich: Auch wenn es manchmal auf den ersten Blick den Anschein hat, man br\u00e4uchte kein (extra) Konzept, dann bedenke: Ohne Konzept l\u00e4ufst du Gefahr, eine oder mehrere Tods\u00fcnden des Pr\u00e4sentierens zu begehen. Ohne Konzept wirst du nicht die Wirkung erzielen, die du erzielen k\u00f6nntest. Ohne Konzept wirst du mehr Arbeit f\u00fcr ein schlechteres Ergebnis aufwenden. Effizienter und effektiver ist es, vorab die wirklich wichtigen und wesentlichen Inhalte zu erfassen und in ein stringentes Konzept einflie\u00dfen zu lassen. Damit du von Anfang an wei\u00dft, worauf es ankommt und wie du dein Publikum \u00fcberzeugst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Idee oder Ergebnis?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dein Vortrag beginnt entweder mit einer Idee, die du verkaufen, oder einem Ergebnis, das du vorstellen m\u00f6chtest. Ich spreche bewusst davon, eine Idee zu verkaufen, da es bedeutend schwieriger ist, ein Publikum von einer Idee zu \u00fcberzeugen, als Ursachen und Auswirkungen von Ergebnissen zu vermitteln. <br>Ergebnisse sind vertrauensw\u00fcrdiger als Ideen, denn sie erscheinen quantifizierbar, vorzeigbar, nachvollziehbar und sind damit greifbarer. Gleichzeitig kannst du meist auf das bekannte Prinzip der Kausalit\u00e4t zur\u00fcckgreifen: Wirkung \u00bbB\u00ab (Ergebnis) resultiert aus Ursache \u00bbA\u00ab. Falls du deine Zuh\u00f6rer von einer Idee \u00fcberzeugen m\u00f6chtest, stehst du in der Regel vor einer gr\u00f6\u00dferen Herausforderung. Deine L\u00f6sung oder dein Konzept ist zwar beschreibbar, aber weniger greifbar als ein in Aussicht gestelltes Ergebnis. Dein Publikum muss f\u00fcr die Akzeptanz von Ideen eine deutlich h\u00f6here Vorstellungskraft mitbringen und Denkleistung erbringen, um konzeptionelle Zusammenh\u00e4nge und Sachverhalte nachvollziehen zu k\u00f6nnen. Die folgende Abbildung stellt die Unterschiede nochmals zusammenfassend dar.<br>Was bedeutet das f\u00fcrs Pr\u00e4sentieren? Sollen nur Ergebnisse statt Ideen vorgestellt werden? Nein. Aber die Unterscheidung zwischen dem Inhalt \u00bbErgebnis\u00ab und dem Inhalt \u00bbIdee\u00ab ist \u00fcberaus wichtig f\u00fcr den Aufbau der eigenen Argumentation oder \u00dcberzeugungsstrategie. Wenn deine Inhalte vor allem Ergebnisse sind, bietet sich ein pyramidaler oder trichterf\u00f6rmiger Aufbau f\u00fcr die Vorstellung deiner Argumente an. Ideen hingegen brauchen eine andere Vorgehensweise: Sie lassen sich einfacher mithilfe von Geschichten vermitteln. Ich gehe an dieser Stelle nur kurz auf diese drei grundlegenden Varianten f\u00fcr Vortragsstrukturen (Pyramide, Trichter und Storyline) ein (eine ausf\u00fchrlichere Darstellung dieser Varianten nehme ich im folgenden Abschnitt vor).<br>Als Erfinderin des pyramidalen Kommunikationsprinzips (Pyramide) gilt Barbara Minto. Sie hat nach ihrem Studium bei McKinsey gearbeitet. Dort wurde man schnell auf ihre F\u00e4higkeit aufmerksam, Ergebnisse wirksam zu kommunizieren. Entgegen der in Studium oder Wissenschaft erlernten Trichtermethode, bottom-up (aus den Details) die Kernaussagen herzuleiten, stellte Barbara die Kernaussagen voran und nutzte die Details (Argumente), um die Kernaussagen zu untermauern. Diese Methode gilt heute unter Pr\u00e4sentationsexperten als Goldstandard der Kommunikation, da sie eine sehr effektive Kommunikation erlaubt und dem Sender eine Argumentationsstruktur an die Hand gibt, die ihre oder seine Aussagen nur schwer angreifbar machen. W\u00e4hrend bei der Pyramide und dem Trichter auf die sachlichen inhaltlichen Argumente abgestellt wird, steht beim Storytelling eine Geschichte (Storyline) im Vordergrund, die die Zuh\u00f6rer vor allem emotional gewinnen m\u00f6chte. Obwohl sich Ideen grunds\u00e4tzlich auch mit dem pyramidalen Prinzip oder wissenschaftlichen Trichter pr\u00e4sentieren lassen, ist das Storytelling hierf\u00fcr in der Regel die effektivere Methode.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" style=\"float:right;\">\r\n<div style=\"text-align:center;padding-left:20px;\">\r\n<h3>Das Buch zum Thema<\/h3>\r\n<a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/\/lean-presentation\/eb-1065.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/images\/product_images\/thumbnail_images\/1065.jpg\" alt=\"\"\/><\/a>\r\n<\/br style\"clear:both;\">\r\n<a  href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/\/lean-presentation\/eb-1065.html\">\u00bb Mehr Infos<\/a>\r\n<\/div>\r\n<\/figure> \n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer sind meine Zielpersonen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Dreh- und Angelpunkt deiner Pr\u00e4sentation sind die Empf\u00e4nger. Ist doch klar, wirst du jetzt sagen. Wenn ich einem Handwerker etwas verkaufen m\u00f6chte, werde ich ihn anders ansprechen als einen Kaufmann. Ein Kind ist anders zu \u00fcberzeugen als ein Erwachsener. Doch worauf kommt es eigentlich an? Ein gro\u00dfer Denkfehler beim Pr\u00e4sentieren ist, dass der Pr\u00e4sentierende davon ausgeht, dass sein Publikum so denkt wie er. Die Psychologie lehrt uns das Gegenteil. Jeder Mensch hat seine eigenen Vorerfahrungen, Werte, Bed\u00fcrfnisse, Interessen und weitere Pr\u00e4gungen. Dies f\u00fchrt dazu, dass wir zahlreiche Aspekte unterschiedlich wahrnehmen und bewerten, dass wir zu vielen Themen unterschiedlicher Meinung sind und dass uns unterschiedliche Themen und Inhalte motivieren. Falls du in einer Beziehung lebst, wirst du ein Lied davon singen k\u00f6nnen, wie oft dein Partner ganz anders denkt als du. \u00c4hnliche Situationen wirst du auch im Freundes- oder Kollegenkreis erleben, wenn dein Gegen\u00fcber deine Ausf\u00fchrungen nicht nachvollziehen kann, weil sie oder er anderer Meinung ist.<br>Mit Pr\u00e4sentationen wollen wir \u00fcberzeugen. Daher reicht es nicht, zu wissen, dass andere Menschen anders denken. Du solltest dir besser ein m\u00f6glichst konkretes Bild davon machen, wer dein Publikum ist und wie es tickt. Dazu helfen folgende Fragen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wer sind meine Zielpersonen und welche Erfahrungen und Kenntnisse bringen sie mit?<\/li><li>Welchen Bedarf haben die Empf\u00e4nger?<\/li><li>Besteht \u00fcberhaupt ein Handlungsbedarf aus Sicht der Empf\u00e4nger?<\/li><li>Welche Entscheidungsbefugnis besitzen die Empf\u00e4ngerWer sind die Entscheider und Schl\u00fcsselpersonen<\/li><li>Was motiviert die Zielpersonen und Schl\u00fcsselpersonen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meiner Erfahrung nach lassen sich Personen diesen Gruppen bereits mit relativ wenigen Informationen recht gut zuordnen. Diese grobe Kategorisierung reicht aus, damit du deine Argumente besser auf die W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse der Empf\u00e4nger zuschneiden kannst. Probiere es aus: es funktioniert!<br>Zusammenfassend helfen dir die aufgezeigten Fragen dabei, ein besseres Verst\u00e4ndnis von deinen Zuh\u00f6rern zu entwickeln. Auf dieser Grundlage kannst du deine Sprache, die Inhalte und den Aufbau deiner Pr\u00e4sentation sowie deiner Argumentation besser auf die Empf\u00e4nger anpassen. Indem du die richtigen Worte und Argumente findest, die das Publikum \u00fcberzeugen, erh\u00f6hst du die Wahrscheinlichkeit, dein Kommunikationsziel zu erreichen. Und genau darum geht\u2019s!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Habe immer ein erreichbares Pr\u00e4sentationziel!<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben zuvor dar\u00fcber gesprochen, dass das Grundkonzept einer Pr\u00e4sentation darin besteht, dass ein Sender spezifische Signale und Zeichenfolgen in kodifizierter Form an einen Empf\u00e4nger \u00fcbermittelt, um ein konkretes Ziel zu erreichen. Vor diesem Hintergrund ist es unentbehrlich, sich zu Beginn ein realistisches Ziel zu setzen. \u00bbWas willst du mit deiner Pr\u00e4sentation erreichen?\u00ab<br>Falls du diese Frage noch nicht zweifelsfrei beantworten kannst, empfehle ich dir, dich nochmals deiner Kommunikationsaufgabe zu widmen. Was sind die Kernaspekte? Welche Kernfragen ergeben sich daraus? Was ist das zugrunde liegende Problem der Kommunikationsaufgabe? Du wirst feststellen, dass eine klare schriftliche Definition der Aufgabe beziehungsweise des Problems ein wesentlicher Schritt zur L\u00f6sung ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In welcher Situation pr\u00e4sentierst du?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist hilfreich, sich ebenfalls einen \u00dcberblick \u00fcber die vorliegende Situation zu verschaffen. Als Berater habe ich oft Konstellationen angetroffen, bei denen wir als Au\u00dfenstehende erkannt haben, dass massiver Handlungsbedarf bestand, weil es f\u00fcr uns offenkundig war, dass etwas schieflief. Insbesondere in gr\u00f6\u00dferen Organisationen ist es jedoch h\u00e4ufig der Fall, dass Mitglieder \u2013 trotz offensichtlicher Probleme \u2013 keinen Handlungsbedarf sehen. Sie folgen lieber den bestehenden Werten und Prozessen, als eine Ver\u00e4nderung am Status quo vorzunehmen. Oder aber das Problem soll nicht thematisiert werden, da es einige Personen in ein schlechtes Licht r\u00fccken w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich ist so ein Verhalten bei rationaler Betrachtung bedenklich, aber viel entscheidender ist, dass solche Situationen vorkommen. In dieser Situation sind Beteiligte zuerst noch zu \u00fcberzeugen und daf\u00fcr zu sensibilisieren, dass Handlungsbedarf besteht. Erst wenn die allgemeine Stimmung im Unternehmen den Umgang mit dem Problem unterst\u00fctzt, kann man solche Themen oder Ver\u00e4nderungsprozesse explizit ansprechen. Ein gutes Zeichen in solchen Situationen ist beispielsweise, wenn das Unternehmen bereits erste Ver\u00e4nderungsaktivit\u00e4ten angesto\u00dfen hat. Das ist ein klares Signal an dich, dass der Handlungsbedarf bekannt ist und du in das richtige Horn bl\u00e4st. In diesem Fall \u2013 und entsprechende Ressourcen vorausgesetzt \u2013 sind die Beteiligten oft schnell zu \u00fcberzeugen, entsprechende Entscheidungen zu treffen und Ma\u00dfnahmen einzuleiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sind meine Botschaften f\u00fcr die Anwesenden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Messages oder Kernbotschaften sind die zentralen Aussagen deiner Pr\u00e4sentation. Diese geh\u00f6ren unbedingt ins Konzept, da sie den roten Faden f\u00fcr die Inhalte bilden. Es sind die Aussagen, die bei den Empf\u00e4ngern einschlagen m\u00fcssen wie eine Bombe. Zu Ende gedacht, beantworten deine Messages oder Kernbotschaften zwei Fragen der Empf\u00e4nger:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Why should I give a f***?<\/li><li>What the f*** do I have to do?<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entschuldige bitte die r\u00fcde Ausdrucksweise und dass ich an dieser Stelle ins Englische abdrifte \u2013 wie du dir vorstellen kannst, gibt es daf\u00fcr einen guten Grund: Ich hatte einen durchaus cholerischen und alles andere als einfachen Vorgesetzten, der uns darauf gedrillt hat, stets diese beiden Fragen unmissverst\u00e4ndlich f\u00fcr ihn zu beantworten. Wer das nicht lieferte, bekam eine gewaltige Abreibung, \u00bbbecause it wasn\u2019t his f***ing job to do our job\u00ab. Ein echtes Unikat, das man im Originalton beschreiben muss. Daf\u00fcr gibt es im Deutschen keine Worte. Und man kann von diesem Typen denken, was man m\u00f6chte, aber er hat es mit seinen beiden Fragen auf den Punkt gebracht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du m\u00fcsst deinen Zuh\u00f6rern stets klarmachen,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>&nbsp;dass es sich um ein f\u00fcr sie relevantes Thema handelt,<\/li><li>&nbsp;dass ein akuter Handlungsbedarf besteht und<\/li><li>&nbsp;was das f\u00fcr sie bedeutet.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu brauchst du entsprechende Kernbotschaften und Argumente, die deine Aussagen untermauern. Krause hat das als \u00bbWhat\u2019s in for me?\u00ab beschrieben (Krause 2004: 25): Wenn du deinem Empf\u00e4nger nicht klar und \u00fcberzeugend darstellst, wieso das Angebot f\u00fcr ihn relevant ist, dann interessiert es ihn nicht \u2013 und sei das Produkt, die Idee oder die Leistung noch so grandios.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Inhalte st\u00fctzen meine Botschaften?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deine Pr\u00e4sentation besteht nicht nur aus Kernbotschaften und Argumenten. Du brauchst ebenfalls Inhalte, die deine Aussagen st\u00fctzen. Das sind zum Beispiel Analyseergebnisse, Statistiken, Abbildungen, Tabellen und so weiter. Notiere dir daher im Konzept zu jeder Aussage und zu jedem Argument den Inhalt, anhand dessen du deine Argumentation aufbaust. <br>Achte bei deinen Argumenten darauf, dass diese dem MECE-Prinzip folgen (Mutually Exclusive Collectively Exhaustive). Damit ist gemeint, dass die Argumente \u00fcberschneidungsfrei und ersch\u00f6pfend eine Aussage belegen sollen. Oft wirst du feststellen, dass sich eine Aussage nicht g\u00e4nzlich ersch\u00f6pfend belegen l\u00e4sst. Darum geht es letzten Endes nicht. Behalte einfach im Hinterkopf, dass die Argumente gegenseitig klar abgegrenzt sein sollten und dass du wesentliche Aspekte beleuchtest. Am besten suchst du dir ein paar Bekannte, Freunde oder Kollegen, mit denen du deine Argumentation durchsprechen kannst \u2013 im Dialog finden sich L\u00fccken und Ungereimtheiten leichter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie wird die Pr\u00e4sentation ablaufen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abschlie\u00dfend gibt es eine Reihe von Fragen, die die Rahmenbedingungen einer Pr\u00e4sentation betreffen und f\u00fcr die Vorbereitung relevant sind. Diese sind eher technisch-organisatorischer Natur. Zur Orientierung dient die folgende Checkliste.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verzichte auf sinnlose Anf\u00e4ngerfragen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur weil die folgenden Fragen h\u00e4ufig gestellt werden, sind diese nicht gut oder sinnvoll:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wie viele Folien habe ich zur Verf\u00fcgung?<\/li><li>Wie viel darf auf den Folien stehen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sind zwei typische Beispiele f\u00fcr sinnlose Fragen bei der Vorbereitung einer Pr\u00e4sentation. Geht dir jetzt ein \u00bbHalt, aber \u2026\u00ab durch den Kopf? \u00bbIn unserer Firma haben wir die Vorgabe: Maximal zwanzig Folien pro Pr\u00e4sentation.\u00ab Ich muss dir da leider zustimmen, dass es solche Vorgaben immer noch gibt; nur machen sie leider keinen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lass mich das kurz an einem Beispiel erl\u00e4utern \u2013 ich w\u00e4hle bewusst zwei Extreme, damit der Unterschied direkt auff\u00e4llt: Stell dir vor, zwei Abteilungen (Finanzen und Vertrieb) werden gebeten, unabh\u00e4ngig voneinander eine Pr\u00e4sentationsunterlage mit f\u00fcnf Folien zu erstellen. Die Finanzabteilung bereitet eine Pr\u00e4sentation mit detaillierten Tabellen in Schriftgr\u00f6\u00dfe 7 vor, in der der geneigte Leser jede erdenkliche Information zur finanziellen Situation des Unternehmens findet. Der Vertrieb pr\u00e4sentiert f\u00fcnf gro\u00dffl\u00e4chige Bilder mit knappem Text, die vor allem Emotionen transportieren. Sind diese Pr\u00e4sentationsunterlagen miteinander vergleichbar? Nein. Was haben sie gemeinsam? Die Anzahl der Folien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anzahl der Folien vorzugeben ist wie der Vergleich von \u00c4pfel mit Birnen. Eine gute Pr\u00e4sentation muss nicht zwingend aus wenigen Folien bestehen. Zehn Folien mit wenig Inhalt sind zwar meist hilfreicher als eine Folie mit viel Inhalt. Trotzdem h\u00e4ngt es letzten Endes von den jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen ab. F\u00fcr die Konzeption ist die Frage nach der Anzahl der Folien ohne Relevanz \u2013 du sollst nicht in Folien denken. Die einzige Person, die die Fragen \u00bbWie viele Folien darfst du verwenden?\u00ab und \u00bbWie viel darf auf deinen Folien stehen?\u00ab beantworten kann, bist du. Wenn f\u00fcr deinen Inhalt eine Folie mehr Sinn macht als drei Folien, weil bei drei Folien der Gesamtzusammenhang verloren geht, machst du eine Folie. Falls es umgekehrt sein sollte, machst du drei. Gleiches gilt f\u00fcr die erforderliche Redezeit pro Folie: Daumenregeln wie \u00bbMan muss zwei Minuten pro Folie einplanen\u00ab machen den \u00c4pfel-Birnen-Fehler. Es kommt immer auf den Inhalt der visuellen Hilfsmittel an!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie sieht deine Handlung aus?Pyramide, Trichter oder Linie?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ich dir im vorangegangenen Abschnitt bereits erl\u00e4utert habe, kannst du dich grunds\u00e4tzlich zwischen drei Vorgehensweisen zum Aufbau deines Handlungsstrangs entscheiden: der Pyramide, dem Trichter und der Linie. Viele Pr\u00e4sentationsratgeber favorisieren eine spezifische Vorgehensweise. Ich vertrete die Ansicht, dass die Methode eingesetzt werden sollte, mit der du dein Ziel am einfachsten erreichst. Damit meine ich: Falls du bei der Vorbereitung feststellst, dass sich das pyramidale Prinzip am besten daf\u00fcr eignet, nutze die Pyramide. Falls du zu dem Ergebnis kommst, dass eine gute Story die Methode der Wahl ist, setze dieses Instrument ein. Alle diese Methoden sind nur Werkzeuge \u2013 benutze das Werkzeug, das f\u00fcr die jeweilige Aufgabe geeignet ist.<br>Nat\u00fcrlich ist es auch m\u00f6glich, unterschiedliche Vorgehensweisen in einer Pr\u00e4sentation zu kombinieren. Beispielsweise k\u00f6nntest du die Ausgangssituation mithilfe des pyramidalen Prinzips aufzeigen. Anschlie\u00dfend setzt du auf das Mittel des Storytellings, um deine Zuh\u00f6rer emotional abzuholen und auf diese Weise deine Idee zu verkaufen. Allerdings muss eine Vermischung der Methoden bewusst und gekonnt erfolgen, andernfalls l\u00e4ufst du Gefahr, deine Zuh\u00f6rer abzuh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werfen wir einen Blick auf den h\u00e4ufig anzutreffenden vierstufigen Handlungsstrang von Pr\u00e4sentationen. Ich greife regelm\u00e4\u00dfig auf diese Struktur zur\u00fcck, um die Inhalte meiner Pr\u00e4sentationen in einem ersten Schritt systematisch zu ordnen und sie in eine sinnvolle logische Abfolge zu bringen. Falls ich anschlie\u00dfend feststelle, dass sich ein anderer Handlungsstrang besser f\u00fcr die jeweilige Situation eignet, ist es ein Leichtes, die Inhalte neu zu sortieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Teil des Handlungsstrangs ist die Beschreibung der Ausgangssituation. Hier geht es konkret um die Fragen, was passiert ist und welche Situation vorliegt. Der n\u00e4chste Teil dient der Erkl\u00e4rung beziehungsweise dem Aufzeigen des Handlungsbedarfs. An dieser Stelle werden die Fragen erl\u00e4utert, warum die Situation eingetreten ist und warum ein Handlungsbedarf besteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn sich alle Zuh\u00f6rer der Situation und des Handlungsbedarfes bewusst sind, dann ist der Zeitpunkt gekommen, um Ans\u00e4tze vorzubringen, wie darauf zu reagieren ist. Den letzten Teil des Handlungsstrangs nutzen wir zur Konkretisierung der Ans\u00e4tze. Mit anderen Worten: Wir stellen den Plan vor, wie diese umzusetzen sind. Dazu liefern wir Antworten auf die Fragen, wer welche Aufgabe \u00fcbernimmt und bis wann die Aufgaben umzusetzen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gute Pr\u00e4sentationen und gute Vortr\u00e4ge leben von guter konzeptioneller Vorarbeit. Hier unterscheidet sich der Profi vom Amateur. Doch wie bereiten Profis Pr\u00e4sentationen vor? Worauf kommt es an? Antworten darauf liefert Prof. Dr. Peter Daiser. Der Profi stellt sich zu Beginn die wirklich wichtigen Fragen. 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