{"id":1355,"date":"2014-02-27T08:30:00","date_gmt":"2014-02-27T07:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/test-bv.gambiocloud.com\/blog\/2014\/02\/27\/selbst-denken-statt-gedacht-werden\/"},"modified":"2021-11-17T12:12:51","modified_gmt":"2021-11-17T11:12:51","slug":"selbst-denken-statt-gedacht-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.businessvillage.de\/blog\/selbst-denken-statt-gedacht-werden\/","title":{"rendered":"Selbst denken statt gedacht werden"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wir k\u00f6nnen unsere Urteilskraft auch anders nutzen, als wir es in der Schule, durch die Medien und m\u00f6glicherweise auch in der Familie gelernt haben. Urteile sind, f\u00fcr sich betrachtet, n\u00e4mlich noch nichts Negatives \u0096 es kommt darauf an, dass wir uns bewusst machen, wie wir zu ihnen kommen, bevor wir sie aussprechen oder zu Grunds\u00e4tzen des Miteinanders machen. F\u00fcr unsere Kommunikation steckt in ihnen sogar gro\u00dfes Potenzial: Hinter jedem Urteil verbirgt sich ein erf\u00fclltes oder unerf\u00fclltes Bed\u00fcrfnis.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Denke ich, jemand sei langsam oder ein \u203aBremsklotz\u2039 (Urteil), w\u00fcnsche ich mir wohl, dass etwas vorw\u00e4rts geht oder wir unsere Zeit sinnvoller nutzen k\u00f6nnten (Bed\u00fcrfnis). F\u00e4lle ich das Urteil: \u00bbDer h\u00e4ngt sein F\u00e4hnchen immer nach dem Wind\u00ab, w\u00fcrde ich wohl gern wissen, woran ich bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Habe ich dagegen gelernt, mein Bed\u00fcrfnis auszudr\u00fccken, statt ein Urteil \u00fcber den anderen zu f\u00e4llen und ihm Vorw\u00fcrfe zu machen, steigt meine Chance, geh\u00f6rt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim reflektierten Urteil steckt bereits in der Bezeichnung der Unterschied zu den moralischen Urteilen, die scheinbar automatisch Eingang in unser Denken finden. Wenn wir reflektiert urteilen, hei\u00dft das zweierlei: Ich habe bemerkt, dass ich urteile, und ich habe in mir gekl\u00e4rt, welches Bed\u00fcrfnis bei mir gerade erf\u00fcllt oder nicht erf\u00fcllt ist. Ich mache mir also bewusst, wieso ich gerade zu diesem Urteil komme. Auf diese Weise suchen wir auch nicht nach weiteren Best\u00e4tigungen f\u00fcr unser Urteil, denn es geht uns nicht darum, recht zu haben. In Beziehungen, die uns wichtig sind, suchen wir das Gespr\u00e4ch oder wollen verstehen, was den anderen dazu bewegt, etwas zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Form des Urteilens ist Teil des Gesunden Kommunizierens.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir uns im Alltag durch die \u00c4u\u00dferung eines anderen verletzt sehen, unzufrieden sind und nicht kl\u00e4ren, was gerade in uns los ist, vermischen wir Gesagtes und Gedachtes miteinander und sind dann oftmals mit einem moralischen Urteil bei der Hand. Lassen Sie mich den Unterschied an einem weiteren Beispiel verdeutlichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel: Hauptsache, dir geht es gut!<\/strong><br>\u00bbKannst du mir die Aktualisierung der Kalkulation f\u00fcr das Angebot an die Firma M\u00fcller abnehmen? Ich muss heute mal fr\u00fcher weg.\u00ab \u2013 \u00bbNein, das schaffe ich nicht, sorry. Ich wei\u00df selber nicht, wie ich heute noch mit allem fertig werden soll, ich will auch ins Wochenende.\u00ab \u2013 \u00bbDu bist so ein Egoist! Wie oft habe ich dir schon Arbeit abgenommen. Hauptsache, du kannst immer p\u00fcnktlich Feierabend machen \u2013 alle anderen k\u00f6nnen sehen, wo sie bleiben!\u00ab<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\" style=\"float:right;\">\r\n<div style=\"text-align:center;padding-left:20px;\">\r\n<h3>Das Buch zum Thema<\/h3>\r\n<a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/\/gesundes-kommunizieren\/eb-910.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/images\/product_images\/thumbnail_images\/910.jpg\" alt=\"\"\/><\/a>\r\n<\/br style\"clear:both;\">\r\n<a  href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/\/gesundes-kommunizieren\/eb-910.html\">\u00bb Mehr Infos<\/a>\r\n<\/div>\r\n<\/figure> \n\n\n\n<p>Vielleicht kommt Ihnen dieses Gespr\u00e4ch bekannt vor. In solchen emotional aufgeladenen Situationen haben wir die Wahl. Wir k\u00f6nnen einfach bei dem moralischen Urteil \u203aegoistischer Kollege\u2039 bleiben und uns damit aus der Verantwortung f\u00fcr die Situation und die Beziehung ziehen. Die Schuld geben wir dann unserem Gegen\u00fcber, und wir f\u00fchlen uns moralisch \u203arein\u2039. Doch was steckt hinter diesem Urteil \u203aDer ist aber egoistisch!\u2039?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht h\u00e4lt sich der Kollege tats\u00e4chlich gern Arbeit vom Leib, weil ihm seine Freizeit sehr wichtig ist, um die Verbindung zu seinen Kindern zu halten, die ansonsten allein zu Hause w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Seite sieht so aus, dass Ihr Urteil sicher mit Erfahrungen unterf\u00fcttert ist, die das best\u00e4tigen. Sie w\u00fcrden sich w\u00fcnschen, dass er auch die Bed\u00fcrfnisse aller anderen im Blick hat, statt seines auf Kosten anderer durchzusetzen, die auch gern etwas mehr Freizeit h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glicherweise ist es aber auch anders: Es k\u00f6nnte f\u00fcr den Kollegen sehr wichtig sein, gerade heute p\u00fcnktlich Schluss zu machen, weil er nach der Arbeit eine wichtige Verabredung hat. \u00dcber die Beweggr\u00fcnde des anderen machen wir uns jedoch oft gar keine Gedanken, bevor wir urteilen. Stattdessen verorten wir den Grund f\u00fcr unseren <a class=\"wpil_keyword_link \" href=\"\/was-mich-aergert-entscheide-ich\/eb-1047.html\" title=\"\u00c4rger\" data-wpil-keyword-link=\"linked\">\u00c4rger<\/a> einfach beim Gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle kommt die Bedeutung der Selbstkl\u00e4rung zum Tragen. Verletzt sind wir in einem solchen Moment n\u00e4mlich nicht, weil der andere uns etwas angetan hat \u2013 hat er n\u00e4mlich gar nicht. Er versucht lediglich, sich selbst ein Bed\u00fcrfnis zu erf\u00fcllen, und ist nur ein Ausl\u00f6ser f\u00fcr Ihr Gef\u00fchl. Bitte erinnern Sie sich an die wichtige Unterscheidung: Verstehen, hei\u00dft nicht, mit dem Verhalten des anderen einverstanden zu sein. Verstehen zu wollen, bevor ich mich aufrege, entlastet vorrangig mich und meine Nerven!<\/p>\n\n\n\n<p>Verletzt oder sauer sind wir, weil unser eigenes Bed\u00fcrfnis nicht erf\u00fcllt wurde. Hinter dem Egoismus-Vorwurf steckt in Wahrheit das Bed\u00fcrfnis nach Unterst\u00fctzung, gegenseitiger Hilfsbereitschaft, vielleicht sogar Zusammenhalt. Das unerf\u00fcllte Bed\u00fcrfnis ist der Ausgangspunkt der Entr\u00fcstung. Wenn uns das bewusst ist, kommen wir raus aus dem Vorwurfsdenken und hin zu reflektierten Urteilen und Gespr\u00e4chen, die \u00f6fter dazu f\u00fchren, dass beide Seiten das bekommen, was sie brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Art und Weise lassen sich viele \u00c4u\u00dferungen \u00fcbersetzen, die unser Kopfkino in Gang bringen. Denken wir: \u00bbVerdammt, ist das laut hier!\u00ab, steckt dahinter der Wunsch nach Ruhe, nicht die b\u00f6se Absicht des Personals, dass die Musik in der Hotellounge zu laut aufgedreht hat. Geht es bei einer Besprechung im B\u00fcro drunter und dr\u00fcber, urteilen wir vielleicht: \u00bbMeine G\u00fcte, ist das ein Chaos!\u00ab, und tun das aus dem Bed\u00fcrfnis nach Ordnung und \u00dcberschaubarkeit heraus. Wenn wir in unsere eigenen Urteile blicken wie in einen Spiegel, erkennen wir unsere Bed\u00fcrfnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das \u00e4ndert alles. Wenn wir erst einmal wirklich verinnerlicht haben, dass <a class=\"wpil_keyword_link \" href=\"\/gefuehle\/eb-1084.html\" title=\"Gef\u00fchle\" data-wpil-keyword-link=\"linked\">Gef\u00fchle<\/a> aus unerf\u00fcllten Bed\u00fcrfnissen entstehen, \u00e4ndert sich auch unsere Sichtweise auf die \u00c4u\u00dferungen anderer \u2013 und unsere eigene Herangehensweise an die Kommunikation. Wir wissen, warum wir uns so f\u00fchlen, wie wir uns f\u00fchlen, und haben keinen Bedarf mehr, einen Schuldigen zu suchen. Dadurch ver\u00e4ndert sich unsere Denkweise: Wir setzen nicht bei einer fr\u00fcheren Erfahrung an, die wir einfach auf die aktuelle Situation \u00fcbertragen und die in einen Glaubenssatz gem\u00fcndet ist (\u00bbau\u00dfer mir sind hier alle faul\u00ab), sondern fangen bei der Beurteilung der Situation bei null an, urteilen also situativ. Wir lassen uns nicht mehr denken, sondern denken selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mir wichtig zu betonen ist: Das Gesunde Kommunizieren will nichts weichsp\u00fclen. <a class=\"wpil_keyword_link \" href=\"\/blog\/category\/kommunikation\/konflikte-loesen\/\" title=\"Konflikte\" data-wpil-keyword-link=\"linked\">Konflikte<\/a> wird es immer geben. Wir \u00e4ndern lediglich die Art und Weise der Konfliktkommunikation von einem ungesunden zu einem gesunden Umgang mit Meinungsverschiedenheiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Folgen des Kopfkinos<\/h2>\n\n\n\n<p>Je \u00f6fter ich in meinem Kopfkino das Gleiche denke, desto st\u00e4rker brennt sich dieser Gedanke ein. Unser Gehirn lernt exzellent durch Wiederholung in Verbindung mit Emotionen. F\u00fcr diese eigens produzierten \u203aKurzfilme\u2039 m\u00fcssen wir keinen Eintritt zahlen. Wir zahlen allerdings mit unserer Stimmung, unseren Nerven, unserer Lebenskraft. Umso wichtiger und sinnvoller ist es, selbst Regie zu f\u00fchren. Im Kino w\u00fcrden Wiederholungen oder Endlosschleifen schnell zu Langeweile f\u00fchren. Wir w\u00fcrden den Saal verlassen oder uns einen Film, aus dem wir unzufrieden herausgegangen sind, wenigstens nicht noch einmal ansehen. Anders beim Kopfkino, das erheblichen Einfluss auf unser langfristiges Wohlbefinden hat. Da schalten wir oft nicht ab oder steigen aus, sondern tun uns noch die x-te Wiederholung an.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir nicht trennen k\u00f6nnen, was wirklich gesagt wurde und was aus dem Skript unseres Kopfkinos stammt, sind wir kaum mehr in der Lage, eine Verbindung zum anderen herzustellen. Wir h\u00f6ren nur, was der Regisseur in unserem Kopf denkt, kommen zu einem Urteil und versuchen nicht mehr zu verstehen, was andere uns sagen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispielsweise beginnen Menschen sich wegen eines vermeintlichen Vorwurfs zu rechtfertigen, den sie meinen geh\u00f6rt zu haben, der in Wirklichkeit jedoch gar nicht ausgesprochen wurde. Oder sie sagen \u00bbja\u00ab statt \u00bbnein\u00ab, weil der Kopf-Regisseur unangenehme Folgen f\u00fcr den Fall fantasiert, dass sie \u00bbnein\u00ab sagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das f\u00fchrt dazu, dass sie auf andere nicht, wie es in der Management- und Lifecoaching-Literatur oft hei\u00dft, authentisch wirken. Denn wir k\u00f6nnen noch so gut schauspielern: Das Kopfkino hat auf Dauer eine Inkongruenz von Denken und (Kommunikations-)Verhalten zur Folge. Da hilft auch eine ausgefeilte, \u00fcber Jahre trainierte Methode authentischer Wirkung nicht, um andere auf Dauer zu t\u00e4uschen. Sie k\u00f6nnen vielleicht \u00bbja\u00ab sagen, obwohl sie \u00bbnein\u00ab meinen, doch Ihr K\u00f6rper ist aufrichtig. Er verr\u00e4t Ihr Denken. Was Sie w\u00e4hrend des Sprechens mit Ihren H\u00e4nden tun, Ihre K\u00f6rperhaltung, Ihr Gesichtsausdruck \u2013 all das verr\u00e4t, dass Sie etwas anderes denken, als Sie sagen; wenn auch nicht klar wird, was das genau ist. Diese Inkongruenz zwischen Worten und K\u00f6rpersprache kommt bei Ihrem Gegen\u00fcber an und sorgt f\u00fcr Unklarheit, Unsicherheit oder auch Misstrauen. Das hat nicht nur zur Folge, dass Sie anders wirken, als Sie vielleicht wollen. Dieses Verhalten hat auch Auswirkungen auf das Verhalten des anderen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Beispiel:<\/strong><br>Tochter: \u00bbPapa, du hast versprochen, mir bei den Mathe-Hausaufgaben zu helfen! K\u00f6nnen wir das jetzt machen, oder lieber sp\u00e4ter?\u00ab<br>Vater (blickt von seiner Fachzeitschrift auf, zieht die Mundwinkel nach unten, rollt mit den Augen und seufzt lautstark, bevor er spricht): \u00bbJa, dann komm halt her damit.\u00ab<br>Tochter: \u00bbWieso guckst du denn so b\u00f6se? Hab ich was falsch gemacht?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist inkongruente Kommunikation. Die K\u00f6rpersprache des Vaters sagt \u00bbnein\u00ab, und doch sagt er \u00bbja\u00ab. Weil sein Kopf die \u00c4u\u00dferung seiner Tochter beispielsweise als \u00bbnervig\u00ab bewertet hat \u2013 ein moralisches Urteil. Vielleicht spinnt er in Gedanken auch noch einen Film dazu, was passieren wird, wenn er jetzt \u00bbnein\u00ab sagt. Das hat er ja letztes Mal erlebt, als seine Frau sich dann auch noch in die Sache eingeschaltet und ihn zurechtgewiesen hat. Und auf all diese Folgen hat er keine Lust, also sagt er mehr genervt als aus vollem Herzen \u00bbja\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei hatte seine Tochter lediglich gefragt, ob sie jetzt oder lieber sp\u00e4ter Mathe machen sollen. Ihre \u00c4u\u00dferung enth\u00e4lt gar keine Forderung, keinen Angriff. Sie hat eine einfache Frage gestellt. Er k\u00f6nnte ihr auch sp\u00e4ter helfen, wenn er mit seinem Artikel fertig ist. Doch er glaubt, er m\u00fcsse das jetzt tun, um des lieben Friedens willen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit seiner Reaktion wendet er nicht nur selbst unn\u00f6tig Kraft auf, sondern irritiert auch seine Tochter. Sie wird wahrscheinlich eher angespannt sein und sich unwohl f\u00fchlen, wenn er ihr nach dieser \u00c4u\u00dferung bei den Hausaufgaben hilft; hat vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen, weil er ihr zu verstehen gibt, dass er sich durch sie gest\u00f6rt f\u00fchlt, auch ohne es zu sagen. So herrscht schlechte Stimmung, w\u00e4hrend die beiden sich den Mathe-Aufgaben widmen \u2013 eine eher ung\u00fcnstige Basis f\u00fcr Lernen und Zusammenarbeit. Anders w\u00e4re das Gef\u00fchl gewesen, wenn er in sich hineingehorcht, nein gesagt und ihr angek\u00fcndigt h\u00e4tte, ihr in einer Stunde zu helfen, wenn er den Kopf daf\u00fcr frei hat und sich in einer Qualit\u00e4t auf sie einlassen kann, dass auch er sich damit wohlf\u00fchlt. Dann w\u00e4re keine unangenehme Stimmung zwischen ihnen entstanden, und ihre gemeinsame Zeit h\u00e4tte vielleicht andere Fr\u00fcchte tragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man diese Episode isoliert betrachtet, ist die Folge vielleicht banal: Ein paar Stunden sp\u00e4ter, wenn die Hausaufgaben erledigt sind und der Vater mit seinem Artikel fertig ist, ist m\u00f6glicherweise oberfl\u00e4chlich betrachtet wieder alles in Ordnung. Doch jetzt stellen Sie sich einmal vor, der Vater reagiert h\u00e4ufiger so, wenn seine Tochter ihn um Hilfe bittet. Was bleibt bei ihr h\u00e4ngen? Dass sie eine Belastung f\u00fcr ihren Vater ist, weil er ihr kommuniziert, dass er sich von ihr gest\u00f6rt f\u00fchlt? Auf Dauer h\u00e4tte das sicher Auswirkungen auf die Vater-Tochter-Beziehung; m\u00f6glicherweise w\u00fcrde die Tochter irgendwann dauerhaft Abstand von ihrem Vater suchen, weil sie bemerkt, dass er ihrem Selbstbewusstsein nicht guttut. Stellen Sie sich vor, Sie denken sich h\u00e4ufig als Belastung \u2013 ausgerechnet f\u00fcr die Menschen, die Sie am meisten lieben!<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich liebt auch dieser Vater seine Tochter, nat\u00fcrlich m\u00f6chte er ihr bei ihren Hausaufgaben helfen. Nur eben nicht in diesem Moment, sondern wenn er seinen Artikel fertig hat. Ja, um Himmels willen, warum sagt er ihr das nicht einfach? Diese Frage stellen Sie sich bestimmt auch. Es ist so eindeutig, wenn wir eine solche Situation von au\u00dfen betrachten; doch wenn wir uns selbst so verhalten, merken wir es oft gar nicht. Und das nur, weil unser antrainiertes Denken uns ein Schnippchen schl\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie erzeugen Konfusion, wenn Sie inkongruent kommunizieren. Konfusion ist das Gegenteil des Gesunden Kommunizierens, das immer auf Kl\u00e4rung bedacht ist. Um unser Denken selbst zu steuern, ist der erste notwendige Schritt, wahrzunehmen, dass und was wir gerade denken \u2013 unserem Selbstwert und unseren Beziehungen zuliebe. Das Kopfkino schw\u00e4cht nicht nur unsere Kommunikation, sondern auch unsere Beziehungen, und kann sie im schlimmsten Fall sogar zerst\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir k\u00f6nnen unsere Urteilskraft auch anders nutzen, als wir es in der Schule, durch die Medien und m\u00f6glicherweise auch in der Familie gelernt haben. 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