{"id":1405,"date":"2014-10-16T06:45:00","date_gmt":"2014-10-16T04:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test.businessvillage.de\/blog\/2014\/10\/16\/was-macht-mit-uns-macht\/"},"modified":"2023-02-21T16:00:49","modified_gmt":"2023-02-21T15:00:49","slug":"was-macht-mit-uns-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.businessvillage.de\/blog\/was-macht-mit-uns-macht\/","title":{"rendered":"Was Macht mit uns macht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wer darf was zu wem sagen? Der eine darf, der andere nicht. Man muss genau unterscheiden. Geht es um Feedback eines hierarchisch (oder gruppendynamisch) H\u00f6heren an einen, der im Gef\u00fcge niedriger angesiedelt ist, oder umgekehrt? Redet der Chef mit seinem Mitarbeiter? Spricht ein \u00c4lterer mit einem J\u00fcngeren? Ein Erfahrener mit einem Neuling? Der CEO mit dem Pf\u00f6rtner? Was ist, wenn der M\u00e4chtigere der Feedbacknehmer ist? Was ist, wenn der M\u00e4chtigere der Feedbackgeber ist?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Feedbackgeber will \u2013 gerade, wenn er Vorgesetzter ist \u2013 etwas bewirken. Nun aber vermengen sich zwei Ph\u00e4nomene: zum einen der Inhalt des Feedbacks selbst und zum anderen die Tatsache der Machtdifferenz. Das Feedback ist gewisserma\u00dfen machtkontaminiert. Und dieser Effekt kann nicht subtrahiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Beispiel: Chef bleibt Chef!<\/strong><br>Der Vorgesetzte, der mit seinen Mitarbeitern an einem Workshop teilnimmt und verk\u00fcndet: \u00bbIch bin zwar Ihr Chef, aber vergessen Sie das mal, lassen Sie uns ganz ungehindert auf Augenh\u00f6he miteinander reden!\u00ab, entlarvt seinen Machtanspruch schon durch den Imperativ seines Statements.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das hat gar nichts damit zu tun, ob er nett, verst\u00e4ndnisvoll, akzeptiert, respektiert, gef\u00fcrchtet ist oder gar gehasst wird. Die Rolle kann nicht an der Garderobe abgegeben werden. Man hat sie immer dabei. Als Inhaber einer Machtposition kann man nicht nicht f\u00fchren. Wenn der angesprochene Mitarbeiter die Regeln des Spiels kennt, so wird er nicht mir nichts dir nichts kritischen R\u00fcckmeldungen seines Vorgesetzten munter widersprechen, so wie er das bei Kollegen oder im Freundeskreis vielleicht machen w\u00fcrde, sondern er wird das Feedback annehmen \u2013 \u00bbJa, aha, wenn Sie meinen, das sollte ich mir wirklich mal \u00fcberlegen, so hab\u2019 ich das noch nicht gesehen, \u2026\u00ab \u2013 und m\u00f6glicherweise ein paar Begr\u00fcndungen zur eigenen Entlastung liefern: \u00bbJa, wir hatten aber auch wenig Ressourcen, es war in dieser Zeit nicht ganz zu schaffen, wir haben ja versucht, vieles gleichzeitig hinzubekommen, leider waren wir ja abh\u00e4ngig von den Ergebnissen von XY \u2026\u00ab. Aber dieser Form des Annehmens ist nicht direkt anzusehen, wo es auf der Skala zu verorten ist, die sich zwischen Akzeptieren, Hinnehmen und Runterschlucken aufspannt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/feedback\/eb-951.html\"><img decoding=\"async\" src=\"\/images\/product_images\/info_images\/951.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>All dies sieht auf der Verhaltensebene recht \u00e4hnlich aus. Es ist f\u00fcr Vorgesetzte schwer zu unterscheiden, ob ihre Macht wirkt oder der Inhalt dessen, was sie sagen. Oft wiegen sie sich daher in der Illusion ihrer argumentativen \u00dcberzeugungskraft und haben doch nur ein Machtspiel gewonnen. Wer \u203aja\u2039 sagt, muss nicht \u203aja\u2039 meinen. Wer nickt, stimmt nicht unbedingt zu. Wenn der CEO bei der Betriebsversammlung einen Witz macht und alle lachen, dann hei\u00dft das nicht, dass der Witz gut war. Das Ergebnis eines Feedbacks aber h\u00e4ngt nicht von dem nach au\u00dfen sichtbaren Gestus ab, sondern von der nicht direkt offenkundigen Akzeptanz. Der Hierarch als Feedbackgeber m\u00fcsste also genau hinh\u00f6ren oder gar nachfragen, wenn er ermessen will, wie seine Vorstellungen ankommen. Und selbst dann w\u00e4re es fraglich, in welchem Grad er die Wahrheit erfahren w\u00fcrde. Denn Kommunikation gegen das Gef\u00e4lle der Macht wird zensiert. \u00bbDas k\u00f6nnen wir unserem Chef nicht sagen, niemals.\u00ab Wer also weiter oben ist, bekommt gefilterte Botschaften. Von Honecker wird gesagt, er meinte selbst, dass er im besten aller Staaten lebte. Diese Form der Illusion nennt die Psychologie mittlerweile sogar Honecker-Effekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was nun, wenn man von unten nach oben blickt? Was kann ein Mitarbeiter seinem Chef sagen und in welcher Form? Robert Greene (1999) hat in seinem Buch Die 48 Gesetze der Macht vollkommen n\u00fcchtern dargestellt, wie Macht funktioniert. Sein erstes Gesetz lautet:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbStelle nie den Meister in den Schatten!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Stellen wir uns folgendes Szenario vor! Ein Mitarbeiter zu seinem Chef: \u00bbBitte kommen Sie heute um 15 Uhr zu mir. Ich m\u00f6chte Ihnen dann ein paar Punkte r\u00fcckmelden, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind. Ich werde nat\u00fcrlich alles mit Ihnen diskutieren, solange Sie konstruktiv bleiben.\u00ab Das kann der Chef zum Mitarbeiter sagen, aber umgekehrt? Die Sozialpsychologie nennt das den Reversibilit\u00e4tstest.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ich dies schreibe, sehe ich gerade einen Bericht \u00fcber den Berliner Flughafen. Der Kommentator erkl\u00e4rt, dass Hartmut Mehdorn gar nicht mehr wissen wolle, was alles schiefl\u00e4uft, und nur noch \u00e4u\u00dferst gereizt reagiere, wenn jemand versucht, neue schlechte Nachrichten zu melden. \u00bbNur ein technischer Leiter, der diesem Chef Paroli bieten kann, k\u00f6nnte die Lage retten!\u00ab, hei\u00dft es im Fernsehbericht. Den aber gibt es nicht. Und so entscheidet der fragliche Herr schlicht, Feedback via Macht auszublenden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ist Macht b\u00f6se?<\/h3>\n\n\n\n<p>Nein! Sie ist ein nat\u00fcrliches Organisationsprinzip sozialen Lebens. Gestrandet auf einer einsamen Insel w\u00fcrde sich eine Gruppe von Menschen schnell einig dar\u00fcber, wer wo das Sagen hat oder haben sollte. Wer kennt sich mit Bauen, Jagen, Fischen, Feuermachen und dem Zusammenf\u00fchren von Menschen und so fort am besten aus?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ist Macht gut?<\/h3>\n\n\n\n<p>Luhmann (2003) beschreibt Macht als Mittel, die Entscheidungskriterien einer Gesellschaft zu ordnen und Entscheidbarkeit zu gew\u00e4hrleisten. Dort, wo Macht als akzeptiertes Ordnungsprinzip agiert, wirkt Macht konstruktiv. Wenn ein qu\u00e4lender Prozess durch ein Machtwort gekl\u00e4rt wird, zum Beispiel. Dort, wo ein Vorgesetzter f\u00fcr eine wohltuende Ordnung und f\u00fcr Gerechtigkeit sorgt. In der Demokratie zum Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Dilemma bleibt<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer steuern will, der braucht Einflussm\u00f6glichkeiten (= Macht) und er braucht Feedback. Ohne R\u00fcckmeldung sind Systeme nicht zu lenken. Ein Auto ohne Fenster l\u00e4sst sich nicht fahren, zumindest nicht besonders weit. Macht aber erschwert Feedback. Das gilt sogar f\u00fcr vermeintlich objektive Messgr\u00f6\u00dfen (betriebswirtschaftliche Daten), weil die <a class=\"wpil_keyword_link \" href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/deutungshoheit\/eb-1097.html\"  title=\"Deutungshoheit\" data-wpil-keyword-link=\"linked\">Deutungshoheit<\/a> mit der hierarchischen Position einhergeht. Nur wer gelernt hat, trotz seiner Position auf Signale zu achten und diese ernst zu nehmen, der hat eine Chance, R\u00fcckmeldung zu bekommen. Ansonsten gilt: Der Machtinhaber steckt in der Machtfalle. Informationen, die er dringend ben\u00f6tigt, bekommt er nicht wirklich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auswege aus der Machtfalle<\/h2>\n\n\n\n<p>Einzig ein glaubhafter Verzicht auf Macht kann den Weg f\u00fcr R\u00fcckmeldungen von unten nach oben \u00f6ffnen. Nur der M\u00e4chtige hat die Macht, auf Macht zu verzichten. Mit einem \u00bbSie k\u00f6nnen mir gerne alles offen sagen!\u00ab ist es dabei aber keineswegs getan. Denn seinen Mantel kann der Chef in der Garderobe seines Vorzimmers abgeben, nicht aber seine Rolle. Die Aura des Hierarchen bleibt an ihm kleben. Und das umso mehr als wir zwar in einer Demokratie leben, diese aber an den Toren unserer Wirtschaftsunternehmen und der meisten Organisationen haltmacht. Einen Kanzler kann man abw\u00e4hlen, einen Abteilungsleiter, einen Bereichsleiter oder einen CEO aber nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Und nur die M\u00e4chtigen haben die M\u00f6glichkeit, solche Kommunikationskan\u00e4le zu implementieren. Und allzu viele \u00fcbliche Mittel sind hier nicht zu entdecken. Es sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>die Mitarbeiterbefragung,<\/li><li>das Mitarbeitergespr\u00e4ch (\u00fcblicher Art),<\/li><li>das Mitarbeitergespr\u00e4ch im Sinne des Resonanz-Feedbacks,<\/li><li>Verbesserung der Kommunikationskultur in Meetings,<\/li><li>Workshops zum Thema Zusammenarbeit.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/feedback\/eb-951.html\"><img decoding=\"async\" src=\"\/images\/product_images\/info_images\/951.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Mitarbeiterbefragung<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine Feedback-Kr\u00fccke! Sie soll das R\u00fcckmeldungsdilemma l\u00f6sen, verschleiert es aber tats\u00e4chlich eher. Damit es einigerma\u00dfen offen zugeht, wird das Feedback anonymisiert. Damit bleibt es aber diffus und beliebig interpretierbar. Wer da jetzt genau wen meint, bleibt unklar. Vorgegebene Fragen nehmen den R\u00fcckmeldungen dar\u00fcber hinaus jede Spezifizit\u00e4t, man wei\u00df also noch nicht einmal, was genau gemeint ist. Je nach Gr\u00f6\u00dfe des Unternehmens kommt noch das engagierte R\u00e4tselraten dar\u00fcber, wem man welches Feedback zu verdanken hat, dazu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ergebnis:<\/strong> Note 5 f\u00fcr die Mitarbeiterbefragung<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Mitarbeitergespr\u00e4ch in der \u00fcblich verbreiteten Variante:<\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist eher ein Vorgesetztengespr\u00e4ch, in dem es um Beurteilung geht. \u00bbNat\u00fcrlich darf sich der Mitarbeiter als Erster \u00e4u\u00dfern\u00ab, h\u00f6ren wir da. \u00bbDen Beurteilungsbogen gehen wir erst ganz am Ende durch\u00ab, beteuert der Vorgesetzte. Aber glaubt jemand im Ernst, der Mitarbeiter k\u00f6nnte oder w\u00fcrde in diesem Setting frohgemut die Chance ergreifen, seinem Chef klares Feedback zu geben? D\u00fcrfte er einen Beurteilungsbogen aus der Tasche ziehen? \u00bbWas die Meeting-Moderation betrifft, habe ich Sie diesmal eine Stufe schlechter eingestuft!\u00ab Oft ist die Einstufung auch noch direkt mit Boni verkn\u00fcpft! Was das Feedback gegen die Schwerkraft der Hierarchie betrifft:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ergebnis:<\/strong> Ebenfalls Note 5 f\u00fcr das \u00fcbliche Mitarbeitergespr\u00e4ch<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das wirkliche Mitarbeitergespr\u00e4ch<\/h3>\n\n\n\n<p>Es hat echten Austausch zum Ziel, es gibt keine zu verteilenden Zensuren oder Gehaltsregulierungen, die auf dem Gespr\u00e4ch beruhen. Es geht um die Fragen \u00bbWie geht\u2019s Ihnen hier eigentlich? In der Arbeit? Im Team? Im Unternehmen? Mit Ihren Mitarbeitern? Mit mir?\u00ab, \u00bbWas sind Ihre Ziele? Ihre Vorstellungen? Was w\u00fcrden Sie gerne \u00e4ndern? Was unbedingt beibehalten?\u00ab Der Vorgesetzte \u00fcbt bewusst und gezielt Zur\u00fcckhaltung. Die Redeanteile verschieben sich zugunsten des Mitarbeiters. Das ist in Grenzen trainierbar und umsetzbar. Wir haben das erprobt. Zwar bleibt auch hier der Hierarch der Hierarch, aber ausgebildet in gezieltem Machtverzicht ergeben sich Chancen zu einer offeneren Kommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ergebnis:<\/strong> Note 2 f\u00fcr das wirkliche Mitarbeitergespr\u00e4ch oder R-Gespr\u00e4ch<\/p>\n\n\n\n<p>Verbesserung der Kommunikationskultur in Meetings<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>\u00bbDas war wieder v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig.\u00ab<\/em><\/li><li><em>\u00bbDer Meier hat wieder alles durchsetzen wollen.\u00ab<\/em><\/li><li><em>\u00bbSo hei\u00df wird\u2019s eh nicht gegessen, wie es der Chef wieder gekocht hat.\u00ab<\/em><\/li><li><em>\u00bbWieder mal eine beispielhafte Vom-H\u00f6lzchen-aufs-St\u00f6ckchen-Vorf\u00fchrung.\u00ab<\/em><\/li><li><em>\u00bbWie wir das Thema Urlaubsplanung besprochen haben, das war echt mal klasse!\u00ab<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Diese oder \u00e4hnliche Kommentare kennt jeder. Und jeder wei\u00df auch, dass sie nicht im Meeting, sondern nach dem Meeting, beim Kopierer, im Gang oder auf der Toilette ausgetauscht werden. Daran wird sich nichts \u00e4ndern, und das, obwohl Besprechungen viel Geld kosten, weil sie Zeiten binden, und obwohl hier ja die unternehmensentscheidenden Beschl\u00fcsse getroffen werden sollten. Es gilt also, Wege zu finden, \u00fcber die Qualit\u00e4t von Meetings und damit \u00fcber die Qualit\u00e4t des Miteinanders und der Kommunikation zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Beispiel: Wie Meetings besser werden<\/strong><br>Einer unserer Coaching-Klienten, seines Zeichens CFO, hat bei seinen Mitarbeitern die Devise ausgegeben: \u00bbKein Meeting ohne Feedback!\u00ab Dar\u00fcber hinaus hat er \u2013 unter anderem \u2013 ein sehr einfaches Instrument entwickelt, das wir hier mit seiner Genehmigung zeigen d\u00fcrfen. Am Ende eines jeden Meetings gehen die Mitarbeiter an einem dem Raum abgewandten Flipchart vorbei und setzen ihre Punkte in ein simples Fadenkreuz. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Haben alle ihre Einsch\u00e4tzung eingezeichnet, dreht er das Flipchart um. Es gibt noch nicht einmal eine gro\u00dfe Diskussion, das Feedback wirkt f\u00fcr sich selbst. Schon drei Monate sp\u00e4ter haben die Sitzungsteilnehmer daf\u00fcr pl\u00e4diert, ihre Punkte nicht verdeckt, sondern offen zu vergeben und sie kurz zu kommentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Chef und Moderator k\u00fcmmert sich einzig darum, dass die Feedbacks nicht diskutiert werden. Denn Wahrnehmungen sind nicht diskutierbar. L\u00f6sungsans\u00e4tze aber sind jederzeit willkommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/feedback\/eb-951.html\"><img decoding=\"async\" src=\"\/images\/product_images\/info_images\/951.jpg\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Externe Konferenzsupervision kann sehr hilfreich dabei sein, mehr Offenheit und damit Stringenz und Effektivit\u00e4t in Meetings zu realisieren. Dieses Verfahren ist im \u00dcbrigen deutlich kosteng\u00fcnstiger (weil effektiver) als manches Moderationsseminar, in dem man lernt, wie man Wolken malt, den Stift h\u00e4lt und K\u00e4rtchen klebt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ergebnis:<\/strong> Note 2\u2009\u2013\u20093 f\u00fcr die F\u00f6rderung der Feedbackkultur in Meetings<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Workshops zum Thema Zusammenarbeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Sich einmal im Jahr zur\u00fcckzuziehen, der Vorgesetzte mit seinen Mitarbeitern, und nicht die \u00fcblichen Inhalte in den Mittelpunkt zu stellen, sondern sich dar\u00fcber zu unterhalten, wie das Miteinander und damit die Zusammenarbeit funktionieren, das ist die Idee. Wir raten hier dringend zu externer Moderation (zumindest die ersten Male). Der Moderator hat hier die Aufgabe, die richtigen Fragen zu stellen, die Anliegen hinter den Aussagen zu h\u00f6ren und ans Tageslicht zu ziehen und hierarchiefreien Austausch zu schaffen: Die Mitarbeiter bearbeiten einige der zentralen Fragen ohne den Chef und pr\u00e4sentieren danach ihr (Gruppen-)Ergebnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Vorsicht: Auch Moderatoren laufen Gefahr, kraft der h\u00f6heren hierarchischen Gravitation in die Umlaufbahn um den Vorgesetzten einzuschwenken. Man muss also jemanden suchen, der hier wenig anf\u00e4llig ist. Das k\u00f6nnen \u00fcbrigens die Mitarbeiter am besten beurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ergebnis: <\/strong>Note 2\u2009\u2013\u20093 f\u00fcr (gut gemachte) Workshops zum Thema Zusammenarbeit<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Dialog und Macht m\u00f6gen nicht wirklich vereinbar sein. F\u00fcr Feedbackprozesse gilt, dass diese oft nur in einer Richtung vorstellbar sind. Daher kann der Reversibilit\u00e4tstest genutzt werden, um anzuzeigen, wann Macht im Spiel ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einfluss von Macht hat weitreichende Konsequenzen. So ist Feedback von oben nach unten machbar, aber \u2013 und das wird gerne \u00fcbersehen \u2013 wirkungsdiffus. Es ist immer machtkontaminiert. Feedback von unten nach oben ist hingegen nur denkbar, wenn man (zum Teil mit viel M\u00fche) Verfahren implementiert, die gegen die hierarchische Schwerkraft arbeiten. Ein besonderes Problem, das hierbei auftritt, ist, dass Vorgesetzten die feedbackerschwerende Aura ihrer Macht nur selten bewusst ist: \u00bbZu mir kann jeder kommen und mir sagen, was er denkt!\u00ab Genau dieses wird aber nur selten passieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und noch ein Wort an die Mehrheit<\/h2>\n\n\n\n<p>Es gibt oben Wenige und weiter unten Viele. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, einen Vorgesetzten oder eine Vorgesetzte. Und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie nicht alles toll finden, was da so von oben kommt. Lassen Sie Ihren Chef nicht Opfer allzu gro\u00dfer Filter werden und fressen Sie nicht allzu viel in sich hinein. Ein mutiges, ernsthaftes und ehrliches Feedback kann etwas bewegen. Wenn Sie dabei einen Mitstreiter finden, geht es leichter.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur der M\u00e4chtige, der auf Macht dosiert verzichten lernt, wird \u00fcber seine Wirkung etwas erfahren. Nur der Mutige, zusammen mit anderen Mutigen, wird die Chance haben, etwas zu bewegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer darf was zu wem sagen? Der eine darf, der andere nicht. Man muss genau unterscheiden. Geht es um Feedback eines hierarchisch (oder gruppendynamisch) H\u00f6heren an einen, der im Gef\u00fcge niedriger angesiedelt ist, oder umgekehrt? Redet der Chef mit seinem Mitarbeiter? Spricht ein \u00c4lterer mit einem J\u00fcngeren? Ein Erfahrener mit einem Neuling? 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