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Was Manager von einem Getreidefeld lernen können

Stefan Fourier

29.08.2019 ·  Neue Moden oder Trends kommen scheinbar aus dem nichts. Ein banaler Halbsatz im Meeting zieht die ganze Aufmerksamkeit der Teammitglieder auf sich. Oder er kann sich bei einer Person des öffentlichen Lebens zu einem Shitstorm entwickeln. Das passiert allerorts, tagtäglich. Und was passiert ist nicht vorhersagbar. Aber was hat das mit einem Getreidefeld zu tun? Die Antwort ist recht Simpel, wie Dr. Stefan Fourier illustriert.

Stefan Fourier

Dr. Stefan Fourier ist ein erfolgreicher Business Consultant, Manager und Unternehmer. Aus seinen Erfahrungen entwickelte er praxistaugliche Modelle zum Umgang mit Komplexität, die Organisationen und Menschen erfolgreich und das (Arbeits-)Leben entspannter machen – Humanagement. Als Berater unterstützt Fourier auf dieser Grundlage viele Unternehmen und als Mentor begleitet er zahlreiche Menschen auf ihren Wegen zum Erfolg. Mit seinem lockeren, pointierten Erzählstil hat er sich einen Namen als Autor, Vortragsredner und Aphoristiker gemacht. Sein letztes Buch „Schlau statt perfekt“ ist 2015 erschienen, wurde in der Fachpresse gelobt und hat viele Leser inspiriert. »  » http://www.fourier.de

In Unternehmen, Teams, politischen Parteien, in gesellschaftlichen Gruppen, kurz: in allen möglichen Arten sozialer Systeme, haben wir es häufig mit sehr unscharfen Ereignissen zu tun. Meinungsbildung ist oft ein diffuser Prozess, Kommunikation sowieso und erst recht die unter dem Sammelbegriff der Gruppendynamik verstandenen Vorgänge. Die Wirkung von Werbebotschaften und die Entwicklung von Moden und Trends sind unscharf und nicht sicher vorhersagbar. Jeder hat es vermutlich schon einmal erlebt, plötzlich mitten im Fokus der Aufmerksamkeit einer Gruppe zu stehen, ohne etwas bewusst dafür getan zu haben. Genauso unvorhersehbar ist es, ob ein Pressebeitrag, den man an viele Redaktionen verschickt, angenommen und veröffentlicht wird. Und wenn man dann vorherzusagen versucht, ob er tatsächlich von den Lesern bemerkt wird oder wie sie ihn verstehen werden, gleicht das Ganze dann oft einem Würfelspiel. 

Es ist zum Verzweifeln! Man müht sich, und die Resultate bleiben oft genug aus oder verkehren sich ins glatte Gegenteil der Erwartungen. Wir analysieren, priorisieren, machen perfekte Pläne und Umsetzungsstrategien, arbeiten mit Checklisten, Zielkennziffern, monitorieren den Fortschritt, kurz: Wir machen alles richtig und trotzdem bleibt der Erfolg aus. Da hilft uns der schlaue Hinweis „Sind halt komplexe Systeme“ auch nicht wirklich weiter. Wir stehen als Manager ratlos vor dem Geschehen und wissen oft nicht, wie wir unsere Ziele und die unseres Teams absichern sollen. 

Und hier kommt nun das Getreidefeld ins Spiel. Es wogt hin und her, wächst und reift heran, ganz unabhängig davon, was der einzelne Halm so macht. Für das Gedeihen des Ganzen ist nicht die einzelne Getreidepflanze wichtig, sondern nur alle zusammen. Eine gute Ernte entsteht auch, wenn einzelne Halme eingehen. Und umgekehrt sichert eine prächtige Pflanze noch längst nicht eine erfolgreiche Ernte. 

Es wäre ja mal ein spannender Denkansatz, die Abläufe und Zusammenhänge in einer Organisation, in einem Unternehmen oder bei einem Projekt nicht als Einzelaktionen zu betrachten, sondern quasi als Feld vieler einzelner, verschiedener und irgendwie zusammenhängender Ereignisse. Wir würden dann leichter die Stellschrauben finden, die die Gesamtheit der Einzelereignisse beeinflussen und nicht so stark an Details hängen bleiben. Diese Feldvorstellung liegt den meisten der Humanagement-Modelle zugrunde und ist wesentliche Voraussetzung für deren erfolgreichen Einsatz. Kommunikation in Unternehmen ist ein Feld vieler miteinander verknüpfter Einzelaktivitäten, erfolgreiche Führungsinterventionen fokussieren auf die Bedingungen und Regeln, die den Erfolg des Ganzen bewirken, unabhängig von individuellen Entwicklungen. 

Um wieder auf das Getreidefeld zurück zu kommen: Der Bauer düngt großflächig, nicht die einzelne Pflanze als individuelle Maßnahme. Die Bedingungen eines feuchten Frühlings und warmen Sommers beeinflussen die Ernte nachhaltig und nicht, ob der Bauer die einzelne Pflanze wässert.

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