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Selbsterkenntnis durch persönliche Integrität

Albert Metzler

06.04.2006 ·  Mitarbeiter sind oft neidisch auf die „Macht“ ihrer Vorgesetzten, junge Manager können es oft kaum erwarten, mehr Verantwortung übertragen zu bekommen, um sich beweisen zu können. Wer aber schließlich in die Lage kommt, immer mehr und immer bedeutendere Entscheidungen treffen zu müssen, weiß, dass sich bei Menschen, die nicht mehr als Lust auf Macht in ihre Führungsposition mitbringen, der Traum oft zum Alptraum entwickelt und dass in der Wirklichkeit des Führens besonders harte Winde wehen. Es stellt sich nämlich immer heraus, dass Führen nicht nur bedeutet, Entscheidungen treffen zu können, sondern vielmehr noch: sie treffen zu müssen. Die Grundlagen von Entscheidungen werden nämlich mit steigender Position zunehmend komplizierter: Interessen stehen gegeneinander, Informationen fehlen und ohne sie muss entschieden werden, die persönliche Meinung steht gegen „Sachzwänge“, man steht allein und oft weiß man, dass jede Entscheidung nur in verschiedener Weise „falsch“ sein wird und trotzdem getroffen werden muss. Ohne persönliche Integrität werden solche Situationen jedes Mal zu Zerreißproben, die manchmal sogar in veritablen Katastrophen, für das Unternehmen oder die Person, enden können.

Albert Metzler

Persönliche Integrität zu gewinnen, ist allerdings eines der herausforderndsten Unternehmen im Leben eines Menschen, jedoch auch eines, das bereits mit den ersten kleinen Investitionen garantierten Gewinn einfährt. Viele begnügen sich damit, persönliche Integrität nur darzustellen – und sterben innerlich lieber andauernd tausend Tode, als daran zu arbeiten, echte Integrität zu erwerben. In ihnen tobt ein Chaos an übernommenen Gedanken, an unüberprüften Regeln, ewig mitgeschleppten Zweifeln, diffusen Wünschen und dergleichen mehr – ein Chaos. Oft denken diese Menschen, die „Welt“ wäre schlecht, ein ewiger Kampf, in dem sie siegen oder untergehen, Jeder gegen Jeden – dabei wäre der erste Schritt einfach der, zu erkennen, dass der Kampf zuerst im eigenen Inneren beginnt, und dass sich das Chaos da drinnen außen nur spiegelt.

Authentisches Handeln

So individuell unsere Gedanken und Denkprozesse auch sind, sie existieren nicht losgelöst oder unabhängig von unserer Umwelt und unseren Persönlichkeitsbedingungen. Im Gegenteil: Unser Denken unterliegt ganz wesentlich den unterschiedlichsten Einflüssen von außen und von innen. Diverse Faktoren, die nicht selten im Verborgenen bleiben, entscheiden mit über unsere Denkinhalte, die Art und Weise, wie wir denken und fühlen, und die Ergebnisse unserer Denkprozesse. Die Resultate daraus – unsere Entscheidungen und Handlungen – basieren also ganz offensichtlich nicht nur auf freien und eigenständigen Urteilen, sondern sind auch abhängig von Größen, die wir nicht selbst festlegen, sondern die unter Umständen uns festlegen.

An diesem Punkt setzt die Methode des Alternativen Denkens an mit dem Ziel, das eigene Denken individuell, eigenverantwortlich und authentisch zu gestalten, damit sich Einflüsse nicht ausweiten zu Fremdbestimmung und Unfreiheit im Denken und Handeln. Grundannahme für jedes authentische Handeln sollte also sein: Jeder Mensch kann die Gestaltung seiner Art zu leben selbst in die Hand nehmen, kann sein Denken, Entscheiden und Handeln selbst bestimmen und unabhängig von den Voraussetzungen, mit denen seine Persönlichkeit ausgestattet ist, eine ihm gemäße Lebensweise finden. Doch angesichts der Menge an Einflussfaktoren, die uns und unser Denken bestimmen, scheint diese Annahme durchaus erklärungsbedürftig. Denn es stellt sich die Frage, wie weit unsere Entscheidungsfreiheit tatsächlich reicht.

Selbstcoaching

Können wir überhaupt wirklich frei und selbstbestimmt denken? Oder ist letztlich alles von irgendwelchen Umständen und Wirkungen determiniert? Die Einflüsse auf unser Denken und die Ursachen für unsere Gedanken sind vielfältig: Sie entstehen sowohl aus den inneren persönlichen Voraussetzungen, mit denen wir ausgerüstet sind, als auch aus den Bedingungen, die durch die uns umgebenden äußeren Strukturen entstehen. Zur ersten Gruppe gehören Bestimmungen wie der Intelligenzquotient, allgemeine Charakterzüge, Talente etc.; zur zweiten Gruppe lassen sich z. B. verschiedene Lebensumstände zählen wie die Herkunft (z.B. Kulturkreis, Provinz oder Großstadt), die soziale Stellung, das Familienleben, die Religion, das soziale Umfeld und dergleichen mehr. So unterliegt das Denken einem Gemenge aus Bedingungen, aber weil es jeweils individuellen Bedingungen unterliegt, kann die Idee von der Individualität des Einzelnen trotz der Annahme von Determiniertheit im Denken durchaus aufrechterhalten werden.

Das Denken des Menschen unterliegt zahlreichen Bedingungen. Es sind aber bei jedem Menschen andere bzw. eine andere Mischung von Bedingungen. Daher ist

  • das Denken jedes Menschen zwar determiniert aber
  • das Denken jedes Menschen auch individuell. Das bedeutet
  • dass jedes Denken von den Menschen auch individuell erfasst und vor allem individuell umgeprägt werden kann.

Wenn die Gedanken und das Denken mit einem individuellen Bedingungsprofil verbunden sind, ergibt sich daraus nämlich, dass wir in der Lage sind, auf unsere Denkprozesse selbst einzuwirken, da wir beispielsweise unsere eigenen Lebensbedingungen durchaus beeinflussen können. Das heißt also, dass Denkprozesse veränderbar sind und dass wir auf diesem Weg unser Denken frei gestalten können.

Das Alternative Denken im Selbstcoaching, macht sich diesen Umstand zunutze, indem es darauf setzt, dass der Mensch festgefahrene Denkmuster und -gewohnheiten, die sein freies und kreatives Denken behindern, aus eigener Kraft aufweichen, verändern und auch auflösen kann. Dieser Prozess erfordert viel Arbeit an sich selbst und beginnt mit genauem und aufmerksamem Beobachten der eigenen Person in ihren wesentlichen Zusammenhängen.

Diese Zusammenhänge, in denen sich jedes Individuum alltäglich befindet, erhalten ihre Charakteristik z. B. durch:

 

  • Wertmaßstäbe
  • Regelsysteme
  • Traditionen
  • Erfahrungen
  • kulturelle Bestimmungen
  • Ideale
  • Wünsche
  • Pflichten und vieles mehr.

All dies wirkt auf den einzelnen Menschen ein und wächst letztlich zu einem Chaos an Einflüssen heran, die mit ihren z. T. entgegengesetzten Stoßrichtungen schwer wiegende Konflikte und wahre Zerreißproben produzieren können.

Um diesen Widersprüchlichkeiten nicht hilflos ausgeliefert zu sein, bedarf es einer Methode, die dem Chaos etwas entgegenzusetzen hat. Das Alternative Denken ist so eine Methode. Sie fußt auf einem grundlegenden Prinzip: Das Er- und Anerkennen der spezifischen Denk- und Lebensbedingungen sowie der eigenen Persönlichkeit ist Voraussetzung für deren eigenverantwortliche Gestaltung. Nur die Selbsterkenntnis eröffnet den Weg zu selbstbestimmtem Denken und Handeln.

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