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Pflaster hilft nix

Sabine Bredemeyer

27.06.2019 ·  Abgebrannt und ausgebrannt - so fühlen sich heute viele Arbeitnehmer. Doch der Leistungsdruck macht auch vor den Führungsetagen nicht halt. Der Druck auf das Management nimmt zu und die zu bewältigenden Aufgaben werden immer vielfältiger. "Doch Häuptlinge schwächeln nicht!", so das Selbstbild vieler Führungskräfte. Diese Einstellung kann fatale Folgen haben, die sich mit ein wenig Achtsamkeint und einfachen Verhaltensänderungen recht einfach vermeiden lassen.

Sabine Bredemeyer

Sabine Bredemeyer steht als Expertin für persönliche und unternehmensweite Veränderungsprozesse vor allem für innere Balance und zeitgemäße Führungstools. Sie zeigt, wie sich Führungserfolg, engagierte Mitarbeiter und beste Unternehmensergebnisse durch eine einleuchtende persönliche Strategie erreichen lassen. Ihr Anliegen ist es, dass Menschen sich in ihrer Arbeitswelt wohlfühlen und entfalten können. » http://www.happy-leaders.de

Wenn aus inneren Warnungen ein Aufschrei des Körpers wird

Ob es Verantwortungsbewusstsein ist, Ehrgeiz oder auch die Freude an der Arbeit: Führungskräfte arbeiten oft zuviel, stellen an sich selbst schier unerfüllbare Anforderungen und hören nicht auf die kleine innere Stimme, die zunächst ganz leise und dann immer lauter darauf aufmerksam macht, dass etwas nicht stimmt. Überforderung, Stress, Schlafmangel, ungesunder Lebenswandel, damit auch häufig familiäre Schwierigkeiten, Ärger mit Kollegen und Mitarbeitern. Der Teufelskreis zieht sich zu: die Arbeit fällt zunehmend schwerer, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Depression erfordern noch längere Arbeitszeiten. Die Arbeit wird zur Tortour und die Mitarbeiter leiden unter einem Chef, der als wandelnde Umweltverschmutzung, schlecht gelaunt, unkonzentriert und ungerecht das gesamte Arbeitsklima vergiftet. Die beste Voraussetzung dafür, dass das Unternehmen darunter leidet und auch die Mitarbeiter krank werden.

Mit Trostpflaster und noch mehr Anstrengung gegen die Überforderung

Wenn Sie als Führungskraft hier nicht innerhalten und nachspüren, was los ist, sich Hilfe holen und Ihre Gewohnheiten ändern, werden Sie von Ihren körperlichen Symptomen aus der Bahn geworfen. Halbherzige Selbstbeschwichtigungen wie „Bald haben wir es ja geschafft“ oder „Ach was, das ist doch nichts“ manövrieren Sie nur noch schneller in den Zusammenbruch.  Fragwürdige Belohnungen wie opulente Essen mit reichlich Alkohol oder ein hektischer Wochenendtrip mit der Familie schaffen keine Abhilfe sondern belasten den angeschlagenen Körper und die geschundene Führungsseele nur noch mehr. Es hilft einfach nicht, Pflaster auf Kontrolllampen zu kleben. Die Ursache breitet sich nur weiter aus. Mehr arbeiten und dafür weniger schlafen – eine oft geübte Praxis – ist die gefährlichste Variante, keine Schwäche zu zeigen, durchzuhalten und die Arbeitsbelastung irgendwie doch noch zu schaffen.  Der Körper macht das nicht mit und die Seele verkriecht sich in dunklen Wolken: Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Depression sind die Folge.

Der Weg aus dem Teufelskreis macht Freude

So weit muss es nicht kommen. Wenn Sie Verantwortung für Unternehmenserfolg und die Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft Ihrer Mitarbeiter tragen, sollten Sie sich klar machen, dass die Ergebnisse von Ihrer Gesundheit und  Ausgeglichenheit, von Ihren reflektierten, klaren Entscheidungen und Ihrer Begeisterungsfähigkeit abhängig sind. Ihre Konstitution, der Zustand Ihres Körpers und Ihrer Seele sind die Katalysatoren für alles, was im Unternehmen geschieht. Und so macht es Sinn, dass Sie Ihre Führungsqualitäten wie Ihren wachen Verstand, Ihre Disziplin und Ihre Zuverlässigkeit als allererstes auf sich selbst anwenden: seien Sie hellwach und aufmerksam,  wenn sich kleinste Anzeichen für Unzufriedenheit und Unwohlsein einstellen und bringen Sie sich wieder ins Gleichgewicht. So tragen Sie gleich zu zwei positiven Ergebnissen bei: Ihre Lebensqualität steigt nach kurzer Zeit und Ihre neu gewonnene Energie und Ausgeglichenheit trägt zu einem besseren Klima und zu mehr Unternehmenserfolg bei.

Der Weg zur gesunden Chefseele

Die Happy-Leading-Formel, die mit fünf Bereichen die Basis für ausgeglichene, erfolgreiche Führung bildet, ist eine sinnvolle Roadmap zu mehr Lebensqualität und Freude an der Arbeit:

  1. Untersuchen Sie Ihr WARUM: entdecken Sie Ihren Lebenssinn wieder. Finden Sie heraus, welche Lebensaufgabe Sie beflügelt und welche Berufung Sinn für Sie macht. Wofür wollen Sie Ihre Zeit und Energie investieren. Welche Bedürfnisse haben Sie? Was brauchen Sie, um überhaupt Ihr Bestes geben zu können?
  2. Sorgen Sie für Ihren gesunden Körper und Ihre ausgeglichene Seele. Gesunde Ernährung, Entgiftung, ausreichend Bewegung und sechs bis acht Stunden Schlaf sind die Voraussetzung. Verfolgen Sie diese Aspekte mit Disziplin und Konsequenz.
  3. Verstärken Sie Ihr Charisma. Es gehört zu den Merkmalen erfolgreicher Führungskräfte. Wenn Sie die Punkte eins und zwei bereits beachten, haben Sie schon viel für Ihre Ausstrahlung als gesunder, ausgeglichener und kraftvoller Chef getan.
  4. Trainieren Sie Ihre emotionale und soziale Kompetenz. Es macht sehr zufrieden – Sie selbst und Ihr Team – wenn die Mitarbeiter sich verstanden fühlen, Gespräche einfacher werden, Missverständnisse und Konflikte ausbleiben und das Arbeitsklima insgesamt angenehm ist.
  5. Nutzen Sie Führungstools, die Ihnen Ihre Aufgaben leichter machen: Tools zur Verbesserung des Unternehmensklimas und partizipative Meeting- und Konferenzmethoden, welche die kollektive Intelligenz Ihrer Mitarbeiter sichtbar und nutzbar machen ...

 

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