Das Internet wird persönlich: Die Typologie des Web-2.0-Nutzers
von result gmbh, Südwestrundfunk (SWR)
„Mit den Ergebnissen unserer Studie können wir beschreiben, wie der Nutzer mit den neuen Möglichkeiten im Web 2.0 umgeht, welche Angebote er sucht und selber einstellt und wie er seine verfügbare Zeit auf die verschiedenen Medien verteilt. Web 2.0 ist Mitgestaltung im Netz und öffentliche Kommunikation. Die Nutzer von Web 2.0 sind Konsumenten und Produ-zenten in einem, jeder kann theoretisch mediale Inhalte in unterschiedlichsten Formaten publizieren. Die Technologien dafür sind leicht zu lernen und die technische Ausstattung stellt keine Hürde mehr dar. All diese Veröffentlichungen stehen in einem kommunikativen Kon-text. Die Mediennutzung ist interaktiv und immer öfter auch personalisiert, die Nutzer wollen sich austauschen, informieren und unterhalten“, kommentiert Sabine Haas, Geschäftsführerin der result gmbh, die Ergebnisse der Studie.
Download Web-2.0 Studie (1.8 MB)
Dr. Walter Klingler, Leiter der Abteilung Medienforschung des SWR, ergänzt: „Vor allem das Kommunikationsverhalten in und mit dem Medium Internet ändert sich, mit erkennbaren Fol-gen für die übrigen Medien. Wir wollten mit der Studie herausfinden, welche Bedeutung
Web 2.0 im Medienmix hat. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Fernsehen, Hörfunk und Print auch künftig eine wichtige Rolle spielen werden.“
Acht Nutzertypen
Für die Studie wurde ausschließlich die private Mediennutzung betrachtet. 501 Nutzer wur-den online befragt, die über einen Breitband-Anschluss verfügen und mindestens zwei Mal pro Woche typische Web-2.0-Anwendungen wie Videocommunities, Fotocommunities,
Social-Networking-Sites, Weblogs, Podcasts und / oder Wikis besuchen. Gefragt wurde nach den Interessen, die die Nutzer bei den Besuchen verfolgen, nach dem Wunsch, eigene Bei-träge anzubieten und nach den Bedürfnissen an Inhalte und Formen der Kommunikation im Netz. Die Motive der Nutzung waren ausschlaggebend für eine Kategorisierung in acht – sich an den Rändern überschneidenden – Nutzertypen: „Produzenten“ (ca. 6 Prozent der Befrag-ten), „Selbstdarsteller“ (ca. 4 Prozent), „Spezifisch Interessierte“ (ca. 17 Prozent),
„Netzwerker“ (12 Prozent), „Profilierte“ (ca. 7 Prozent), „Kommunikatoren“ (ca. 34 Prozent), „Infosucher“ (ca. 31 Prozent) und „Unterhaltungssucher“ (ca. 34 Prozent).
Es fällt auf, dass die Gruppe der speziell an einzelnen Themen Interessierten, das sind Nut-zer, die die Partizipationsmöglichkeiten des Web 2.0 im Kontext eines ganz bestimmten Inte-resses oder Hobbys nutzen, mit 17 Prozent einen verhältnismäßig großen Teil ausmacht. Die Gruppe der „Selbstdarsteller“ dagegen, denen es in erster Linie um die Darstellung der eige-nen Person geht, ist mit nur rund 4 Prozent vertreten. 34 Prozent gehören zur großen Gruppe der „Kommunikatoren“, die Web-2.0-Anwendungen vorrangig als Inhalte für die eigene Kommunikation verwenden und weniger aktiv selbst gestaltend nutzen.
Methode und Untersuchungsdesign
Das Studiendesign umfasst drei aufeinander aufbauende Module. Zur Absicherung der Un-tersuchungsfragen und zur Generierung von Hintergrundinformationen wurden zunächst Experteninterviews mit so genannten A-Bloggern und Podcastern realisiert. Darauf aufbau-end wurden Gruppendiskussionen mit insgesamt 72 Teilnehmern geführt, regelmäßigen Nut-zern des Internets, die zu gelegentlichen bis regelmäßigen Web-2.0-Nutzern gehören. Basis für die Quantifizierung der Untersuchungsergebnisse war eine für die Web-2.0-User repräsentative Onlinebefragung mit 501 Personen.
Download Web-2.0 Studie (1.8 MB)