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Unglücklich sein hilft glücklich zu werden

Larissa Wasserthal

30.10.2019 ·  Unsere Gesellschaft ins glücksbesoffen. Zum Glücklichsein gehören Karriere, Geld, Freunde, Anerkennung .... Und wir setzen alles dran das zu erreichen. Und das meiste erreichen wir davon mehr oder weniger mühevoll. Nur glücklich werden wir meist nicht? Warum das so ist, illustriert Larissa Wasserthal.

Larissa Wasserthal

Larissa Wasserthal ist eine internationale Trainerin, Speaker, Autorin und Management Coach. Sie hat sich als Happiness Alchemista in der Branche etabliert. Mit ihren persönlich entwickelten Programmen hilft sie ihren Kunden, ihr volles berufliches und persönliches Potenzial auszuschöpfen. » http://https://www.larissa-wasserthal.de/

Das größte Glück ist zu wissen, was genau uns unglücklich (!) macht? Wieso fragen Sie sich? Weil so lange ich nicht weiß, was mich unglücklich macht, kann ich doch nicht daran arbeiten und dies verändern!
Wir alle verfolgen, meist unbewusst, Strategien, die uns unglücklich machen. Der Trick ist es, diese Gedanken zu erkennen und einfach das Gegenteil zu tun. Fangen Sie doch gleich bei der Arbeit an. Wetten, dass Sie das eine oder andere - wenn nicht gar die meisten - dieser Strategien anwenden?

Mach mich glücklich!

Streben Sie nach Anerkennung und Bestätigung täglich und ausschließen von außen! Die Verantwortung für die eigene miese Laune in die Hände anderer Menschen abzugeben, sei es an Kollegen, Vorgesetzten, Kunden oder im privaten Bereich an den Partner(in), Eltern, Kinder, Freunde, Nachbarn, etc. ist eine sichere Strategie, abhängig davon zu werden. Der Sucher sucht, der Finder findet oder solange ich nach Anerkennung im Außen suche, bin ich unglücklich. Den inneren Frieden und Bestätigung finde ich, wenn dann nur bei mir selbst.

Andere „müssen“ die Welt sehen wie Sie!

Erlauben Sie es keinem, Ihnen zu widersprechen, denn es handelt sich immer (!) nicht lediglich um die Meinung, sondern Fakten und die Tatsache, dass Ihre Meinung immer die einzig richtige ist. Im Berufsalltag verhindert diese Einstellung jegliche Veränderung, Innovation oder Entwicklung, wenn Sie beispielsweise dagegen sind. Manchmal nach einer Recherche oder Erfahrungen haben Sie sicherlich festgestellt, dass die anderen doch richtig lagen. Den anderen zu zuhören und hinterfragen, was genau gemeint ist, öffnet oft ganz neue Wege und verbessert das Arbeitsklima. Hier ist von großer Bedeutung, nicht nur das, was wir verbal kommunizieren, sondern wie wir etwas mitteilen.

Gib schnell auf!

Die gute Nachricht ganz vorneweg: Aufgeben müssen Sie nicht studiert haben, das ist eine Fähigkeit, die jeder kann und meistens sogar exzellent beherrscht. »Versuchen« ist in diesem Zusammenhang ab sofort das Zauberwort für Sie, denn wenn Sie etwas wirklich erreichen wollen, würden Sie es doch nicht versuchen, sondern machen, oder? Gerne können Sie sich auf die Suche nach ständig neuen Strategien, Tipps, Coaches, Beratern machen und unmittelbar nach dem Anfang aufgeben. Achtung ein Upgrade: Jammern ist ein toller Zusatz, dass die neue Strategie schon wieder nicht funktioniert hat. »Versuchen« und »Disziplin« sind keine guten Freunde.
Was macht den Unterschied zwitschern erfolgreichen und wenig erfolgreichen Menschen? Unter anderen haben die ersten Durchhaltevermögen und Disziplin.

Sei nicht perfekt ... Sei perfektionistisch!

Gut ist nicht gut genug, Sie müssen (!) perfekt sein! Lassen Sie mich mal raten, es ist Ihnen noch nie gelungen, perfekt zu sein? Perfektionismus ist ein Fass ohne Boden, denn nicht nur Ihre eigenen Ansprüche ändern sich vielleicht auch stündlich, sondern die Definition von Perfektion unterscheiden sich gravierend. Es mag sein, dass Sie etwas, aus Ihrer Perspektive, für perfekt halten, aber der Kunde oder Ihr Chef hat ganz andere Prioritäten und findet Ihr Produkt/Leistung gerade mittelmäßig, im schlimmsten Fall mangelhaft oder umgekehrt Sie sind sehr unzufrieden, wobei der Lieferant von seinen Leistungen absolut überzeugt ist und diese für perfekt hält. Je mehr Sie „versuchen“, im Leben alles perfekt zu machen, desto unglücklicher sind Sie.

Teile meine Ansichten!

Im beruflichen Alltag nehmen Sie besonders genau die Sachen wahr, die schiefgehen (können) und vertiefen Sie sich in diesen, alles Positive dürfen Sie dabei selbstverständlich einfach ausblenden. Seien Sie ein Mensch, der für jede, wirklich jede (!), Lösung ein Problem hat. Die Welt braucht solche Verhinderer. Verantwortung für das Negative auf die anderen schieben und sie kritisieren, beschimpfen, Schuldige suchen, passen hier optimal dazu. Wenn ich Sie bitten würde, jetzt auf einem Blatt Papier einen schwarzen Punkt zu malen und dann mir zu sagen, was sie da sehen? Was wäre Ihre Antwort? Lassen Sie mich raten, den schwarzen Punkt? Dieser steht symbolisch für etwas, was nicht gut läuft, oder nicht positiv gelaufen ist. Was wir dabei völlig übersehen ist das weiße Blatt, die restliche Fläche, die sicherlich auch deutlich größer als der schwarze Punkt ist und für all das steht, was uns gelungen ist, unsere Erfolge. Das merkwürdige dabei ist, so lange wir uns auf den schwarzen Punk fokussieren, erscheint er uns immer größer, wobei die weiße Fläche kaum wahrgenommen wird. Das ist eine verzerrte Wahrnehmung. Was ich Ihnen damit sagen will, ist folgendes: es ist wichtig, Fehler zu erkennen und daraus zu lernen, nur bitte den Fehlern nicht die komplette Aufmerksamkeit schenken. Seien Sie realistisch und feiern Sie bitte auch Ihre Erfolge.

Vergleiche dich permanent mit anderen ...

Es ist vollkommen egal, was Sie in Ihrem Leben schon erreicht haben. Wenn jemand, den Sie kennen, scheinbar (!) etwas mehr hat, ist all das nichts wert. »Scheinbar« ist an dieser Stelle sehr bewusst gewählt, denn solche Angelegenheiten anderer Menschen können wir oft nur für uns interpretieren, nicht wahr? Übrigens, sich gar nicht zu vergleichen wäre ein hervorragender Tipp von den Coaching-Gurus, der einfach lediglich theoretisch funktioniert. Huh, erwischt? Wie wollen denn unser Dilemma mit „vergleichen oder eben „nicht vergleichen“ lösen? Wenn Sie sich schon vergleichen möchten, dann bitte mit der Person, der Sie selbst sind, allerdings früher: vor 10 Jahren, vor einem Monat oder auch erst vor ein paar Minuten, als Sie angefangen haben, diesen Artikel zu lesen. Sind Sie mit sich selbst zufrieden, seien Sie stolz auf sich. Sind Sie unzufrieden: verändern Sie etwas. Vielleicht liegt es an der mangelnden Disziplin, denn den Anfang macht eine gute Idee, das Ende die Disziplin!

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