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Peter Baumgartner

25.03.2021 ·  Fakten sind das eine, Emotionen das andere. Ganz gleich, ob Sie einen Vortrag oder eine Präsentation halten - letztlich entscheiden Emotionen, was vom Gesagten in Erinnerung bleibt. Peter Baumgartner illustriert, wie wir mit einfachen Mitteln Inhalte emotional so verstärken, dass sie besser verfangen und Wirkung entfalten.

Peter Baumgartner

Peter Baumgartner ist Dipl.-Pädagoge sowie Wirtschaftsingenieur und spielte in Film-, Theater- und Hörspielproduktionen. Er erstellt Medienkonzepte und leitet Pressekonferenzen. Der Vortragsredner, mehrfache Buchautor und Wirtschaftsliteraturpreisträger ist als Vortragscoach und Hochschuldozent im In- und Ausland tätig. Persönlichkeiten aus Medien und Wirtschaft vertrauen auf seine Sprech-, Medien- und Bühnenkompetenz.  » http://www.peterbaumgartner.at

Wiederholung ist fast alles. Wiederholen Sie für das Publikum, was Ihnen wichtig ist, oder Ihre Aussage unterstreicht. Wiederholen Sie Ihre Aussagen nie schulmeisternd. Wieder-holen Sie Ihre Kernaussage facettenreich und charmant.

Neues und Unerwartetes wirkt am stärksten

Unser Gehirn liebt Neuigkeiten. Alles, was vom Bekannten und der Norm abweicht, wird bereitwillig registriert. Genau das hat eine Chance auf weitere Verarbeitung. Ein emotionaler Vortrag wird sich deswegen an eine Grundregel halten. Alles, was nicht neu und nicht persönlich ist, muss raus. Natürlich können Sie nicht nur Neues bringen, aber Sie sollten unbedingt Themen neu erzählen und neu betrachten.

Die emotionale Qualität Ihrer Erfahrungen

Es geht niemals darum, was Sie beinahe getan hätten. Wie Sie über Erfahrungen sprechen und welche Arten von Erfahrungen Sie einsetzen, ist eine Frage der Qualität. Im Grunde unterscheiden wir drei Erfahrungsformen: sekundäre, primäre und existenzielle. Sekundäre Erfahrungen sind von Ihnen emotional weit entfernt. In diesem Fall reproduzieren Sie die Inhalte anderer. Das kann manchmal erforderlich sein. Konzentrieren Sie sich aber auf höherwertige Erfahrungen. Beispiel: Sie konnten einen berühmten Sportler mit seinem faszinierenden Thema in einem Vortrag erleben. Nun versuchen Sie dessen Inhalte in Ihren Vorträgen nachzuahmen.

Primäre Erfahrungen sind Ihnen näher.

Sie leben und begreifen diese Inhalte oder diese Thematik selbst. Hier ist es leichter, Ihnen zu folgen und zu vertrauen. Beispiel: Sie haben selbst über lange Zeit für einen Sportwettbewerb trainiert und vermitteln die erlebten Anstrengungen dem Publikum.

Existentielle Erfahrungen gehen am tiefsten.

Wenn Sie darüber sprechen, wird Ihre emotionale Bindung spürbar. Das können Sie nicht mehr ausblenden. Das kann das Publikum nicht mehr ausblenden. Dadurch wirken Sie sicher, stimmig und lebendig. Beispiel: Ihr Training als Freizeitsportler hat Ihren Alltag mehr und mehr bestimmt. Sie haben viel riskiert und sportliche Siege errungen, dadurch aber Ihre Beziehung und Freundschaften vernachlässigt. Sie mussten sich entscheiden, was Ihnen wichtiger ist.

Publikumsaktivität steuern?

Wer sein Publikum steuern will, kann verschiedene Techniken einsetzen. Wir sind keine Verehrer dieser Methoden. Für Menschen mit wenig Auftrittserfahrung, finden wir diese Techniken noch zulässig.

Sie können die Menschen zum Aufzeigen ermuntern. Das Muster dazu lautet: Eine Frage und eine Gegenfrage zu stellen, dann haben alle einmal die Hand gehoben. Zur Sicherheit stellen Sie noch eine dritte Frage: »Wer von ihnen hätte ohnehin nicht aufgezeigt?« Jetzt haben sich alle im Publikum einmal aktiv beteiligt. Eine andere Methode. Eine Frage stellen, die fast jeder mit »Ja« beantworten kann. Selbst dabei die Hand heben. Das wirkt, ist aber auf Dauer langweilig. Noch dazu praktizieren das sehr viele Sprecher mehrmals im Vortrag. Wenn man schon eine Frage stellt und aufzeigen lässt, finden wir es spannender, wenn Sie blitzschnell sagen: »94,62 Prozent sind also dafür.«

Manche Redner lassen das Publikum während des Vortrags etwas zeichnen. Andere befestigen vor Veranstaltungsbeginn Kärtchen mit Sprüchen und Süßigkeiten unter den Sesseln der Zuhörer. Im Vortrag kommt dann die Anweisung unter die Sitzfläche zu greifen. Das wirkt, machen aber immer mehr Vortragende.

Wirkungsvolle Redner müssen das Publikum nicht dauernd zu Aktivitäten zwingen. Seien Sie positiv. Verwenden Sie selbst oft »Ja« in Ihrer Rede. Nicken Sie verstärkend, während Sie sprechen. Lassen Sie ab und zu »Einverstanden?« als scheinbare Frage einfließen. Damit sind Sie nicht aufdringlich, wirken aber nachhaltig.

Inszenieren, übertreiben und provozieren

Tun Sie in seltenen Fällen Unerwartetes. Einfach das Gegenteil von dem, was normal wäre. Eine Idee für Unerwartetes kann sein, dass Sie unübliche Dinge auf die Bühne mitbringen. Am Beginn Ihres Redebeitrages stellen Sie etwas Unübliches unkommentiert auf der Bühne oder auf einem Tisch ab. Am Schluss lösen Sie alles auf.

Sie können eine scheinbar schwere Tasche mitnehmen und gut sichtbar abstellen. Über die Tasche oder den Inhalt sprechen Sie während der Rede nicht. Vielleicht werfen Sie zwischendurch einen Blick zur Tasche. Zum Schluss gehen Sie in Argumentationsschritten auf die Tasche zu, oder Sie stoßen wie zufällig an ihr an. Ihre Hand zögert beim Aufmachen. Und letztendlich ist die Tasche leer, weil Sie dem Publikum nichts mitgeben können, als Ihre Gedanken und Ideen. Genau so gut können Sie anfangs Laufschuhe hinstellen und ähnlich damit umgehen. Zum Schluss erklären Sie, dass diese Schuhe für Sie Freiheit, Gesundheit und Lebensgefühl bedeuten. Sie fordern die Menschen auf, Ihre Laufschuhe auch so zu sehen.

Die Vortragsbühne und eine freie Rede werden leider allzu oft mit einem Kabarett vertauscht. Sie dürfen natürlich provozieren und amüsant sein. Zu viele verwechseln aber einen hochwertigen und spannenden Vortrag mit Klamauk. Dafür gibt es andere Bühnen.

Zeigen und vorführen

Dreidimensionales ist besser als jede Präsentation. Es ergänzt Ihre Ausführungen ideal, wenn Sie ein Modell, ein Produkt oder ein Muster mitbringen. Eine Variante des Zeigens ist, etwas verhüllt auf der Bühne zu haben. Darüber dann spannend zu sprechen und es später erst zu zeigen. Sie können in Ausnahmefällen auch einen Gegenstand hinter Ihrem Rücken halten und dann zeigen.

Geschichten – Bilder in den Köpfen

Seit Urzeiten sind es Menschen gewöhnt, in Geschichten und Bildern zu denken. Geschichten rufen Emotionen hervor. Bilder, die direkt in den Köpfen der Zuhörer entstehen, packen wirklich. Am besten sprechen Sie über Bilder, die Sie selbst gesehen haben. Besonders gut wirken Ihre Geschichten, wenn Einzelschicksale im Vordergrund stehen.

Die selbst erlebte Geschichte hat eine enorme emotionale Qualität. Wer persönliche Erlebnisse einbaut, wirkt authentisch und offen. Was spannend ist, ist das Besondere, das Konkrete. Eine Geschichte ist dann spannend, wenn sie Entwicklung aufweist und es in ihr einen Wendepunkt gibt. Die Aufmerksamkeit und der Unterhaltungswert sind bei einem Überraschungsmoment sehr hoch. Bedenken Sie aber bitte unbedingt eines: Wer nur Geschichten anderer erzählt, hat keinen Inhalt!

Emotionale Erzählstrukturen

Sehr gute und weniger gute Redebeiträge unterscheiden sich in der emotionalen Struktur. Viele Redner kommen nie auf die Idee, ihre Inhalte nach emotionalen Qualitäten zu hinterfragen. Dabei ist der Aufwand für eine emotionale Gestaltung überschaubar und lohnenswert. Wir führen hier einige sehr wirkungsvolle Erzählstrukturen an.

  • Cliffhanger
    Sie erzählen eine Geschichte und hören vor dem Höhepunkt auf. Später oder am Vortragsende erzählen Sie die Geschichte fertig.
  • Anonymes Reden
    Sie sprechen über jemanden oder eine Sache und sagen aber nicht, um wen oder was es sich handelt. Erst wenn Sie am Ende des Abschnitts oder der Geschichte sind, lösen Sie das Ganze auf.
  • Spannungsankündigung
    Sie erwähnen, dass Sie gleich etwas sagen werden: »Ich werde Ihnen gleich erzählen/zeigen.« »Ich verrate Ihnen Besonderes.« »Ich habe Ihnen zwei Geheimnisse mitgebracht.«
  • Bildhafte Vergleiche
    Der gute Redner wird Vergleiche anwenden und Beispiele vorbringen (Das kommt mir vor wie ein Matrose ohne Boot. Ein Segel ohne Wind. Ein Vogel ohne Flügel. Eine Kerze ohne Docht).
  • Ausdrucksstarke Formulierungen
    Lieber weniger und klare Worte als um sich kreisende Allgemeinplätze. Allgemein ist uninteressant. Vermeiden Sie vage Ausdrücke und aufweichende Formulierungen.

Wer bewusst reduziert und anschaulich spricht, wird besser wahrgenommen.

 

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