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Die Bequem-Macher

Christian Kalkbrenner

06.07.2017 ·  Bequem-Macher meinen es gut mit uns. Viele erleichtern uns das Leben. Sehr viele legal, manche illegal und einige nehmen uns auf den Arm, indem sie unglaubliche Versprechungen machen, wie »abnehmen über Nacht« oder »reich werden ohne Anstrengung«. – Doch weshalb sollten wir das nicht nutzen, solange es uns dabei gut geht?

Christian Kalkbrenner

Christian Kalkbrenner ist Strategieberater aus Überzeugung und zeigt Unternehmen den Weg an die Spitze. Dafür hat er ein eigenes Strategieverfahren entwickelt, den Bambus-Code®, für den er mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ ausgezeichnet wurde. Für seine Kunden entwirft und begleitet er seit Jahren skalierende Geschäftsmodelle, um deren Umsätze und Gewinne zu vervielfachen. Er ist Vortragsredner und Autor von mittlerweile fünf Managementbüchern und unzähligen Fachartikeln. » http://www.ub-kalkbrenner.de

Ein großer und mächtiger Trend ist der Wunsch nach Bequemlichkeit. Danach, Anstrengungen zu vermeiden. Wenig denken zu müssen. Sich von Glauben und Vertrauen steuern zu lassen.

Statt zu Fuß zu gehen war das Reiten auf dem Pferd deutlich bequemer. Wer es nicht so eilig hatte, nahm die Kutsche. Kaum war der Fernseher erfunden, beschäftigten sich Tüftler damit, das Aufstehen, um auf ein anderes Programm umzuschalten, zu reduzieren. So entstand die Fernbedienung. Anfangs mit Kabel, dann kabellos. Heute kann ein Hausbesitzer via App vom Smartphone aus die gesamte Haustechnik aus der Entfernung steuern und per Kamerasensor sogar erkennen, ob jemand einbricht.

Kurzum, der Wunsch nach mehr Bequemlichkeit steckt über Jahrtausende hinweg in den menschlichen Genen. Wer auch immer sich hier neue Lösungen ausdenkt, bewegt sich auf einem vielversprechenden Terrain.

Die Marke als Bequem-Macher Nr. 1

In diesem Zusammenhang spielt die Marke eine ganz wichtige Rolle. Die Marke erleichtert dem Kunden die Kaufentscheidung. Die Marke steht für die Erfüllung von Erwartungen über einen langen Zeitraum hinweg. Der Marke kann der Kunde vertrauen.

Ob Würth, Kempinski oder SAP, weltweit haben Menschen die gleichen Erwartungen an diese Marken. Die Unternehmen erfüllen diese Erwartung und so entstehen Markenbewusstsein und Markenbindung. Die Marke wird als guter Freund betrachtet, auf den man sich verlassen kann.

Erinnern Sie sich an die Baccardi-Melodie? Sie erzeugt das passende Kopfkino, wenn Sie vor dem Regal stehen und einen Rum auswählen wollen. Das Karibikbild lenkt Ihre Entscheidung und Sie greifen zu. – So funktionieren gute Marken. Sie nehmen dem Kunden das Denken und die Entscheidung ab, sparen Energie und damit Kalorienverbrauch im Gehirn und helfen ihm, das Risiko einer Fehlkaufentscheidung zu minimieren.

Als Folge dieses Markenbewusstseins entscheidet sich der Kunde gezielt, diese Marke häufiger als bevorzugte Wahl zu nehmen. Das gilt für Lidl ebenso wie für Boss. Marke erzeugt Treue und damit eine höhere Wiederkaufwahrscheinlichkeit. Sie erhöht auch die Bereitschaft, für diese Marke und das damit einhergehende Leistungsversprechen etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Wissen to go: Marke bringt Kunden und Gewinne
Die bequemste Art, Kunden zu gewinnen und zu halten, ist die eigene Marke. Es dauert einige Zeit, bis sich eine neue Marke etabliert hat. Doch wer sein Unternehmen als Marke begreift und täglich daran arbeitet, hat die Zeichen der Zeit erkannt.
Übrigens haben Unternehmen, die auf ihre Marke achten, deutlich höhere Gewinne. Die Studien weisen hier Bandbreiten zwischen plus 10 und 30 Prozent aus. Doch schon 5 Prozent mehr rechtfertigen den Invest.

Casper – ein typisches US-Skalierungsbeispiel

Das New Yorker Start-up Casper verkauft Matratzen online mit 100-Tage-Geld-zurück-Garantie. Die Geschäftsidee ist es, Kunden den Matratzenkauf bequemer zu machen.

Das Unternehmen nutzt dazu ein sehr pfiffiges, stylisches Marketing und konnte auf diese Weise Stars wie Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire schon früh als Investoren gewinnen.

2014 gegründet, hat das Unternehmen binnen eineinhalb Jahren 70 Millionen Dollar an Investorengeldern erhalten. Der Wert der jungen Firma wird auf eine halbe Milliarde Dollar geschätzt. – Wohlgemerkt für ein Unternehmen, das weder eine geschützte, neue Problemlösung anbietet noch in einem wettbewerbsarmen Umfeld agiert.

Der Produktnutzen liegt in fünf Bereichen:

  1. Der Kunde muss nicht ins Geschäft gehen und auf mehreren Matratzen Probe liegen.
  2. Er braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, wie er die unhandliche Matratze nach Hause transportieren soll.
  3. Dabei wird die Matratze extrem schnell geliefert. Im Idealfall am gleichen Tag. In San Francisco Stadt angeblich binnen einer Stunde.
  4. Die Matratze ist günstiger als Vergleichsmodelle.
  5. Der Kunde hat ein hunderttägiges Umtauschrecht.

Doch keiner dieser Vorteile ist wirklich einzigartig. Der stationäre Handel könnte, ebenso wie unbekannte, neue Wettbewerber, jederzeit mithalten und online aktiv werden. Dennoch geht Casper mit einem weltweiten Expansionskurs ab durch die Decke. Die Casper-Gründung liegt erst drei Jahre zurück. Früher wäre es undenkbar gewesen, sich in so kurzer Zeit zu einem internationalen Player zu entwickeln.

Auch wenn das Unternehmen erst noch beweisen muss, dass es dauerhaft am Markt bestehen wird: Das Beispiel zeigt anschaulich, wie rasch – nämlich innerhalb weniger Monate – ein neues Geschäftsmodell weltweit ins Laufen kommen kann. Casper ringt etablierten Anbietern wie Möbelhäusern und Matratzen-Discountern Marktanteile ab, indem es deren Schwächen beim Matratzenverkauf gnadenlos ausnutzt. Anstelle eines unbequemen Einkaufserlebnisses und mühsamen Transports wartet es mit einer besseren, bequemeren Lösung auf.

Eine starke Verpackung ist hilfreich

Lässiges Marketing, Stars als Testimonials und eine gute Story wie »Belieferung in einer Stunde« sind echte Trümpfe. Sie helfen gerade bei Problemlösungen mit kopierbarem Produktnutzen dabei, im Spiel zu bleiben und sich früh zu hypen.
Prominente als Teilhaber wirken seriös und vertrauenseinflößend und ziehen zusätzliche Investoren und Kunden an.

 

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