{"id":1639,"date":"2017-04-06T09:00:00","date_gmt":"2017-04-06T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test-bv.gambiocloud.com\/blog\/2017\/04\/06\/wie-man-digitale-disruption-umsetzt\/"},"modified":"2023-02-21T15:47:55","modified_gmt":"2023-02-21T14:47:55","slug":"wie-man-digitale-disruption-umsetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.businessvillage.de\/blog\/wie-man-digitale-disruption-umsetzt\/","title":{"rendered":"Wie man digitale Disruption umsetzt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Digital ist in. Digital ist hip. Und digital ist irgendwie auch Lifestyle. Kaum ein Konzernvorstand, der in den vergangenen Monaten nicht ins Silicon Valley gepilgert ist. Oder, wenn das Budget daf\u00fcr nicht ausreicht, sich wenigstens Start-up-Schmieden in Berlin angesehen hat. Praktisch kaum ein Unternehmen hat nicht mindestens schon zwei Workshops zum Thema Digitalisierung durchgef\u00fchrt oder sogar eine eigene Digitalisierungsabteilung. Spricht man mit Verantwortlichen, bekommt man schnell den Eindruck, die Digitalisierungsstrategie sei auf gutem Kurs und praktisch abgeschlossen. Bei genauerem Hinsehen ist das anders. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Drei Aussagen, die Sie mit Vorsicht genie\u00dfen sollten! Quer durch alle Branchen finden sich S\u00e4tze, die Sie im Zusammenhang mit der Digitalisierung immer wieder h\u00f6ren. Nicht immer sind sie ein Ausdruck von Fortschritt \u2013 auch wenn sie so klingen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00bbWir machen jetzt was mit Start-ups.\u00ab<\/h2>\n\n\n\n<p>Erinnern Sie sich an die Neunzigerjahre? Da studierte man \u00bbwas mit Medien\u00ab. Das hie\u00df soviel wie: \u00bbIch wei\u00df nicht, was ich mit meinem Leben anstellen soll, aber cool und hip muss es sein.\u00ab Heute machen Unternehmen \u00bbwas mit Start-ups\u00ab. Im November 2015 verk\u00fcndet Deutsche Bank Co-Chef J\u00fcrgen Fitschen: \u00bbWir werden den FinTechs jetzt verst\u00e4rkt Konkurrenz machen.\u00ab Das Bankhaus er\u00f6ffnet sein Innovation-Lab in Berlin.<br>Die Liste von Unternehmen, die was mit Start-ups machen, ist lang: Die Lufthansa unterh\u00e4lt in Berlin den Innovation-Hub, die AXA-Versicherung den AXA-Innovation-Campus, der Axel-Springer-Verlag hat das Konzept des Plug-and-Play-Inkubators aus dem Silicon Valley abgeschaut, Georg von Holtzbrinck beteiligt sich mit Holtzbrinck Ventures an Start-ups.&nbsp;<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" style=\"float:right;\">\r\n<div style=\"text-align:center;padding-left:20px;\">\r\n<h3>Das Buch zum Thema<\/h3>\r\n<a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/\/digitale-disruption\/eb-1001.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/images\/product_images\/thumbnail_images\/1001.jpg\" alt=\"Digitale Disruption\"\/><\/a>\r\n<\/br style\"clear:both;\">\r\n<a  href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/\/digitale-disruption\/eb-1001.html\">\u00bb Mehr Infos<\/a>\r\n<\/div>\r\n<\/figure> \n\n\n\n<p>Und doch gilt es, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Kein Unternehmensgr\u00fcnder tritt mit der Vision an, der Deutschen Bank bei Innovation zu helfen. Im Gegenteil: Die Gesch\u00e4ftsmodelle traditioneller Unternehmen sind h\u00e4ufig das Angriffsziel. Beteiligt sich ein Unternehmen an diesen Start-ups, ist das m\u00f6glicherweise sinnvoll. Nur hilft es nicht im operativen Gesch\u00e4ft. Wenn \u00bbwas mit Start-ups\u00ab zu machen der Kern der Innovationsstrategie ist, gibt es praktisch keine Innovationsstrategie. Der kurzfristigen Aufmerksamkeit in der Branchenpresse folgt h\u00e4ufig schnell Ern\u00fcchterung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00bbWir haben den Business Case durchgerechnet, er sieht sehr gut aus.\u00ab<\/h2>\n\n\n\n<p>Businesspl\u00e4ne zeigen auf, dass sich jemand ernsthaft Gedanken dar\u00fcber gemacht hat, ob es einen Markt gibt. Doch wie n\u00fctzlich sind sie wirklich? In einer schwedischen Studie von Thomas Karlsson und Benson Honig hei\u00dft es: \u00bbDie N\u00fctzlichkeit von Businesspl\u00e4nen f\u00fcr die Gr\u00fcndung eines neuen Unternehmens wird heute als genauso nat\u00fcrlich angesehen wie vor f\u00fcnfhundert Jahren die Tatsache, dass die Erde eine Scheibe ist.\u00ab Keines der von Karlsson und Honig untersuchten Unternehmen hat sich an den eigenen Businessplan gehalten. Gerade digitale M\u00e4rkte ver\u00e4ndern sich so schnell, dass eine konkrete Planung \u00fcber sechs Monate hinaus komplett unrealistisch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Worauf achten Investoren zunehmend? Auf die Pers\u00f6nlichkeit der Gr\u00fcnder. Es geht dabei um Fragen wie: Wie reagiert das Gr\u00fcndungsteam, wenn die Hochglanzpl\u00e4ne an der Realit\u00e4t scheitern? Geben sie auf? Oder versuchen sie alles, um ihrem jungen Gesch\u00e4ftsmodell zum Erfolg zu verhelfen? Tr\u00e4umen sie vom schnellen Geld und einem Exit in wenigen Jahren? Oder wollen sie nachhaltige unternehmerische Verantwortung tragen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00bbDas machen wir schon.\u00ab<\/h2>\n\n\n\n<p>Dem Machen-wir-schon-Ph\u00e4nomen begegne ich fast t\u00e4glich. Das Gespr\u00e4ch ist an dieser Stelle meistens beendet. \u00bbMachen wir schon\u00ab hei\u00dft so viel wie: \u00bbAlles l\u00e4uft, wir sind zufrieden.\u00ab Doch Zufriedenheit ist die schlimmste Eigenschaft f\u00fcr angehende digitale Innovatoren. Denn alles, was Unternehmen tun, kann schon morgen kopiert werden. Der einzige Wettbewerbsvorteil ist die st\u00e4ndige Weiterentwicklung. \u00bbMachen wir schon\u00ab ist nicht gleichzusetzen mit \u00bbmachen wir gut\u00ab.<br>\u00bbMachen wir schon\u00ab geh\u00f6rt zu den S\u00e4tzen, die digitale Disruptoren niemals verwenden w\u00fcrden. Warum? Irgendjemand macht immer etwas besser als man selbst. Irgendjemand hat immer die kreativeren Ideen und ein Problem besser gel\u00f6st. Digitale Disruptoren sind neugierig. Und hungrig auf L\u00f6sungen und Ideen, die m\u00f6glicherweise besser sind als ihre eigenen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist digitale Innovationsf\u00e4higkeit?<\/h2>\n\n\n\n<p>Digitale Innovationsf\u00e4higkeit beantwortet drei wichtige Fragen: Wie viele Ideen f\u00fcr innovative digitale Gesch\u00e4ftsmodelle entstehen im Unternehmen? Wie schnell kommen Teams von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung? Und wie schnell kann das digitale Gesch\u00e4ftsmodell wieder angepasst und ver\u00e4ndert werden?<br>Unternehmen mit einer hohen digitalen Innovationsf\u00e4higkeit ber\u00fccksichtigen alle relevanten Faktoren, die zum Erfolg beziehungsweise Misserfolg bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Innovationsprojekte beitragen. Dazu z\u00e4hlen Fragen wie:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Haben Mitarbeiter die Bedeutung der digitalen Vision verstanden? Richten sie ihr Handeln danach aus?<\/li><li>F\u00f6rdern F\u00fchrungskr\u00e4fte die Entstehung und Umsetzung innovativer Ideen f\u00fcr die Digitalisierung von Arbeitsabl\u00e4ufen und Produkten?<\/li><li>Wie werden bei einem Konflikt zwischen dem operativen Tagesgesch\u00e4ft und Innovationsprojekten die Priorit\u00e4ten gesetzt?<\/li><li>Wie kreativit\u00e4tsf\u00f6rdernd ist die Zusammensetzung von Teams?<\/li><li>Entstehen gen\u00fcgend Ideen, um Hindernisse bei der Umsetzung zu \u00fcberwinden oder werden Hindernisse als gegeben angesehen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die zunehmende Auseinandersetzung mit der digitalen Innovationsf\u00e4higkeit hat einfache Ursachen: In kaum einem Bereich werden so viele Fehlinvestitionen betrieben wie bei digitalen Innovationen. <a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/blog\/konservieren-durch-optimieren-wie-sich-unternehmen-selbst-ausbremsen\/\">Selbst wenn Unternehmen<\/a> Millionen in innovative Start-ups investieren, bedeutet das nicht zwingend, dass sie innovativer werden. Wenn innerhalb eines Unternehmens eine Kultur existiert, die wirklich neues Denken unterdr\u00fcckt, wird das Unternehmen in den seltensten F\u00e4llen Durchbruchsinnovationen erzielen \u2013 egal wie viel das Top-Management beispielsweise mit Start-ups kooperiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entwickeln Sie schizophrene Strategien!<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Suche nach der richtigen Handlungsstrategie w\u00fcrde dem Versuch gleichkommen, heute bereits das Wetter vom 1. Juni 2025 vorhersagen zu wollen. Was hei\u00dft das f\u00fcr die Strategieentwicklung? Die Strategie eines Unternehmens oder einer Unternehmenseinheit ist der Grundstein digitaler Disruption. Was das Top-Management eines Unternehmens nicht will, wird niemals geschehen. Ein wichtiger Teil einer solchen Strategie besteht darin, dass das Management sie durch eigene Aktivit\u00e4ten unterlegt. <a class=\"wpil_keyword_link \" href=\"\/buecher-und-e-books\/unternehmensfuehrung\/digital\/\" title=\"Digitale Transformation\" data-wpil-keyword-link=\"linked\">Digitale Transformation<\/a> l\u00e4sst sich delegieren, digitale Disruption nicht. Wof\u00fcr sich das Top-Management eines Unternehmens engagiert, hat Leitwirkung. Doch k\u00f6nnen Unternehmen zwei unterschiedliche Strategien gleichzeitig verfolgen? Sie m\u00fcssen es: Vorst\u00e4nde und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer verfolgen heute mehr und mehr Strategien, die scheinbar schizophren sind: Das Bestehende durch fortw\u00e4hrende Innovationen so lange wie m\u00f6glich erhalten und es durch radikale neue Entwicklungen zugleich ersetzen. Gleichzeitig bewahren und bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sie leiten ein Unternehmen? Machen Sie Schizophrenie zur offiziellen Strategie!<\/h3>\n\n\n\n<p>Erkl\u00e4ren Sie Mitarbeitern und F\u00fchrungskr\u00e4ften die Ambiguit\u00e4t radikaler Marktumbr\u00fcche. Zeigen Sie auf, dass es sowohl f\u00fcr den Erhalt des Bestehenden wie auch f\u00fcr die Abl\u00f6sung des Bestehenden sehr gute Argumente und zahlreiche Fallbeispiele gibt. Erkl\u00e4ren Sie, dass das Unternehmen beides braucht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/digitale-disruption\/eb-1028.html\"><img decoding=\"async\" src=\"\/images\/product_images\/info_images\/1028.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Willst du Pirat sein? Das Wertesystem digitaler Disruptoren<\/h2>\n\n\n\n<p>Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs brachte es auf den Punkt: \u00bbWillst du Pirat sein oder der Navy beitreten?\u00ab Digitale Disruptoren sind Piraten. \u00c4hnlich wie die einstigen Schrecken der Weltmeere ist es der Reiz des Unbekannten, der sie antreibt. Kein Tag verl\u00e4uft wie der andere, es gibt scheinbar un\u00fcberwindbare H\u00fcrden zu meistern, neue Chancen entstehen und werden wieder verworfen. Neugier, ein hohes Ma\u00df an Kreativit\u00e4t und der st\u00e4ndige Wille zur Ver\u00e4nderung geh\u00f6ren zum festen Wertekorsett digitaler Disruptoren.<br>Vertragen sich Piraten mit klassischen Unternehmensstrukturen? Ja, solange sie nicht Pirat nach Vorschrift sein m\u00fcssen. \u00bbDer Pirat hat nach neuen Chancen zu suchen und sie wahrzunehmen, jedoch erst nach ausf\u00fchrlicher Beratung mit einem Arbeitskreis, der Einbeziehung aller Verantwortlichen und einer exakten Risikoanalyse.\u00ab Konzerne neigen dazu, sich Piratenschiffe anzuschaffen, die Mannschaft aber dem Wertekorsett der Navy unterzuordnen.<br>F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen st\u00f6ren! Wie Sie Mitarbeiter zu digitalen Innovationen f\u00fchren<br>\u00bbWenn wir unser Unternehmen heute als digitales Start-up konzipieren w\u00fcrden, wie w\u00fcrden wir es aufbauen?\u00ab \u00bbWenn Sie unser Mitbewerber w\u00e4ren und unser Unternehmen angreifen w\u00fcrden, wie w\u00fcrden Sie unser Gesch\u00e4ftsmodell zerst\u00f6ren?\u00ab \u00bbWie k\u00f6nnen wir unser Gesch\u00e4ft durch Algorithmen zu 80 Prozent automatisieren?\u00ab<br>Sie sind <a class=\"wpil_keyword_link \" href=\"\/fuehrung-mit-pfiff\/eb-1121.html\" title=\"F\u00fchrungskraft\" data-wpil-keyword-link=\"linked\">F\u00fchrungskraft<\/a>? Stellen Sie solche Fragen t\u00e4glich? Wenn ja, werden Sie eines feststellen: Sie gehen Ihren Mitarbeitern auf die Nerven. Genau das ist es, was F\u00fchrungskr\u00e4fte im digitalen Wandel tun: Alles infrage stellen, frische Impulse statt Routine verlangen und sich niemals mit dem Normalen zufriedengeben. Das st\u00f6rt. Und soll es auch. F\u00fchrungskr\u00e4fte, die Mitarbeiter zu neuen Ideen f\u00fchren wollen, sind professionelle St\u00f6rer.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geben Sie st\u00f6rende Impulse!<\/h2>\n\n\n\n<p>Halten Sie die Augen offen! Sammeln Sie Impulse! Bei Mitbewerbern, bei innovativen Start-ups, bei Unternehmen in anderen Branchen: Was machen diese Unternehmen anders? Welche Ideen gibt es dort? Was l\u00e4sst sich m\u00f6glicherweise in das eigene Unternehmen \u00fcbertragen?&nbsp;<br>Stellen Sie st\u00f6rende Fragen!<br>Fragen, die die Kreativit\u00e4t Ihrer Mitarbeiter anregen, beginnen selten mit einem K. \u00bbKann man das tun?\u00ab \u00bbK\u00f6nnen unsere Kunden das brauchen?\u00ab \u00bbK\u00f6nnen Sie sich das vorstellen?\u00ab Fragen werden anders formuliert. Vor jede Frage kommt das Wort \u00bbWie\u00ab.<br>Zu den weiteren Waffen innovativer St\u00f6rer geh\u00f6rt die Kombination aus \u00bbWarum?\u00ab und \u00bbWarum eigentlich \u2026?\u00ab: \u00bbWarum glauben wir, dass Kunden mit uns zufrieden sind?\u00ab, \u00bbWarum eigentlich fragen wir sie nicht, was sie an uns st\u00f6rt?\u00ab oder \u00bbWarum pr\u00e4sentieren wir unseren Kunden nicht die L\u00f6sungen innovativer Mitbewerber?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klauen Sie, aber richtig!<\/h2>\n\n\n\n<p>Innovatoren sind h\u00e4ufig nicht die genialen T\u00fcftler und Erfinder, die man sich in romantischen Fantasien vorstellt. Ihre Hauptf\u00e4higkeit besteht darin, das Beste zu stehlen, was es gibt, und daraus etwas Neues zu machen.<br>Hinter vorgehaltener Hand werden Sie an dieser Stelle vielleicht sagen: \u00bbH\u00fcstel, h\u00fcstel. Das tun wir auch ab und zu.\u00ab Aber klauen Sie auch richtig? Klauen Sie das Beste, was der Markt zu bieten hat? Oder geben Sie sich mit dem zufrieden, was Sie gerade zuf\u00e4llig sehen?<br>Das Problem im Management ist nicht, dass zu wenig geklaut wird. Sondern nicht gut genug!<br>Wie in vielen Disziplinen gibt es auch in der Kategorie Ideendiebstahl die Amateure und die Spieler in der Champions League. Drei Dinge unterscheiden den Amateur vom professionellen Ideendieb:&nbsp; Profis sind st\u00e4ndig auf Beutezug. Den Ideendieb der Champions League finden Sie \u00fcberall: in Gespr\u00e4chen mit Start-ups und anderen innovativen Managern, auf branchenfremden Kongressen oder auf Internetportalen, die nur mit viel Fantasie etwas mit dem eigenen Gesch\u00e4ftsmodell zu tun haben. Amateurdiebe hingegen sind wie Gelegenheitseinbrecher: Brauchen sie neue Ideen, suchen sie nach der n\u00e4chstm\u00f6glichen Gelegenheit, die sie ohne viel Aufwand erschlie\u00dfen k\u00f6nnen \u2013 aber nicht nach der besten und lukrativsten. Ob man es moralisch f\u00fcr gut befindet oder nicht: Klauen ist erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Willkommen auf dem Innovationsfriedhof! \u2013 Lernen Sie zu scheitern!<\/h2>\n\n\n\n<p>Vorsicht! Tr\u00fcgerische Sicherheit! Stellen Sie sich einen Fu\u00dfballverein vor, der einen Prozess zur Vermeidung von Fehlsch\u00fcssen aufsetzt. Vor jedem Sturm auf das gegnerische Tor m\u00fcssen Spieler einen Antrag schreiben und begr\u00fcnden, warum die gew\u00e4hlte Taktik mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Erfolg f\u00fchrt. Die Folgen sind absehbar: W\u00e4hrend sich die Spieler in Abstimmungsprozessen aufhalten, spielt die gegnerische Mannschaft einfach weiter und zieht vorbei. Der gut gemeinte Prozess wird zur gr\u00f6\u00dften Barriere auf dem Weg zum Erfolg.<br>Die scheinbar sichere Innovationsstrategie kann gef\u00e4hrlicher sein als die scheinbar risikoreiche. Ein vermiedener Fehlschlag kann schlechter sein als ein ehrlicher Misserfolg.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Reset! Denktechnik f\u00fcr die digitale Disruption<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen zum Abschluss eine der wichtigsten disruptiven Denktechniken vorstellen: \u00bbReset!\u00ab Alles zur\u00fcck auf null.<br>Bevor Sie die digitale Zukunft entwickeln, gehen Sie zur\u00fcck in die Vergangenheit Ihres Unternehmens und Ihrer Branche. Sie analysieren die Rahmenbedingungen, unter denen Ihr Unternehmen und Ihre Branche entstanden sind. Sie fragen sich: Welches Grundproblem haben wir gel\u00f6st, als unser Unternehmen und unsere Branche entstanden? Fragen Sie sich dann: L\u00f6sen wir dieses Problem eigentlich noch immer? Wenn Sie feststellen, dass jemand anders das urspr\u00fcngliche Problem, das die Grundlage Ihres Gesch\u00e4ftsmodells ist, besser l\u00f6st als Sie, fehlt Ihnen das Fundament f\u00fcr die Zukunft. Und Disruptoren werden Sie fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Fall bringen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gefangen in den Denkmustern von gestern<\/h2>\n\n\n\n<p>In den seltensten F\u00e4llen merken Sie fr\u00fch genug, dass die Grundlagen des Gesch\u00e4fts verschwinden. Wir neigen dazu, Denkmuster aus der Vergangenheit in die Zukunft zu \u00fcbertragen. Aus diesen alten Denkmustern heraus betrachtet erscheinen neue Technologien wie eine Fortf\u00fchrung des Bestehenden unter optimierten Bedingungen. Innerhalb dieses Bereichs sind traditionelle Unternehmen innovativ. Sie nutzen neue Technologien, um das Bestehende zu optimieren. Disruptive Ver\u00e4nderungen, die au\u00dferhalb des Bestehenden entstehen, werden von traditionellen Marktteilnehmern h\u00e4ufig \u00fcbersehen.<br>Das birgt eine Gefahr: Nur wenigen in der Branche f\u00e4llt auf, dass sich Unternehmen mit ihren Innovationsstrategien im Kreis drehen. Vom Selbstverst\u00e4ndnis her sind alle Marktteilnehmer innovativ \u2013 allerdings nur im Rahmen der jahrelang trainierten Denkmuster. Michael Kirton hat dies in seiner Adaptoren-Innovatoren-Theorie beschrieben: Entlang der Entscheidungskette finden sich zahlreiche F\u00fchrungskr\u00e4fte, die auf Basis gemeinsamer Grundannahmen das Bestehende variieren, jedoch praktisch keine, die die Grundannahmen infrage stellen. Genau das ist das Problem: In Zeiten digitaler Disruption m\u00fcssen die Grundannahmen, auf denen Unternehmen beruhen, radikal infrage gestellt werden. Genau das tun Sie mithilfe der Reset!-Denktechnik.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Digitale Disruption ist machbar<\/h2>\n\n\n\n<p>Es gibt viele Beispiele von Unternehmen, die sich \u2013 zum Teil innerhalb weniger Monate \u2013 komplett ge\u00e4ndert haben. Eine meiner pr\u00e4gendsten Erfahrungen war die Zusammenarbeit mit dem Vorstand von CeWe Color, dem Vodafone Innovation Park und dem digitalen Innovationsteam von Bosch Siemens Hausger\u00e4te \u2013 alle Unternehmen haben Sie bereits kennengelernt. Die Unternehmen hatten sich entschlossen, die digitale Zukunft ihrer Branche aktiv zu gestalten. Ohne Kompromisse. Ohne Wenn und Aber. Es gibt keinen Grund, dass Sie es nicht schaffen k\u00f6nnen.<br>Das Wichtigste f\u00fcr Sie ist jetzt vor allem eines: Starten Sie! Jetzt! Nicht in drei Monaten, nicht erst nach dem \u00fcbern\u00e4chsten Arbeitskreis-Meeting. Sondern jetzt. Ziehen Sie sich an einem Sonntagnachmittag zur\u00fcck und \u00fcberlegen Sie, welche disruptiven digitalen Innovationen Sie entwickeln wollen. Skizzieren Sie. Entwickeln Sie. Und nehmen Sie sich vor, dass Sie bis Freitag n\u00e4chster Woche von einem Grafiker die ersten visuellen Prototypen haben m\u00f6chten. Werden das die finalen Entw\u00fcrfe sein? Nein. Ich hoffe, dass ich Ihnen das in diesem Buch vermitteln konnte. Nat\u00fcrlich nicht. Aber es ist der erste Schritt. Dann kommt der zweite, der zwanzigste, der zwanzigtausendste \u2026 Sie werden scheitern. Und wieder aufstehen. Es ist ein bisschen wie beim Bergsteigen. Irgendwann drehen Sie sich um und denken sich: \u00bbWow! Bin ich schon weit gekommen!\u00ab Es gibt nicht einen einzigen Grund, warum Sie nicht heute starten sollten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digital ist in. Digital ist hip. Und digital ist irgendwie auch Lifestyle. Kaum ein Konzernvorstand, der in den vergangenen Monaten nicht ins Silicon Valley gepilgert ist. Oder, wenn das Budget daf\u00fcr nicht ausreicht, sich wenigstens Start-up-Schmieden in Berlin angesehen hat. 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