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In Zukunft nur zusammen

Carolin Wolf

06.02.2020 ·  Es besteht kein Zweifel daran, dass unsere Welt immer komplexer und volatiler wird. Doch nach wie vor werden in vielen Unternehmen Entscheidungen nach guter alter Manier vom Chef im stillen Kämmerlein getroffen. Das birgt jedoch Gefahren. Denn kaum eine Führungskraft hat heute noch die Ressourcen, den Überblick zu behalten oder gar ein Thema gänzlich zu durchdringen. Gefragt ist vielmehr die Expertise von ganzen Teams. Dazu braucht es ganz neue Besprechungsformate und vor allem eine Veränderung der Haltung und Ausrichtung jedes Einzelnen.

Carolin Wolf

Carolin Wolf ist seit 2001 Geschäftsführerin von Wolf&Oberkötter Personal- und Organisationsentwicklung, mit den Schwerpunkten des betrieblichen Gesundheitsmanagements, dem Begleiten und Gestalten von Veränderungsprozessen sowie der Konfliktklärung. Die Diplom-Psychologin ist als hypnosystemische Beraterin und Effectuation-Expertin in den unterschiedlichsten Kontexten tätig.  » http://wolf-oberkoetter.de/

Dass sich unsere Welt mit den Charakteristika des Akronyms VUKA (volatil / unbeständig, unsicher, komplex und ambig / mehrdeutig) beschreiben lässt, ist schon seit Längerem allgemein anerkannt. Betrachten wir gleichzeitig den betrieblichen Alltag, gibt es hier eine große Diskrepanz. Während sich das Umfeld durch eine enorme Veränderungsgeschwindigkeit auszeichnet, scheinen die Formate, die wir im betrieblichen Alltag zum Bewältigen der komplexen Herausforderungen einsetzen, nicht mitgewachsen zu sein. Innerhalb der betrieblichen Zusammenkünfte sind wir oft weit entfernt vom „gemeinsamen Denken“. Wir sind getrieben von der knappen Ressource Zeit und beenden die Zusammenkunft gerne mit den Worten: „So, und jetzt muss ich auch mal arbeiten“.

Doch wie kann es gelingen, die volle Aufmerksamkeit aller anwesenden Köpfe zu erhalten und den gesellschaftlichen, ökologischen und unternehmensinternen Herausforderungen zu trotzen?

Wir brauchen mehr Forscher als Prediger. Das heißt, dass wir bereit sind, statt auf die Begründung unserer gefassten Meinung zurückzugreifen, unsere Denkroutinen zu verändern. Gemeinsames Denken setzt voraus, dass wir bereit sind, Hypothesen zu formulieren, zu überprüfen, zu verwerfen und weiterzuentwickeln. Mit der Haltung „ich weiß es eh“ entsteht nichts Neues und auch nichts Gemeinsames. Das Bündeln der Aufmerksamkeit der versammelten Köpfe benötigt einen klar vermittelten und gemeinsam getragenen Sinn als Fundament. Wenn Ihr Alltag Meetings beinhaltet, in denen Ihnen und den anderen Anwesenden das Wofür unklar ist, stellt sich die Frage, ob sich die Durchführung dieses Meetings in dieser Form lohnt.

Daneben braucht es eine stimmige innere Haltung und Ausrichtung des Einzelnen als Antwort auf die VUKA-Welt: Spielerisch, rebellisch und wagemutig als stimmige Antwort auf ein Umfeld mit Ungewissheit, im Gegensatz zu einem auf Absicherung und Fehlervermeidung fokussiertes Denken und Handeln. Die Grundprinzipien der Denk- und Entscheidungslogik des Effectuation können hier sehr hilfreich sein. Dies beinhaltet einen Abschied von dem einen richtigen Weg und die Bereitschaft, den Fokus auf den nächsten machbaren Schritt zu legen. Mut ist gefragt.

Auch die Ausrichtungen und Haltungen im Miteinander gehören zu einem Einstellen auf die Veränderungen in der VUKA-Welt. Eine zentrale Aussage in dem Buch „Gemeinsam Denken“ lautet: Das Synchronisieren in der Kommunikation zu begrüßen statt auf klassische Sender-Empfänger-Modelle zurückzugreifen. Warum? Weil es sich lohnt, die Befunde der neueren Hirnforschung zu berücksichtigen, die verdeutlichen, dass Informationsverarbeitung im Gehirn immer auch den Körper miteinbezieht. Wir sind permanent Sender und Empfänger zugleich, in jedem Moment. Daher ist es wichtig, offen und neugierig für Neues zu sein und auf die Inhalte meines Gegenübers in der Kommunikation einzugehen.


Die Herausforderungen der VUKA-Welt rufen nach der Ver-antwortungsübernahme jedes Einzelnen, wohl wissend, dass sie nur gemeinsam gelöst werden können. Nur wenn wir es schaffen, wechselseitig in einen Zustand des Aufei-nander- und Auf-sich-bezogen-Seins zu gelangen, kann wirklich etwas Neues als Antwort auf die Komplexität ent-stehen.

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