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13.06.2005

Virales Marketing – so empfehlen Sie sich selbst!

von Annemike Meyer

Die Werbedichte steigt. Das bedeutet, kaum jemand ist heute noch in der Lage, soviel Werbung aufzunehmen und zu verarbeiten, wie ihm vorgesetzt wird. Immer mehr Menschen schalten deshalb ab. Sie ignorieren teure Anzeigenschaltungen in der Zeitung, weigern sich, Banner anzuklicken und gehen während des TV-Werbeblocks einfach aufs Klo! Dazu kommt eine immer größer werdende Flut von neuen Produkten. Immer mehr Varianten von ein- und demselben Artikel fluten auf den Markt, immer mehr Marken sollen sich ins geschundene Kundenbewusstsein einbrennen. Die Folge: Konsumentenverwirrtheit und Endscheidungsschwierigkeiten.

Neue Werbestrategien

Scheitern die Werbetreibenden also an dieser „Werbeverweigerung auf ganzer Linie“? Nicht unbedingt. Aber angesichts der unheimlichen Werbedichte, die den Konsumenten vom Aufstehen bis zum abendlichen „Absacker“ in der Stammkneipe berieselt und auch ihm auch vom Kugelschreiber oder Lunchpakten engegenleuchtet, sind neue Konzepte gefragt. Der werblichen Dauerberieselung überdrüssig, vertrauen immer mehr Konsumenten der Mund-zu-Mund-Propaganda durch Freunde, Bekannte oder Kollegen. Zwischenmenschliche Beziehungen werden zum neuen Zauberwort im Marketingbereich. Denn die begeisterte Empfehlung oder der hilfreiche Tipp eines guten Freundes zeigt in der Regel mehr Werbewirkung als ein Kinospott oder eine Anzeigenkampagne. Auch der Hinweis auf neue Produkte oder Marken kommt so besser an.

Dabei ist Mund-zu-Mund-Propaganda erfreulicher Weise hocheffektiv und kostengünstig zugleich. Nicht Sie kümmern sich um die Verbreitung Ihrer Werbebotschaft, sondern die Konsumenten! Und: Empfehlungen von Bekannten schaffen Vertrauen in Ihre Botschaft, in Ihr Produkt. So weit, so gut. Doch wie können Sie Mund-zu-Mund-Propaganda nun gezielt zur Vermarktung Ihres Produktes eingesetzt werden? Das Stichwort heißt: Virales Marketing!

Virales Marketing

Die Metapher virales Marketing (engl.: viral = Virus) verdankt ihren Namen der Schnelligkeit, mit der sich Werbebotschaften durch Weitererzählen ebenso wirkungsvoll wie flächendeckend vermehren. Da die Bekanntheitssteigerung in der Regel mündlich erfolgt, wird virales Marketing auch als Empfehlungsmarketing bezeichnet. Um ins Gespräch zu kommen, bedarf Ihre virale Marketingkampagne einer sorgfältigen Planung. Drei wesentliche Elemente müssen dafür gegeben sein:

  • Das richtige Kampagnengut
  • Die richtigen Rahmenbedingungen
  • Weiterempfehlungsanreize

Dabei ist das Kampagnengut der Kern jeder viralen Marketingkampagne. Nur wenn Sie etwas bieten, worüber sich das Reden lohnt, werden Ihre Bemühungen auch von Erfolg gekrönt sein. Dabei stellt das Kampagnengut in der Regel nicht die Leistung dar, die eigentlich verkauft werden soll, sondern es dient als „Köder“. Es sollte unterhalten sein oder einen außergewöhnlichen Nutzwert für den Kunden bieten, neu oder einzigartig sein – es muss also einen Gesprächswert darstellen. Die Bereitstellung sollte (zumindest in Teilen) kostenlos sein und es muss (!) einfach zu kopieren und weiter zu leiten sein, damit eine schnelle Verbreitung gewährleistet ist.

Neben Ihrem Kampagnengut sind auch die Begleitumstände wichtig. Sie müssen die schnelle Verbreitung und die ausreichende Verfügbarkeit Ihres Kampagnenguts sicherstellen – sonst werden Ihre Bemühungen ins Leere laufen. Hohe Stückzahlen, ausreichende Serverkapazitäten und gute Presseinformationen sind dabei nur ein paar Stichpunkte auf Ihrer Liste bei der Vorbereitung einer viralen Marketingkampagne.

Von nichts kommt nichts – das gilt besonders für virales Marketing. Deshalb sollten Sie Ihre Kunden für deren „Empfehlungsarbeit“ nach Möglichkeit belohnen, sei es durch Rabattgutscheine, kostenlose Boni oder die Teilnahme an einem Preisauschreiben. Damit eine Belohnung auch den richtigen Zweck erfüllt, sollte sie jedoch in einem klaren Zusammenhang zu Ihrem Unternehmen/ Ihren Produkten stehen. Belohnungen sind nicht unabdingbar, erhöhen aber die Chance der Verbreitung Ihres Kampagnenguts erheblich.

Sie wollen mehr Tipps und Tricks rund ums Viralmarketing? Die gibt es übersichtlich, schnell verständlich und kompakt im BusinessVillage Praxisleitfaden:

Virales Marketing -Was Google, GMX und Napster erfolgreich machte

Autor Sascha Langner macht Sie fitt in Sachen Viralmarketing! Schritt für Schritt zeigt er Ihnen die wichtigsten Elemente bei der Planung Ihrer eigenen viralen Marketingkampagne – von der Zielgruppendefinition über den Kampagnenstarts bis hin zur Erfolgsmessung Ihres Projekts. Und damit nichts schief geht, verrät er Ihnen auch gleich die vermeidbaren Fehler und Probleme. Sollten Sie keine komplette Kampagne starten wollen, macht das auch nichts. Hier können Sie sich auch virale Marketingstrategien für den „Hausgebrauch“ abgucken! Fazit: Wirklich gut zu lesen und umzusetzen, mit neuen und frischen Ideen für alle, die von Werbeverdruss die Nase voll haben!

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