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Werden wir manipuliert?

Sebastian Calliles

07.01.2021 ·  Wir Menschen lieben die Gemeinschaft. Wo uns einst die Grupppe in grauer Vorzeit das Überleben sicherte, kann unser Gemeinschaftssinn heute zum Einfallstor für Manipulation werden. Das Konformitätsexperiment von Solomon Asch aus dem Jahr 1951 verdeutlicht wunderbar, wie schnell wir der Herde folgen.

Sebastian Calliles

Hätte die Single damals eingeschlagen, wäre Sebastian Callies heute vielleicht noch mit seiner Rockband unterwegs. Hat sie aber nicht. Stattdessen studierte er Politik-, Medien- und Kommunikationswissenschaft und startete eine Laufbahn als Journalist und Werbetexter. Heute berät Sebastian Callies mit seiner Kommunikationsagentur einige der größten Unternehmen der Welt – vom Silicon Valley bis Göteborg, von Bangalore bis Bielefeld. Sein Thema ist Markenführung im digitalen Zeitalter. » http://www.calliesundschewe.de/

Das ist ein wesentlicher Unterschied zur breiten Masse. Die meisten Menschen haben zwar eine sehr unveränderliche Meinung zu vielen Dingen, sie passen diese aber in einer Gruppe vorübergehend an ihre Mitmenschen an . Diese sogenannte soziale Konformität ist ein Merkmal aller Gemeinschaften. Innere Ansichten hin oder her: Wir möchten von anderenakzeptiert werden. Gäbe es keinerlei Übereinstimmungen in einer Gruppe, könnte diese gar nicht funktionieren – die Mitglieder würden sich ja andauernd streiten.

Das wohl bekannteste Experiment aus der Konformitätsforschung ist von Solomon Asch aus dem Jahr 1951. Der amerikanische Psychologe zeigte, dass der Gruppenzwang eine Person so beeinflussen kann, dass sie sogar eine offenkundig falsche Aussage öffentlich als richtig bewertet. Asch hatte eine Kleingruppe zusammengebracht, der drei Linien gezeigt wurden. Diese sollten mit einer Referenzlinie verglichen werden. Die Teilnehmer schätzten nacheinander, welche der drei Linien genauso lang wie die Vergleichslinie war. Der Clou: In der Gruppe saß nur ein echter Proband, und dieser musste immer als letztes sein Urteil abgeben. Alle anderen waren eingeweihte Komplizen von Asch. Sie können sich vorstellen, wie die Nicht-Eingeweihten aus der Wäsche geschaut haben, als alle vor ihnen eine offenkundig viel kürzere Linie als gleichlang mit der Referenzlinie bezeichnet hatten. Würden Sie da widersprechen? Nur ein Viertel aller Versuchspersonen ließ sich von diesem Gruppendruck nicht täuschen und blieb bei seinen Ansichten (vergleiche Asch 1955). 

Kurs halten bei Gegenwind

Es ist also offenbar gar nicht so einfach, in einer Gruppe zur eigenen Meinung zu stehen, wie tief verwurzelt und unveränderlich diese auch sein mag. Umso beeindruckender und anziehender wirkt es daher auf uns, wenn jemand seinen Ansichten auch öffentlich und bei erheblichem Gegenwind treu bleibt. [...]

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