{"id":1892,"date":"2019-11-07T07:02:00","date_gmt":"2019-11-07T06:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test-bv.gambiocloud.com\/blog\/2019\/11\/07\/warum-sehen-wir-die-dinge-immer-so-negativ\/"},"modified":"2023-02-21T16:19:14","modified_gmt":"2023-02-21T15:19:14","slug":"warum-sehen-wir-die-dinge-immer-so-negativ","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.businessvillage.de\/blog\/warum-sehen-wir-die-dinge-immer-so-negativ\/","title":{"rendered":"Warum sehen wir die Dinge immer so negativ?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Und da ist es schon wieder: &#8222;Ja, aber, &#8230;&#8220;. Wir sind Meister darin, das Haar in der Suppe zu finden. Aber warum fokussieren wir uns meistens &#8211; fast automatisch &#8211; auf das Negative? Antworten darauf liefert J\u00fcrgen Balhuber und illustriert, warum wir unseren Fokus Richtung Positives verschieben sollten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Pro Sekunde nehmen wir die unglaubliche Menge von vier Gigabyte Informationen wahr. F\u00fcr die EDV-Techniker unter euch ist die Angabe vier Gigabyte sofort einzuordnen und aussagekr\u00e4ftig. F\u00fcr die anderen hier ein Vergleich, damit ihr euch die Zahl genauer vorstellen k\u00f6nnt: Vier Gigabyte pro Sekunde sind vergleichbar mit zwei Millionen DIN-A4-Seiten pro Sekunde. Das entspricht einem Stapel von zweihundert Metern DIN-A4-Bl\u00e4tter pro Sekunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur einen Bruchteil dieser Informationen nehmen wir bewusst wahr, der Rest wird zwar verarbeitet, gelangt aber nicht an die Oberfl\u00e4che unseres Bewusstseins.<\/p>\n\n\n\n<p>Nahezu nichts von dem, was wir wahrnehmen, ist uns also bewusst! Nur ein mikroskopisch kleiner Teil gelangt an die Oberfl\u00e4che; das meiste bekommen wir \u00fcberhaupt nicht mit<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unser Fokus bestimmt, was wir bewusst sehen<\/h2>\n\n\n\n<p>Du kennst das bestimmt: Du willst ein Auto kaufen und hast ein bestimmtes Modell im Auge, vielleicht sogar eine bestimmte Farbe. Nun siehst du \u00fcberall auf der Stra\u00dfe dieses Modell in deiner Wunschfarbe.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder in deiner Familie wird es bald Nachwuchs geben beziehungsweise du erwartest selbst ein Kind. Und nun siehst du \u00fcberall schwangere Frauen, Babys und Kinderwagen und in den Zeitschriften springen dir Artikel zum Thema Kindererziehung ins Auge.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir sehen, h\u00e4ngt also von unserem Fokus ab. Egal, ob uns dieser bewusst oder unbewusst ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was lenkt unseren Fokus?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn wir unseren Fokus nicht bewusst steuern, erledigt das unsere Pr\u00e4gung: Das, was wir bereits erlebt haben, bestimmt, was wir wahrnehmen und wie wir das tun. Dabei sind wir keineswegs neutral \u2013 auf neunzig negativ gef\u00e4rbte Wahrnehmungen kommen nur zehn positiv gef\u00e4rbte. Das klingt ganz sch\u00f6n viel, und ja, das ist auch wirklich viel! Dieses Verh\u00e4ltnis gilt \u00fcbrigens f\u00fcr Optimisten und Pessimisten gleicherma\u00dfen. Der Unterschied ist nur, dass Optimisten, im Gegensatz zu Pessimisten, nur kurz in der Negativit\u00e4t bleiben und schneller umschalten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.businessvillage.de\/pix\/image\/mag-1892-Weil-negative-Wahrnehmung-normal-ist.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum ist unsere Wahrnehmung so negativ gef\u00e4rbt?<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von 90:10 negative zu positiver Wahrnehmung gibt es drei Gr\u00fcnde:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\n<p><strong>Biologische Determination<\/strong><\/p>\n<p>Weil der Auftrag in grauer Vorzeit schlicht \u00bb\u00dcberleben\u00ab lautete, nehmen wir alles fokussiert wahr, was uns gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. Wir waren \u2013 und sind! \u2013 also auf das Erkennen von Negativem ausgerichtet, weil unser Kernauftrag \u00dcberleben lautet.<\/p>\n<p>Heute kann f\u00fcr uns in der westlichen Welt das \u00dcberleben als gesichert gesetzt werden. Trotzdem ist unsere Wahrnehmung immer noch genauso ausgerichtet wie vor Tausenden von Jahren. Doch dieser Fokus aufs \u00dcberleben sorgt lediglich daf\u00fcr, dass wir Gefahren fr\u00fchzeitig erkennen \u2013 nicht aber daf\u00fcr, dass wir gl\u00fccklich leben, Freude sehen, inspirierend und wertsch\u00e4tzend sind.<\/p>\n<\/li><li><strong>2. Wir haben es gelernt<\/strong>\n<p>Im Kindergarten, im Elternhaus und in der Schule wurden wir immer wieder darauf aufmerksam gemacht, was falsch ist und was nicht gut l\u00e4uft \u2013 auf Fehler also. Ein Kind h\u00f6rt von seinen Eltern bis zum achtzehnten Lebensjahr durchschnittlich zweihunderttausend negative und kleinmachende Aussagen: \u00bbWenn du nicht brav bist, gibt es kein Eis\u00ab, \u00bbWenn Erwachsene sich unterhalten, hast du still zu sein\u00ab, \u00bbGeh da weg, daf\u00fcr bist du noch zu klein\u00ab, \u00bbDas kannst du nicht\u00ab, \u00bbDas ist nichts f\u00fcr Kinder\u00ab et cetera. Irgendwann hat es jedes Kind begriffen und f\u00fcr immer verinnerlicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/li><li><strong>Physiologisch gesehen sind wir eine Fr\u00fchgeburt<\/strong>\n<p>Deswegen sind wir bis zum dritten Lebensjahr (und in Wahrheit noch viel l\u00e4nger) abh\u00e4ngig von unserer Umgebung; wir k\u00f6nnen nicht alleine \u00fcberleben. Als Kind ist man vielem machtlos ausgeliefert und entwickelt daher ein Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr Situationen, die Ohnmacht ausl\u00f6sen. Trotzdem erlebt ein Kind oft Situationen, die es nicht beeinflussen kann, und nat\u00fcrlich hinterl\u00e4sst das eine Pr\u00e4gung: Wann immer wir im sp\u00e4teren Leben ohne Macht sind \u2013 uns ohnm\u00e4chtig f\u00fchlen \u2013, reagieren wir aus dieser Pr\u00e4gung heraus und erleben das negative Gef\u00fchl erneut. Daher achten wir auf alles, was bei uns Ohnmachtsgef\u00fchle erzeugt, richten also den Fokus auf die Ohnmacht. Nat\u00fcrlich geschieht dies urspr\u00fcnglich, um dieses Gef\u00fchl zu vermeiden. Doch steuert eben jeder Fokus die Aufmerksamkeit und Energie. Und \u2013 denken wir an die f\u00fcnf Blument\u00f6pfe \u2013 alles, was mit Aufmerksamkeit und Energie versorgt wird, w\u00e4chst. Auch wenn es das Negative ist, was wir an sich nicht wollen.<\/p>\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/inspirierend-fuehren\/eb-1051.html\"><img decoding=\"async\" src=\"\/images\/product_images\/info_images\/1051.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unsere Wahrnehmung steht unserem Gl\u00fcck im Weg<\/h2>\n\n\n\n<p>Es liegt also unter anderem an unserem Urprogramm \u00bb\u00dcberleben\u00ab, dass unsere Wahrnehmung extrem negativ ist. Wie wir gesehen haben, handelt es sich dabei aber um ein \u00fcberholtes Vorsichtsprogramm unserer Vorfahren, das heutzutage eigentlich obsolet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nicht glaubt, dass wir im Kopf viel Negativit\u00e4t abgespeichert haben, sollte mal alten Menschen genau zuh\u00f6ren: Nur wenigen von ihnen gelingt es, sich auf positive Erlebnisse zu fokussieren \u2013 umso inspirierender nat\u00fcrlich, wenn man einmal jemanden trifft, der nicht in Negativit\u00e4t gefangen ist, sondern bewusst das Gute sieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich in Seminaren \u00fcber den negativen Fokus spreche, kommt h\u00e4ufig der Einwand, dass wir uns in R\u00fcckw\u00e4rtsbetrachtungen doch oftmals positiver erinnern. Das stimmt zwar: Wenn wir uns selektiv und bewusst zur\u00fcckerinnern, zum Beispiel an unsere Kindheit, dann denken wir oft an positive Erlebnisse, wir werden nostalgisch und neigen dazu, die Vergangenheit in sanften Farben zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch bei einem unmittelbaren, unbewussten Zugang zu den gespeicherten Inhalten \u00fcber Assoziationen kommt wieder unser 90:10-Verh\u00e4ltnis zum Tragen \u2013 die meisten Ged\u00e4chtnisinhalte sind negativ gef\u00e4rbt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wir sprechen, wie wir denken<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch unsere Sprache, die ich gern als Drucker des Gehirns bezeichne, weil wir uns \u00fcber sie ausdr\u00fccken, ist entsprechend unseren gespeicherten Informationen ausgeformt. Im Normalfall ist unsere Sprache sehr negativ. Das f\u00e4llt uns nicht ohne Weiteres auf, da es sich um ein kollektives sprachliches Ph\u00e4nomen handelt, sprich: weil fast alle so sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00f6nne dir einmal eine Tasse Cappuccino im Stra\u00dfencaf\u00e9 und h\u00f6re genau zu, wor\u00fcber und wie sich die Menschen so unterhalten. Es geht hier nicht um eine inhaltliche Wertung, nur darum zu erkennen, dass negative Sprache sehr h\u00e4ufig zu beobachten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorher solltest du dir genau bewusst machen, was alles negative Sprache ist. Frage ich zum Beispiel nach, wie das Essen war, h\u00f6re ich je nach Region folgende Aussagen: \u00bbNed schlecht\u00ab (Bayern), \u00bbNed gschimpft isch au globt\u00ab (Baden-W\u00fcrttemberg), \u00bbBassd scho\u00ab (Franken), \u00bbGeht wohl\u00ab (Norddeutschland), und wieder woanders hei\u00dft es \u00bbZum Verdauen taugts\u00ab. Ganz selten h\u00f6re ich: \u00bbEs war sehr gut\u00ab oder \u00e4hnlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unser Fokus steuert Energie<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben der Wahrnehmung (sehen, h\u00f6ren, f\u00fchlen) gibt es einen weiteren Aspekt, der den Fokus einer Person ausmacht. Wichtig ist n\u00e4mlich auch, was und wie ich \u00fcber etwas denke, wie ich \u00fcber etwas spreche und wie ich mich verhalte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Negativbeispiel: Fokus auf \u00bbIch will nicht \u2026\u00ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neulich war ich beim Essen und neben mir sa\u00df ein P\u00e4rchen. Als der Kellner kam, um die Bestellung aufzunehmen, sagte die Frau am Nebentisch: \u00bbAlso ich will heute mal keinen Fisch und kein Fleisch.\u00ab Darauf der Kellner: \u00bbWollen Sie vielleicht Nudeln essen?\u00ab Sie antwortete: \u00bbNein, Nudeln will ich auch keine, die liegen mir immer so schwer im Magen.\u00ab Das ging noch eine Weile so weiter, bis ihr Mann etwas energischer meinte: \u00bbWei\u00dft du denn jetzt, was du willst?\u00ab Sie: \u00bbNein, ich wei\u00df heute nur, was ich nicht will.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das ist ein Fokus \u2013 auf das, was ich nicht will. So werde ich allerdings bestimmt nie bekommen, was ich will \u2013 wenn ich es denn \u00fcberhaupt je herausfinde \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich eine Vision mit starker Sogkraft habe, bin ich auf diese Vision ausgerichtet. Das gibt mir Orientierung und Entscheidungssicherheit, weil ich immer genau wei\u00df, was ich will und wof\u00fcr ich etwas tue. So kann ich laserstrahlgenau meinen Fokus (und meine Energie) auf das ausrichten, was ich erreichen will.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch unsere nat\u00fcrliche Wahrnehmung ist der Fokus ohnehin schon auf die negative Seite gerichtet. Umso schwerer f\u00e4llt es uns, umzuschalten und bewusst und auf Dauer einen konstruktiven, nach vorn gerichteten Fokus beizubehalten. Besonders, wenn uns ein Thema stark ber\u00fchrt und aufregt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sinnvoll w\u00e4re es, wenn wir unseren Fokus bewusst w\u00e4hlen und nach Bedarf umschalten k\u00f6nnten. Im Prinzip ist das auch m\u00f6glich \u2013 mit einem bewussten Training und ritualisierten Verhalten ist das auf jeden Fall erlernbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Positivbeispiel: Fokus auf L\u00f6sungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einer meiner Freunde hat eine unglaubliche Ausstrahlung und ein positives und gewinnendes Wesen. Interessant ist bei ihm zudem die F\u00e4higkeit, sofort in L\u00f6sungen zu denken. Taucht irgendwo eine Herausforderung auf, schaltet er sofort und automatisch in den L\u00f6sungsmodus um: \u00bbWie kann ich das l\u00f6sen, welche Optionen gibt es daf\u00fcr und was w\u00e4re die optimale L\u00f6sung?\u00ab All seine Energie ist gleich in Richtung L\u00f6sungsfindung und -umsetzung gerichtet, sodass er ein Thema (er w\u00fcrde nie \u00bbProblem\u00ab sagen) meist sehr schnell proaktiv meistern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, wie das kommt, sagt er, dass er schon als Kind von seinem Vater darauf getrimmt wurde, bei egal welchem Thema gleich zu \u00fcberlegen, welche L\u00f6sungen daf\u00fcr m\u00f6glich sind und wie er die Situation am besten aus eigener Kraft meistern kann. Seine L\u00f6sungsorientierung steckt also tief in ihm drin, sie ist in seiner Einstellung begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus eigener Erfahrung wei\u00df ich, dass man auch nachtr\u00e4glich seine Einstellung ver\u00e4ndern und so einen Fokus auf L\u00f6sungen verankern kann. Mehr dazu, wie das funktionieren kann, findest du im Kapitel 3 Einstellung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Den Fokus im Alltag \u00e4ndern<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn wir die Dinge weiterhin im Verh\u00e4ltnis 90:10 wahrnehmen, werden wir zwar \u00fcberleben, aber wenig Gl\u00fcck und Freude erleben. Wir bleiben dann Defizitdenker, die vor allem sehen, was ihnen (noch) fehlt. Wenn du mehr vom Leben haben willst \u2013 gute Momente, Freude, Gl\u00fcck, mehr Zufriedenheit und Gelassenheit \u2013, k\u00f6nnte es dir helfen, deinen Fokus zu ver\u00e4ndern. Das hat \u00fcbrigens nichts mit positivem Denken zu tun. Es gibt immer positive und negative Aspekte an einer Sache. Es geht darum, die positiven Dinge bevorzugt wahrzunehmen und die Energie auf sie zu lenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Angst, du wirst keine 10:90-Umkehr schaffen und die Welt auch weiterhin noch normal wahrnehmen. Es geht um eine kleine Verschiebung in den positiven Bereich. Du wirst dann immer noch zur Seite springen, wenn hinter dir ein Auto hupt. Denn deine Urprogramme werden nach wie vor funktionieren und dein \u00dcberleben sichern. Aber du wirst wieder die Blumen am Wegesrand und all die anderen sch\u00f6nen Dinge sehen, \u00fcberhaupt die kleinen Selbstverst\u00e4ndlichkeiten wiederentdecken, die im Grunde nicht selbstverst\u00e4ndlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kann sein, dass die Fokus\u00e4nderung bewirkt, dass du positive Visionen entwickelst und immer mehr M\u00f6glichkeiten entdeckst, wie du sie St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wahr werden lassen kannst. Wenn du deinen Fokus ver\u00e4nderst, wirst du generell wahrscheinlich mehr gute Momente erleben und bei Herausforderungen schneller in Richtung L\u00f6sung blicken. Du wirst dann auch anders \u00fcber solche Situationen denken und sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00bbWarnung\u00ab vorab: Wenn du wirklich daran gehst, deinen Fokus zu \u00e4ndern, stellst du m\u00f6glicherweise fest, dass das eine anspruchsvolle Sache ist. Wie schwer dir die \u00c4nderung f\u00e4llt, h\u00e4ngt davon ab, wie deine Wahrnehmung heute ist und wie sehr du dir ihrer bereits bewusst bist. Wer kleine Kinder hat, tut sich \u00fcbrigens mit deren Hilfe etwas leichter, denn die Kleinen sind noch sensibler f\u00fcr positive Eindr\u00fccke \u2013 sie sehen die Welt noch nicht im 90:10-Modus. Auch die Begegnungen mit anderen Menschen k\u00f6nnten sich ver\u00e4ndern, wenn dir auff\u00e4llt, dass andere bevorzugt negativ wahrnehmen und mit Lob, Wertsch\u00e4tzung und positiven Sichtweisen eher sparsam unterwegs sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie kann ich meinen Fokus selbst steuern?<\/h2>\n\n\n\n<p>Um deinen Fokus selbst zu steuern, ist es wichtig, dass du dir dessen bewusst wirst, wie unsere normale, meist negative Wahrnehmung funktioniert. Nur so kannst du aus dem Wahrnehmungs- und Bewertungsautomatismus aussteigen. Im zweiten Schritt geht es dann darum, den Fokus bewusst auf Konstruktives und Positives zu lenken und dies verst\u00e4rkt zu trainieren und zu ritualisieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Den neuen Fokus ritualisieren<\/h3>\n\n\n\n<p>Ziel ist, einen Fokus zu ritualisieren, der auf Positives ausgerichtet ist, und ihn im Alltag zu etablieren. So wird dein neuer Fokus im Laufe der Zeit zu einer neuen konstruktiven Gewohnheit. Er sorgt daf\u00fcr, dass du gleichzeitig deine Gedanken neu ausrichtest, ebenso deine Wahrnehmung und deine Sprache, die aus deinem Denken resultieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das zu erreichen, sind aus meiner Sicht am besten Rituale geeignet, die du im Alltag einfach und gut etablieren kannst. Zum Beispiel kannst du dir, falls du deinen Tag mit Yoga oder einem anderen Morgenritual beginnst, f\u00fcnf Punkte vor Augen halten, auf die du dich heute freust. Weitere Ideen von Teilnehmern meiner Seminare findest du weiter unten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Umschalten auf \u00bbWas ist gut daran?\u00ab<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Dieses Ritual ist sehr hilfreich, wenn etwas schiefl\u00e4uft und sich ganz anders entwickelt, als du dir das vorgestellt hast. Meine Empfehlung ist, dass du dann kurz inneh\u00e4ltst und dich fragst: \u00bbWas ist gut an der Situation?\u00ab, und: \u00bbWas k\u00f6nnte mir jetzt helfen?\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und da ist es schon wieder: &#8222;Ja, aber, &#8230;&#8220;. Wir sind Meister darin, das Haar in der Suppe zu finden. Aber warum fokussieren wir uns meistens &#8211; fast automatisch &#8211; auf das Negative? Antworten darauf liefert J\u00fcrgen Balhuber und illustriert, warum wir unseren Fokus Richtung Positives verschieben sollten. 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