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31.01.2007

Was nehmen wir wahr und was nicht?

von Albert Metzler

Wahrnehmung ist ein Vorgang zur Aufnahme von Informationen. Sie ist über alle vorhandenen Sinne möglich, oft (sogar meistens) geschieht sie unbewusst, unreflektiert und wird auch unbewusst verarbeitet. Der Mensch hat aber die Möglichkeit, seine Wahrnehmung zur Aufmerksamkeit zu steigern – und hier kommt es dann auf ihn selbst (also: auf sein Selbst) an. Was will er sehen? Welche Realität will er durch die Fokussierung seiner Aufmerksamkeit für sich erschaffen? Die Antwort ist jedem selbst (jedem Selbst) überlassen: Wir erklären selbst die eine oder die andere Realität für eine Wahrheit oder eine Lüge in unserem Denken. Jeder Mensch hat mindestens ein göttliches Merkmal. Wer es an seinen Mitmenschen (den anderen Realitäten) sehen will, sieht es.

Wie sieht es mit den Wertungen aus?

Alle Wertungen sind in erster Linie Selbst-Wertungen. Als Realitätsbild ist es ein Bestandteil der Gedanken und Gefühle dessen, der sie denkt. Der Denkende beinhaltet diese Form in seiner eigenen Persönlichkeit – nur so kann er sie überhaupt erkennen und deuten. Sehe ich jemanden mit Liebe an, bin ich voll Liebe. – Wir erkennen und konzentrieren uns darauf, was wir in unserem Selbst sind oder sein können. Sogar beispielsweise der sexuelle Unterschied zwischen einer Frau und einem Mann und seine An-Erkennung setzt voraus, dass wir für beides in unserem Selbst Energieerscheinungen (innere Bilder) für diese Formen erschaffen können.

Dennoch gibt es im menschlichen Denken fast automatisch Polaritäten. Was tun mit ihnen?

Polaritäten bergen Kräfte und stellen Energien dar. Zwischen den beiden Polen bestehen Sphären, die Energien bereithalten, die in sich eine Bewegungs- oder Wandlungstendenz einschließen. Der Spannungszustand zwischen den beiden Polen schafft dabei die Möglichkeit der Kommunikation aller gegensätzlichen Polaritäten unter- und miteinander.

Im Universum sind Urenergien vorhanden, die die Entwicklung aller Phänomene ermöglichen, im Makrokosmos und im Mikrokosmos gleichermaßen. Und natürlich ist auch der Mensch als Bestandteil des Kosmos diesen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Er steht zwischen Himmel und Erde, empfängt von oben das Yang des Himmels und gibt es an die Erde weiter; von unten erhält er das Yin der Erde und leitet es an den Himmel weiter. Dieser stete Austausch polarer Energien, das Wechselspiel kosmischer und irdischer Energien und deren Transformationen, ermöglichen überhaupt erst das Leben.

Wir alle bewundern die Kreativität insbesondere großer Künstler. Ist es Zufall, dass gerade die Menschen, die eine besonders offene Haltung gegenüber dem Zufall, dem Dasein zwischen den Polaritäten, einnehmen, über eine besonders ausgeprägte Kreativität verfügen? Pablo Picasso sagte einmal: „Ich suche nicht, ich finde.“

Welche Rolle spielt dabei die Kreativität?

Kreativität, die vollkommene Form schöpferischen Denkens und Handelns, ist immer mehrdimensional und niemals von nur einem Pol genährt. Daher ist sie auch der Inbegriff der menschlichen Vielfalt und zugleich Ausdruck der göttlichen Energien. In der Kreativität steckt eine besondere Energie, die wiederum Energien freisetzt und die der Menschheit große und bedeutende Taten und Werke ermöglicht. Kreativität ist eine Vereinigung von Gegensätzen auf der Grundlage eines entfesselten Geistes, dessen Fantasie und Imaginationskraft freien Lauf erhält. Im kreativen Menschen entsteht eine Balance, durch die sich der Zugang zu den Beautiful Energies findet. Mit der Kreativität geht das Gefühl einher, mit sich selbst und dem Universum in einen großen Strom zusammenzufließen, denn das Universum ist selber kreative Vollkommenheit.



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