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Vortragsfalle: Fehlende Präsenz

Peter Daiser

07.05.2020 ·  Die Präsenz ist ein wichtiger Faktor, damit dein Vortrag überzeugend beim Publikum ankommt. Falls du dich wie ein kleines Mäuschen hinter einem Rednerpult versteckst und deine Zuhörer nicht an die Hand nimmst, wird es dir schwerfallen, mit deinem Vortrag einen wirkungsvollen Eindruck zu hinterlassen. Im Folgenden gebe ich dir einige Regeln an die Hand, mit denen du präsenter rüberkomms

Peter Daiser

Prof. Dr. Peter Daiser hat viele Jahre erfolgreich in der Krisen-, Strategie- und Managementberatung bei namhaften Consultingunternehmen gearbeitet. Mit seinen Teams musste er stets in kurzer Zeit komplexe Probleme analysieren, kreative Lösungen finden, wirkungsvolle Storys entwickeln und überzeugend präsentieren. Heute lehrt und berät er zu den Themen »Digitale Transformation«, »Management« und »Rhetorik« und unterstützt Organisationen bei wichtigen Deals und Präsentationen sowie der Weiterentwicklung ihrer Fach- und Führungskräfte.  » http://https://www.nsi-hsvn.de/ueber-uns/mitarbeiterverzeichnis/mitarbeiter/peter-daiser.html

#1 Lies deinen Vortrag niemals ab

Lies deinen Vortrag nicht ab – weder von einem Manuskript noch von kleinen Karteikärtchen, auf denen die relevanten Punkte deiner Folien stehen. Du hast einen guten Vortrag systematisch ausgearbeitet und vorbereitet. Du weißt, was du zu sagen hast. Und falls du tatsächlich an einer Stelle irgendeinen Punkt vergisst, merkt das niemand außer dir.

#2 Zeig dich deinem Publikum

Die Zuhörer müssen sehen, wer zu ihnen spricht. Bitte achte in diesem Zusammenhang auch darauf, nicht zum Publikum zu sprechen, während du ihnen den Rücken zudrehst. Diese Situation erlebe ich immer wieder bei Präsentationen, wenn der Vortragende spezifische Inhalte einer Folie erklärt und diese gleichzeitig mit dem Laserpointer auf der Leinwand aufzeigt. Die Zuhörer folgen einem roten Punkt an der Wand und erhalten Ausführungen von einem gesichtslosen Rücken. Auf diese Weise erzielst du keine Wirkung.

Aber was soll ich in diesen Fall tun? In der Regel sollten deine Folien so gestaltet sein, dass es nicht notwendig ist, einen einzelnen Aspekt herauszugreifen. Falls dieser Punkt so wichtig ist, hat er meist eine eigene Folie verdient. Falls du dennoch in diese Situation kommst, solltest du den Zeige- vom Sprechvorgang trennen. Ich nutze hierfür einen dreistufigen Ablauf, den ich als ABS-Technik bezeichne:

  • Anzeigen,
  • Bewegen,
  • Sprechen.

Du machst eine kurze Pause, in der du dich zur Leinwand drehst, und zeigst auf den Aspekt, auf den du aufmerksam machen möchtest (Anzeigen). Danach drehst du dich zu deinem Publikum (Bewegen), nimmst Blickkontakt auf und fährst mit deinen Erläuterungen fort (Sprechen).

#3 Sprich nicht monoton

Versuche, die Tonalität und Modulation deiner Stimme zu variieren. Mit anderen Worten: Unterstreiche deine Aussagen mit dem Klangbild deiner Stimme: Sprich mal leiser, mal lauter, mal höher, mal tiefer. Flüstere auch mal ins Mikrofon oder lass einen Schrei durch den Raum, falls es zur Situation passt: Hauptsache, du schläferst das Publikum nicht mit einer monotonen Stimme ein.

#4 Mehr Präsenz

Nutze Pausen und Wiederholungen. Die Pause ist eines der wichtigsten rhetorischen Elemente. Sie verleiht bedeutenden Themen Gewicht, setzt Wesentliches in Szene und verschafft dem Redner Zeit, seine Gedanken für den nächsten Punkt zu sortieren. Und keine Sorge, dass die Präsentation dadurch ins Stocken gerät: Die Pause dauert für den Vortragenden gefühlt länger als für die Zuhörer.

»Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Rela-tivität.«
(Albert Einstein, Theoretischer Physiker, Wissenschaftler und Nobelpreisträger)

Darüber hinaus sind Pausen wichtig für die Informationsverarbeitung. Unser Gehirn braucht regelmäßige Pausen, um das Wahrgenommene zu verarbeiten und zu speichern. Zu schnelles Reden ohne Pausen führt zu Information Overload und lässt den Zuhörenden keine Zeit, den Ausführungen des Vortragenden zu folgen.

»The right word may be effective, but no word was ever as effective as a rightly timed pause.« (Mark Twain, Schriftsteller)

Die Wiederholung ist ein rhetorisches Stilmittel, das auf der mehrmaligen Benennung eines Wortes oder einer Wortfolge basiert. Die Wiederholung unterstützt uns dabei, Begriffe und Aussagen beim Publikum zu verankern. Gleichzeitig wird der Wiederholung ein signifikanter Effekt auf den empfundenen Wahrheitsgehalt einer Aussage zugesprochen. Mit anderen Worten: Einer grundsätzlich als wahr erscheinenden Aussage, die mehrmals gehört wird, wird ein höherer Wahrheitsgehalt beigemessen, als einer vergleichbaren Aussage, die erstmalig gehört wird (Hasher, Goldstein & Toppino 1977).
»A reliable way to make people believe in falsehoods is frequent rep-etition, because familiarity is not easily distinguished from truth.« (Daniel Kahneman, Psychologe, emeritierter Professor und Nobel-preisträger)

#5 Halte dich mental und körperlich fit

Eine gute Vorbereitung für einen gelungenen Vortrag besteht darin, dass man versucht, am Vortragstag in Form zu sein. Dazu gehört, dass man ausgeschlafen ist und versucht, sich trotz der leichten Nervosität etwas zu entspannen. Mach nicht den Fehler, kurz vor dem Termin deine Folien noch grundlegend zu ändern. Beschäftige dich am Tag vor dem Vortrag nur noch kurz mit deiner Präsentation: Sie ist gut und bedarf keiner relevanten Änderungen mehr. Vertraue auf deine Fähigkeiten und deine gute Unterlage.

Geh die Präsentation am Vortag deines Vortrages vormittags und nachmittags nochmals grob für dich selbst durch. Ansonsten solltest du dich besser mental entspannen und dein Gehirn mit anderen Dingen beschäftigen. Lies zum Beispiel ein Buch, nimm ein Bad, schau ein bisschen fern oder treibe Sport. Lass deinen Gedanken freien Lauf und mach etwas, das dir guttut. Denk nicht mehr an den nächsten Tag, sondern an die schöne, ruhige Nacht, die vor dir liegt.

Achte auch auf deine körperliche Fitness. Du kannst nur Höchstleistung am Präsentationstermin abrufen, wenn dein Körper genug Schlaf bekommen hat und alle Nährstoffe hat, die er benötigt. Verzichte auf den übermäßigen Konsum von Zucker und Koffein sowie aufputschenden, rauscherzeugenden, halluzinogenen und betäubenden Substanzen.

#6 Reduziere den technischen, methodischen und visuellen Aufwand auf das Notwendige

Anders ausgedrückt, verwende nur, was dir definitiv nützt und nicht schadet. Achte daher darauf, die verwendeten Besprechungsmedien sinnvoll einzusetzen. Deren Einsatz hängt maßgeblich von vier Faktoren ab:

  • Gruppengröße
  • Interaktivität
  • Reproduzierbarkeit
  • Vielseitigkeit

Besprechungsmedien sind Werkzeuge, die dich bei der Präsentation unterstützen. Nutze das Werkzeug, das dir den größten Mehrwert bietet.

Während sich ein Whiteboard oder ein Flipchart eher für kleine Gruppen eignen, kann ein Multimedia-Projektor bei entsprechend großer Leinwand auch für sehr große Gruppen verwendet werden. Besprechungsmedien wie Tafel und Pinnwand lassen sich problemlos in interaktiven Situationen anwenden. Der große Vorteil der Slideware in Verbindung mit einem Multimedia-Projektor liegt in der Reproduzierbarkeit der erstellten Unterlagen. Du kannst beispielsweise direkt im Anschluss an deine Präsentation die Unterlage ganz oder teilweise in hoher Qualität über unterschiedliche Medien teilen. Bei der Vielseitigkeit hat die Pinnwand die Nase vorn. Man kann Pinnwandkarten, Papier zur Beschriftung, Poster und so weiter anbringen. Mit einer entsprechenden Software wandelt sich zwar auch der Multimedia-Projektor in ein vielseitiges Tool. Allerdings stehen diese Softwarelösungen in vielen Vortragsräumen noch nicht zur Verfügung. Die folgende Abbildung fasst die Einsatzeigenschaften unterschiedlicher Besprechungsmedien nochmals schematisch zusammen.

Vorsicht ist auch beim Einsatz von Techniken wie Online-Access-Anwendungen (zum Beispiel Onlineportal, Cloud-Lösung) oder Interaction-Anwendungen (zum Beispiel Social Wall, Mobile Voting, Online-Feedback, Live-Data-Integration) geboten. Es passiert leider häufig, dass der Internetzugang just in dem Moment versagt, in dem man ihn benötigt. Und für interaktive Anwendungen, bei denen das Publikum integriert wird, musst du in deinem Thema wirklich sattelfest sein und kurzfristig auf Unvorhersehbares reagieren können. Für eine Rampensau sind das spannende Gimmicks, um einen Vortrag interaktiver zu gestalten. Frag dich selbst, will ich das und kann ich damit umgehen? Und was mache ich, falls die Technik streikt?

#7 Checke immer die Technik

Du solltest nie davon ausgehen, dass die Technik funktioniert, deinen Wünschen entspricht oder sich zur Umsetzung deines Vorhabens eignet. Da technische Probleme mit dem Projektor, Notebook oder Internetzugang und räumliche Schwierigkeiten wie die Position des Vortragenden oder die Lichtverhältnisse ärgerlich sind, solltest du die Technik und die Räumlichkeiten nach Möglichkeit stets vorab überprüfen:

  • Eignen sich die Räumlichkeiten?
  • Wo kann ich stehen, um die Zuhörer gut im Blick zu haben und die Leinwand nicht zu verdecken?
  • Wo kann ich das Notebook positionieren?
  • Kann ich mein eigenes Notebook anschließen? Falls ja, habe ich den entsprechenden Adapter?
  • Habe ich den Bildschirmschoner deaktiviert?
  • Steht ein Laserpointer beziehungsweise Presenter zur Verfügung?
  • Welche sonstigen Besprechungsmedien stehen zur Verfügung?
  • Funktioniert der Internetzugang (falls benötigt)?
  • Lassen sich eingesetzte Medien abspielen? Funktioniert der Ton?
  • Wer sind die Ansprechpartner bei technischen Problemen?
  • Kann ich bereits etwas früher in den Raum, um die Technik zu prüfen?
  • Welche Slideware (Hersteller und Version) steht zur Verfügung?
  • Sind die Folien gut erkennbar und ist die Schrift gut lesbar?
  • Ist kurzfristig ein Notfallequipment oder Ausweichraum verfügbar?

 

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