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13.06.2005

Supply Chain Management

Supply Chain Management zielt auf die Optimierung der unternehmensübergreifenden logistischen Wertschöpfungskette. Zur Erschließung von Rationalisierungspotentialen innerhalb dieser Wertschöpfungskette bei gleichberechtigten Unternehmen bedarf es geeigneter Softwarelösungen, die unter Wahrung der Eigenständigkeit des einzelnen Partner in der Kette eine größtmögliche Effizienz bei den übergreifenden Material-, Informations- und Geldmittelflüssen ermöglichen. So weit, so gut! Problematisch ist jedoch, dass zurzeit eine Vielzahl verschiedener Begriffe für die entsprechenden Konzept und Softwarelösungen im Umlauf sind. Das erschwert dem eher lösungsorientierten Praktiker eine schnelle Orientierung und Marktübersicht.

Ziele:

Die vorliegende Marktstudie bemüht sich erstmals um eine wissenschaftliche Aufarbeitung und Eingrenzung des Themenfeldes. Ziel der Studie ist es, einen Überblick und eine anbieterspezifische Vergleichbarkeit über die aktuell am Markt verfügbaren CSCM-Systeme zu geben. Diese Vergleichsmöglichkeiten werden dadurch hergestellt, dass weltweit agierende CSCM-Softwareanbieter ihre eigenen Lösungen an praxisorientierten Fragen beurteilen und einschätzten. Die Vergleichbarkeit der verschiedenen Anbieter ermöglicht einen tieferen Einblick in die aktuelle CSCM-Marktumgebung. Dabei werden insgesamt 19 Anbieter von CSCM-Systemen detailliert vorgestellt und analysiert - darunter alle Marktführer im europäischen Raum. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Bereichen Funktionalität, Technologie, Unternehmen und Philosophie sowie der Marktlage.

Grundlagen des Supply Chain Managements:

In der Praxis ist die Supply Chain ein Netzwerk verschiedener Unternehmen, die zusammenarbeiten, um ein Produkt herzustellen und es zum Endkunden zu bringen. Die deutsche Übersetzung dafür lautet meist Lieferkette oder Logistikkette, wobei diese Begriffe mit der Auffassung der Supply Chain als Produktionsnetzwerk oder auch als Unternehmensnetzwerk gleichgesetzt werden.

Weder in der wissenschaftlichen Literatur noch unter den Praktikern hat sich bis heute eine einheitliche Definition für den Begriff Supply Chain Management (SCM) herausgebildet - das führt zu der herrschenden Unübersichtlichkeit, besonders hinsichtlich der richtigen Software-Auswahl. Einigkeit herrscht aber zumindest darin, dass sowohl die informationstechnische Integration als auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg zu den Kernelementen des SCM gehören.

SCM steht in der Regel als Oberbegriff für die Optimierung der Supply Chain. Hierzu verfolgt das SCM unternehmensinterne und -übergreifende Ziele und bedient sich zu ihrer Erreichung geeigneter Konzepte. Hauptziele sind dabei z.B die Schaffung von Transparenz und der Abbau von Informationshindernissen die ganzheitliche Wertschöpfungsketten-Orientierung, die Verbesserung der Kontinuität der Material-, Informations- und Geldmittelflüsse oder die Optimierung der Komplexität. Zur Durchführung eines operativen Controllings bedarf es allerdings neben diesen eher allgemeinen Optimierungsrichtungen der Differenzierung von SCM-Zielen, die direkt über Kennzahlen gemessen werden können.

SCM strebt dabei insbesondere die Realisierung folgender Punkte an:

  • Kostenvorteile
  • Zeitvorteile
  • Qualitätsvorteile

Prozessgetriebene SCM-Ansätze:

Zur Abstimmung des unternehmensübergreifenden Material- und Informationsflusses haben sich im Laufe der Zeit verschiedenen SCM-Konzepte herausgebildet, die eine zeit- und kostenoptimale Gestaltung der Supply Chain anstreben. Die verschiedenen SCM-Konzept unterscheiden sich dabei erheblich in ihrer Grundkonzeption und in ihrem Branchenfokus. Die vorliegende Marktstudie bietet einen umfassenden Überblick über die wesentlichen prozessgetriebenen SCM-Konzepte wie "Just-In-Time" oder "Quick Response", differenziert nach Branchen und Anbietern.

Collaborative Supply Chain Management:

In den letzten Jahren haben sich immer mehr neue SCM-Konzepte etabliert, die zentral auf die gemeinschaftliche Win-Win-orientierte Optimierung der Supply Chain abzielen. Unter dem Begriff des "Collaborative Supply Chain Managements (kurz: CSCM)" fassen die Autoren die Optimierung der gesamten Supply Chain durch gemeinschaftlichen Datenaustausch und durch kollaborativ initiierte Abstimmungsprozesse zwischen den Partnern zusammen.

Im SCM-Zusammenhang bedeutet diese kollaborative Zusammenarbeit, dass zwei oder mehrere Supply Chain-Partner gemeinschaftlich abgestimmt, handeln. Ziel ist es, eine gemeinsame Informationsgrundlage zu bilden, hieraus abgestimmte Pläne abzuleiten, um schließlich existierende Erfolgspotentiale erschließen zu können.

CSCM fokussiert auf die Schnittstellen der Supply Chain Partner und versucht, die bisher durch fehlende Transparenz und mangelnde Abstimmung gekennzeichnete Planung und Steuerung zu synchronisieren.

Als weitere Ziele gelten:

  • Der Abbau von Beständen in der Supply Chain
  • Die Erhöhung der Visibilität über Bedarfe, Angebote, Bestände und Kapazitäten bzw. Erkennung von Restriktionen
  • Die Verbesserung der Transparenz durch Prozess-, Applikations-, Daten- und Medienintegration und eine stufenweise Verkopplung von Planungsprozessen u.a.m.

Ausblick:

Es werden unter anderem folgende Themen behandelt:

  • Technologiegetriebene SCM-Ansätze
  • CSCM-Abgrenzung, CSCM-Definitionen, CSCM-Ziele und die Grenzen der kollaborativen Zusammenarbeit
  • Kollaborationsszenarien
  • Technologie (Schnittstellen bei CSCM-Systemen, Datenbank- und Betriebssysteme, Informationstechnik)
  • Philosophie & Daten und Fakten
  • Aktuelle Marktlage und zukünftige Entwicklungen

Fazit:

Das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Logistikorientierte Betriebswirtschaft liefert mit der vorliegenden Marktstudie einen wesentlichen Beitrag zur Abgrenzung des CSCM-Gebietes, zum Verständnis und zur Vergleichbarkeit von CSCM-Softwarelösungen und insbesondere zu Auswahl und Einführung von CSCM-Systemen. Die Marktstudie bietet Entscheidern eine solide Grundlage und eine Fülle an Informationen zur Orientierung auf dem unübersichtlichen Markt. Die Software-Lösungen werden nach Branchen und Anwendungsgebieten selektiert vorgestellt und bieten einen guten Überblick. Einmalig, hochinformativ und absolut lesenswert!

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